Maxim Gorki
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Gorki, Maxim,: Konvolut von 14 Werken / 1. Sechs und zwanzig und Eine und andere Erzählungen, Leipzig, A. Schumann"s Verlag,, 1906.
(angebunden: Maxim Gorki - Malva (Novelle) (Berlin, Richard Eckstein Verlag, Nachf. H. Krüger, um 1905, DEA, 96 S., a.d. Russ. L.M. Wiegandt, mit einer Biographie des Verf. -------- DABEI: Maxim Gorki - Erzählungen, (Leipzig, Insel Verlag, 1931, 1. Aufl., a.d. Russ. v. Arthur Luther, Einführung Stefan Zweig, 302 S., Leinen, Name auf Vorsatz, Schmutztitel entfernt, sonst gut) ------------- DABEI: Maxim Gorki - Ein Mensch wird geboren (Frauenerzählungen) (Berlin, VdN, 1989, 2., 302 S., Leinen, Originalumschlag, leichte Gebrauchsspuren) --------------- DABEI: Gorki, Maxim - Italienische Märchen, (Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar, 1968, Illustrationen von Peter Nagengast, 297 S., Leinen, OUmschlag (etwas gebraucht)Berechtigte Ausgabe für den Buchclub 65, Inhalt u.a.: Streik in Neapel / Die Kinder aus Parma/Sonne des Südens / Es ist vollbracht / Musik der Großstadt / Das Meer / Rivalinnen ... (Literatur) ----------- DABEI: Gorki, Maxim - Das Leben des Klim Samgin. Roman (Sieben-Stäbe-Verl., Berlin. 1930, 1., 614 S. 8°, OLn., Aus dem Russischen übertragen von Rudolf Selke, Leinen, Einband etwas beschmutzt, Buchgelenk leicht gelockert, Vorsatz Namensstempel, innen gut) (Literatur) -------------- DABEI: Gorki, Maxim - Meine Universitäten (Berlin, SWA Verlag,, 1946, 1. Auflage, 233 S., Originalpappband, etwas gebräunt, Originalumschlag (dieser an mehreren Stellen beschäd.), (= Ausgewählte Werke Bd. VI) ------------- DABEI: Gorki, Maxim - Der Sohn der Nonne, (Roman) (Berlin, Für den Bücherkreis verlegt von J.H.W. Dietz Verlag Nachf.,, 1925, 1. Auflage, 234 S., a.d. Russischen v. August Scholz, illustrierter Leinen, (Einb. v. Prof. A. Arnstam), leichte Gebrauchsspuren) -------------- DABEI: 2 Exemplare / Gorki, Maxim - Die Mutter (Frankfurt, Büchergilde Gutenberg, 1968. 414 S. Olwd., gutes Ex.) -------------- DABEI: Maxim Gorki - Pawel, der arme Teufel (Berlin, Verlag Das Neue Berlin, 1989, 2. Auflage, 204 S., kart., leicht verzogen, sonst gut) ------------- Dabei: Maxim Gorki - Drei Menschen (Roman) (Leipzig, Kurt Wolff, um 1918, 12.-21. Tsd., übers. v. August Scholz, 529 S., Halbleinen, Buchecken etwas bestoßen, Buchrücken erneuert) ---------------- DABEI: Gorki.- Grusdew, Ilja - Das Leben des jungen Maxim Gorki. Aus dem Russischen übertragen v. G. Kischke (Berlin, Zech Verlag, o.J. (um 1950), 192 S. Mit 21 Illustrationen u. Einbandzeichnung v. B. Borchert. OPappband, min. Gebr.spuren, gut) (Lit.) ----------- DABEI: Gorki Maxim - Das Leben des Klim Samgin. Roman. Aus dem Russischen von Rudolf Selke. Herausgeber: Lyonel Dunin (Berlin. Sieben Staebe ca. 1930 1.-50. Tsd. 8° 614 S. illustr. Original-Leinwand, schönes Ex.)
11.-16. Tsd., 96 S., a.d. Russischen v. L.M. Wiegandt, Privateinband, Halbleinen, gutes Ex.,
Gorki, Maxim: Konvolut von 9 biographischen Büchern. 1954 ff.
1. Gorki, Maxim: Briefwechsel mit Freunden. Aus d. Russ.: Hartmut Herboth, Walter Schade. Hrsg.: Edel Mirowa-Florin. Mit 17 Fotos. 1. Aufl. Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag, 1986. 397 S. 8°. Originalleinen mit Originalumschlag. Gut erhalten. / 2. Gorki, Maxim: Briefwechsel mit sowjetischen Schriftstellern. Aus dem Russ. v. Günther Jarosch. Hrsg. von Ilse Idzikowski. Berlin: Akademie-Verlag, 1984. 619 S. 8°. Originalleinen mit Originalumschlag. Erste Ausgabe. Beiliegend eine größere Rezension. / 3. Fedin, Konstantin: Gorki unter uns. Bilder aus dem literarischen Leben. Aus d. Russ.: Georg Schwarz. Mit 29 Fotos. 1. Aufl. Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag, 1982. 293 S. Originalleinen mit Originalumschlag. Erste Ausgabe. Gut erhalten. / 4. Lenin und Gorki. Eine Freundschaft in Dokumenten. 2., erg. Aufl. Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag, 1970. 580 S. Originalleinen mit Originalumschlag. Enthält: Briefe, Artikel, Erinnerungen, die wichtige Aufschlüsse über die Kulturpolitik des frühen Sowjetrußlands geben. Umschlag minimal berieben; sonst gut erhalten. / 5. Maxim Gorki in Deutschland. Ausstellung anläßlich des 100. Geburtstages des Dichters. Ausstellung von Ilse-Maria Dorfstecher und Fritz Mierau. Katalogzusammenstellung: Friedhilde Krause. Mit 1 Frontispiz. 1. Aufl. Berlin: Deutsche Staatsbibliothek, 1968. 39 S. gr. 8°. Originalheft. Erste Ausgabe. Umschlag leicht berieben; sonst gut erhalten. / 6. Maxim Gorki und Stefan Zweig: Briefwechsel. Hrsg.: Kurt Böttcher. Aus d. Russ.: Irmgard Neugebauer. Aus d. Franz.: Helga Hasselbach. 3. Aufl. Leipzig: Reclam, 1980. 109 S. Originalbroschur. (= Reclams Universal-Bibliothek 456.) Gut erhalten. / 7. Friedrich Wolf: Maxim Gorki. Revolutionärer Romantiker. Berlin: Henschel, 1953. 47 S. Originalpappband mit Origimalumschlag. Erste Ausgabe. (Wilpert/Gühring II, 79.) Gut erhalten. / 8. Maxim Gorki in Deutschland. Ausstellung anläßlich des 100. Geburtstages des Dichters. Ausstellung von Ilse-Maria Dorfstecher und Fritz Mierau. Katalogzusammenstellung: Friedhilde Krause. Mit 1 Frontispiz. 1. Aufl. Berlin: Deutsche Staatsbibliothek, 1968. 39 S. Gr.-8°. Originalheft. Erste Ausgabe. Umschlag gegilbt; sonst gut erhalten. / 9. Troyat, Henri: Gorki. Sturmvogel der Revolution. Gernsbach: Katz, 1987. 205 S. Gr.-8°. Originalpappband mit Umschlag. Erste Ausgabe. Gut erhalten. / 10. Aus dem bisher unveröffentlichten Briefwechsel Gorkis mit sowjetischen Schriftstellern. Größerer Zeitungsausschnitt aus "Sonntag".
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[SW: Briefwechsel, Russische Literatur]
Gorki, Maxim: Meine Kindheit. Einzige vom Verfasser autorisierte Übersetzung von August Scholz. Einband Emil Zbinden, Bern. Büchergilde Gutenberg (Lizenz der Europäischen Verlagsanstalt, Frankfurt am Main) Lizenzausgabe 1960 Frankfurt am Main
273S. 8°
Leinen Fadengehefteter, illustrierter Ganzleineneinband. Einband minimal fleckig, Kopfschnitt etwas staubgedunkelt, wenige Seiten mit kleinem Knickchen der unteren Ecke, ansonsten rundum guter, nahezu sehr guter Zustand. Maxim Gorki * 16. Märzjul./ 28. März 1868greg. in Nischni Nowgorod; 18. Juni 1936 in Gorki bei Moskau) war ein russischer Schriftsteller. Alexei Peschkow wuchs in ärmsten Verhältnissen auf, in einer Zeit, in der das Elend der Massen in Russland zu einem wichtigen Thema der literarischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung geworden war. Sein Großvater war Wolgatreidler, sein Vater, der früh starb, Tischler. Die Familie lebte häufig in Kellerlöchern; körperliche Gewalt innerhalb der Familie war nichts Außergewöhnliches. Ab seinem zehnten Lebensjahr musste Alexei - zunächst als Lumpensammler - selbst Geld verdienen. Ehe er von seiner literarischen Tätigkeit leben konnte, arbeitete er u. a. als Laufjunge, Küchenjunge, Vogelhändler, Verkäufer, Ikonenmaler, Schiffsentlader, Bäckergeselle, Maurer, Nachtwächter, Eisenbahner und Rechtsanwaltsgehilfe. In den späten 1880er Jahren kam er in Kasan, wo er sich erfolglos um eine Aufnahme an der Universität bemühte, erstmals in Kontakt mit der revolutionären Bewegung. Er arbeitete bei einem Bäcker, dessen Laden gleichzeitig Bibliothek eines marxistischen Geheimzirkels war. Er las viel und eignete sich als Autodidakt ein umfassendes, aber unsystematisches Wissen an. Die unüberwindliche Kluft zwischen ihm und der studierenden Jugend machte ihm schwer zu schaffen und war möglicherweise der Grund für einen 1887 begangenen Selbstmordversuch, bei dem er sich in die Brust schoss. Allerdings werden auch der Tod seiner Großeltern in diesem Jahr und eine unerwiderte Liebe als Ursachen vermutet. 1889 wurde die zaristische Polizei wegen seiner revolutionären Kontakte erstmals auf ihn aufmerksam. Im selben Jahr legte er dem Schriftsteller Wladimir Korolenko ein Poem vor und erntete eine schonungslose Kritik. Er wandte sich vorläufig von der Literatur ab und zog zu Fuß durch Russland, die Ukraine und über den Kaukasus bis nach Tiflis. Dort kam er mit Revolutionären und Studenten in Kontakt, die ihn ermunterten, seine Erlebnisse literarisch festzuhalten. Seine erste Erzählung Makar Tschudra, die am 12. September 1892 in der Provinzzeitung Kawkas erschien, unterzeichnete Alexei Peschkow mit dem Pseudonym Maxim Gorki (der Bittere). Gorki zog nach Samara, wo er auf Vermittlung Korolenkos eine Stelle als Journalist bei einer Provinzzeitung bekam. 1894 gelang ihm mit der Erzählung Tschelkasch der Durchbruch als Schriftsteller. Auch die 1898 veröffentlichten Skizzen und Erzählungen wurden ein großer Erfolg. 1901 verfasste er nach einer Studentendemonstration in Sankt Petersburg, die durch das brutale Eingreifen der Polizei in einem Massaker endete, das Lied vom Sturmvogel. Der Sturm, von dem dieser Vogel mit der Kraft des Zorns, der Flamme der Leidenschaft und der Gewissheit des Sieges kündete, wurde in revolutionären Kreisen als die Revolution aufgefasst und das Poem auf einschlägigen Versammlungen vorgetragen. Nach dem Erfolg seiner Theaterstücke Die Kleinbürger (1901) und Nachtasyl (1902) war Gorki so populär, dass die verschiedenen Versuche des Regimes, gegen ihn vorzugehen, immer wieder Proteststürme auslösten. Gorki erhielt zum Beispiel Schlafverbot, d. h. er durfte nicht in Städten übernachten. Während einer Reise auf die Krim, wohin er wegen der Unterzeichnung eines Traktats gegen die offizielle Darstellung der erwähnten Demonstration verwiesen wurde, bereiteten ihm seine Freunde und Verehrer - unter ihnen Fjodor Schaljapin und Iwan Bunin - in Podolsk einen triumphalen Empfang. Gegen den Beschluss Zar Nikolaus II., Gorkis Ernennung zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften rückgängig zu machen, protestierten u. a. Anton Tschechow und Wladimir Korolenko. Nach seinem Protest gegen das Niedermetzeln unbewaffneter Zivilisten am 9. Januarjul./ 22. Januar 1905greg., dem so genannten Petersburger Blutsonntag, wurde er in der Peter-und-Pauls-Festung inhaftiert, aber, auch nach Protesten der ausländischen Presse, wieder freigelassen. In der kurzen Zeit der politischen Lockerung nach der Revolution von 1905 war Gorki über Veröffentlichungen und Versammlungen unermüdlich für die Revolution tätig. Bei der Zeitschrift Nowaja Shisn (Neues Leben), die er mitbegründet hatte, lernte er Lenin kennen, der dort als Chefredakteur arbeitete. Als das politische Klima wieder strenger wurde, ging er ins Ausland. In Frankreich agitierte er gegen eine Anleihe der westlichen Staaten an das nach dem Russisch-Japanischen Krieg geschwächte Russland. Als man die Anleihe doch gewährte, schrieb er das Pamphlet Das schöne Frankreich. In den USA sollte er Parteispenden sammeln, blieb aber relativ erfolglos, nachdem seine Gegner die Tatsache gegen ihn ausspielten, dass er mit seiner Begleiterin Marja Andrejewa nicht verheiratet war. In einem Landhaus in den Adirondacks-Bergen schrieb Gorki u. a. den Roman Die Mutter, den ihm Lenin später immer wieder als positives Beispiel seiner Literatur vorhielt und der in der Sowjetunion zum Klassiker wurde. Nach seiner offenen Agitation gegen die Anleihe war für Gorki eine Rückkehr nach Russland nicht möglich. Er verbrachte die Jahre 1907 bis 1913 auf der Insel Capri, wo er sich allerdings ausschließlich mit russischen und revolutionären Themen beschäftigte. Er gründet mit Lenins Unterstützung eine Schule für Revolutionäre und Propagandisten, empfing zahlreiche Besucher (z. B. den russischen Schriftsteller Nowikow-Priboj), die zu ihm pilgerten und beantwortete unzählige Briefe von Bürgern aus Russland, die sich mit ihren Sorgen und Hoffnungen an ihn wandten. In diese Zeit fiel Gorkis erste Auseinandersetzung mit Lenin. Gorki, für den die Religion immer eine wichtige Rolle gespielt hat, schloss sich den Theorien der Gotterbauer um Alexander Bogdanow an, die Lenin als "Abweichung vom Marxismus" verurteilte. Der Konflikt entspann sich vor allem um Gorkis Schrift Eine Beichte, in der er versuchte, Christentum und Marxismus zu versöhnen und flammte 1913 erneut auf, als Gorki in einer Schrift gegen den "zersetzenden Geist Dostojewskis" dafür plädierte, "die Gottsuche zeitweilig beiseite zu lassen". Am 22. Oktober 1927 beschloss die Kommunistische Akademie in einer Festsitzung anlässlich von Gorkis 35-jährigem Autorenjubiläum, ihn als proletarischen Schriftsteller anzuerkennen. Als Gorki bald darauf nach Sowjetrussland zurückkehrte, wurden ihm alle möglichen Ehrungen zuteil: Gorki bekam den Leninorden und wurde Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU. Sein sechzigster Geburtstag wurde im ganzen Land feierlich begangen, zahlreiche Institutionen, u. a. das Moskauer Künstlertheater und das Moskauer Literaturinstitut, wurden nach ihm benannt. Seine Geburtsstadt Nischni Nowgorod wurde 1932 in Gorki umbenannt. 1930 gründete er die Zeitschrift Sowjetunion. In zahlreichen literaturwissenschaftlichen Werken der Zeit hob man jene Elemente seines Schaffens hervor, die in den Kanon des Sozialistischen Realismus passten, andere verschwieg man. Die Mutter, Gorkis einziges Werk, in dem der Held ein Fabrikarbeiter und damit ein echter Proletarier ist, sollte als Vorbild für die neue sowjetische Literatur dienen. In diesen letzten Lebensjahren bezeichnete Gorki selbst seine frühere Skepsis der Oktoberrevolution gegenüber als Irrtum, worauf ihn der Westen als Stalins Vorzeigeschriftsteller bezeichnete. Auf Reisen durch die Sowjetunion bestaunte er die Errungenschaften des Fortschritts. Die Schattenseiten schien er nicht zu bemerken. Er war Redakteur des Buches über den Weißmeer-Ostsee-Kanal, in dem eine Reihe bekannter Schriftsteller das Werk hunderttausender Zwangsarbeiter als große Errungenschaft besang. Die meiste Zeit verbrachte er in einer Villa in Moskau, wo er rund um die Uhr von Mitarbeitern des GUGB (KGB-Vorgängerorganisation) überwacht wurde. Er war - wie schon zuvor - um die Aufklärung der Bevölkerung und die Förderung junger Schriftsteller bemüht und gründete u. a. die bekannte Bibliographien-Reihe Das Leben bemerkenswerter Persönlichkeiten und die Zeitschrift Literarische Lehre, die jungen Autoren das literarische Handwerk beibringen will. Am 18. Juni 1936 starb Gorki, seine Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt. Um seine Todesursache rankten sich zahlreiche Gerüchte, so verfasste der Schriftsteller Gustaw Herling-Grudziński 1954 das Essay Die sieben Tode des Maxim Gorki, in dem er die unterschiedlichen Versionen zusammenstellte. Im dritten Moskauer Schauprozess von 1938 wurde der in Ungnade gefallene ehemalige NKWD-Chef Genrich Jagoda unter anderem beschuldigt, die Ermordung Gorkis und dessen Sohnes Maxim ( 1934) durch medizinische Fehlbehandlung veranlasst zu haben. Gorkis Sekretär und zwei seiner Ärzte wurden deswegen ebenso verurteilt und erschossen. Noch in den achtziger Jahren fanden sich in Literaturlexika als wahrscheinliche Todesursache "Ermordung durch sowjetischen Staatssicherheitsdienst". Heute wird jedoch überwiegend von einem natürlichen Tod als Folge des bereits angegriffenen Gesundheitszustands Gorkis ausgegangen
[SW: Büchergilde Gutenberg | Russische Literatur | Autbiographien | Maxim Gorki | Emil Zbinden]
Gorki, Maxim: Erzählungen und Skizzen. Einbandentwurf von Karl Stratil (1894-1958, deutscher Maler und Grafiker) SWA-Verlag Keine Auflagenangabe 1948 Berlin (Ost)
304S. 8°
Halbleinen Fadengehefteter, illustrierter Halbleineneinband mit Farbkopfschnitt. Der Einband berieben, kleines Loch im Rückenleinen, kleine Fehlstelle des Hinterdeckelpapiers, Papier allg. leicht nachgedunkelt, private Widmung zum Internationalen Frauentag auf Vorsatz, ansonsten gute Erhaltung. Maxim Gorki * 16. Märzjul./ 28. März 1868greg. in Nischni Nowgorod; 18. Juni 1936 in Gorki bei Moskau) war ein russischer Schriftsteller. Alexei Peschkow wuchs in ärmsten Verhältnissen auf, in einer Zeit, in der das Elend der Massen in Russland zu einem wichtigen Thema der literarischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung geworden war. Sein Großvater war Wolgatreidler, sein Vater, der früh starb, Tischler. Die Familie lebte häufig in Kellerlöchern; körperliche Gewalt innerhalb der Familie war nichts Außergewöhnliches. Ab seinem zehnten Lebensjahr musste Alexei - zunächst als Lumpensammler - selbst Geld verdienen. Ehe er von seiner literarischen Tätigkeit leben konnte, arbeitete er u. a. als Laufjunge, Küchenjunge, Vogelhändler, Verkäufer, Ikonenmaler, Schiffsentlader, Bäckergeselle, Maurer, Nachtwächter, Eisenbahner und Rechtsanwaltsgehilfe. In den späten 1880er Jahren kam er in Kasan, wo er sich erfolglos um eine Aufnahme an der Universität bemühte, erstmals in Kontakt mit der revolutionären Bewegung. Er arbeitete bei einem Bäcker, dessen Laden gleichzeitig Bibliothek eines marxistischen Geheimzirkels war. Er las viel und eignete sich als Autodidakt ein umfassendes, aber unsystematisches Wissen an. Die unüberwindliche Kluft zwischen ihm und der studierenden Jugend machte ihm schwer zu schaffen und war möglicherweise der Grund für einen 1887 begangenen Selbstmordversuch, bei dem er sich in die Brust schoss. Allerdings werden auch der Tod seiner Großeltern in diesem Jahr und eine unerwiderte Liebe als Ursachen vermutet. 1889 wurde die zaristische Polizei wegen seiner revolutionären Kontakte erstmals auf ihn aufmerksam. Im selben Jahr legte er dem Schriftsteller Wladimir Korolenko ein Poem vor und erntete eine schonungslose Kritik. Er wandte sich vorläufig von der Literatur ab und zog zu Fuß durch Russland, die Ukraine und über den Kaukasus bis nach Tiflis. Dort kam er mit Revolutionären und Studenten in Kontakt, die ihn ermunterten, seine Erlebnisse literarisch festzuhalten. Seine erste Erzählung Makar Tschudra, die am 12. September 1892 in der Provinzzeitung Kawkas erschien, unterzeichnete Alexei Peschkow mit dem Pseudonym Maxim Gorki (der Bittere). Gorki zog nach Samara, wo er auf Vermittlung Korolenkos eine Stelle als Journalist bei einer Provinzzeitung bekam. 1894 gelang ihm mit der Erzählung Tschelkasch der Durchbruch als Schriftsteller. Auch die 1898 veröffentlichten Skizzen und Erzählungen wurden ein großer Erfolg. 1901 verfasste er nach einer Studentendemonstration in Sankt Petersburg, die durch das brutale Eingreifen der Polizei in einem Massaker endete, das Lied vom Sturmvogel. Der Sturm, von dem dieser Vogel mit der Kraft des Zorns, der Flamme der Leidenschaft und der Gewissheit des Sieges kündete, wurde in revolutionären Kreisen als die Revolution aufgefasst und das Poem auf einschlägigen Versammlungen vorgetragen. Nach dem Erfolg seiner Theaterstücke Die Kleinbürger (1901) und Nachtasyl (1902) war Gorki so populär, dass die verschiedenen Versuche des Regimes, gegen ihn vorzugehen, immer wieder Proteststürme auslösten. Gorki erhielt zum Beispiel Schlafverbot, d. h. er durfte nicht in Städten übernachten. Während einer Reise auf die Krim, wohin er wegen der Unterzeichnung eines Traktats gegen die offizielle Darstellung der erwähnten Demonstration verwiesen wurde, bereiteten ihm seine Freunde und Verehrer - unter ihnen Fjodor Schaljapin und Iwan Bunin - in Podolsk einen triumphalen Empfang. Gegen den Beschluss Zar Nikolaus II., Gorkis Ernennung zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften rückgängig zu machen, protestierten u. a. Anton Tschechow und Wladimir Korolenko. Nach seinem Protest gegen das Niedermetzeln unbewaffneter Zivilisten am 9. Januarjul./ 22. Januar 1905greg., dem so genannten Petersburger Blutsonntag, wurde er in der Peter-und-Pauls-Festung inhaftiert, aber, auch nach Protesten der ausländischen Presse, wieder freigelassen. In der kurzen Zeit der politischen Lockerung nach der Revolution von 1905 war Gorki über Veröffentlichungen und Versammlungen unermüdlich für die Revolution tätig. Bei der Zeitschrift Nowaja Shisn (Neues Leben), die er mitbegründet hatte, lernte er Lenin kennen, der dort als Chefredakteur arbeitete. Als das politische Klima wieder strenger wurde, ging er ins Ausland. In Frankreich agitierte er gegen eine Anleihe der westlichen Staaten an das nach dem Russisch-Japanischen Krieg geschwächte Russland. Als man die Anleihe doch gewährte, schrieb er das Pamphlet Das schöne Frankreich. In den USA sollte er Parteispenden sammeln, blieb aber relativ erfolglos, nachdem seine Gegner die Tatsache gegen ihn ausspielten, dass er mit seiner Begleiterin Marja Andrejewa nicht verheiratet war. In einem Landhaus in den Adirondacks-Bergen schrieb Gorki u. a. den Roman Die Mutter, den ihm Lenin später immer wieder als positives Beispiel seiner Literatur vorhielt und der in der Sowjetunion zum Klassiker wurde. Nach seiner offenen Agitation gegen die Anleihe war für Gorki eine Rückkehr nach Russland nicht möglich. Er verbrachte die Jahre 1907 bis 1913 auf der Insel Capri, wo er sich allerdings ausschließlich mit russischen und revolutionären Themen beschäftigte. Er gründet mit Lenins Unterstützung eine Schule für Revolutionäre und Propagandisten, empfing zahlreiche Besucher (z. B. den russischen Schriftsteller Nowikow-Priboj), die zu ihm pilgerten und beantwortete unzählige Briefe von Bürgern aus Russland, die sich mit ihren Sorgen und Hoffnungen an ihn wandten. In diese Zeit fiel Gorkis erste Auseinandersetzung mit Lenin. Gorki, für den die Religion immer eine wichtige Rolle gespielt hat, schloss sich den Theorien der Gotterbauer um Alexander Bogdanow an, die Lenin als "Abweichung vom Marxismus" verurteilte. Der Konflikt entspann sich vor allem um Gorkis Schrift Eine Beichte, in der er versuchte, Christentum und Marxismus zu versöhnen und flammte 1913 erneut auf, als Gorki in einer Schrift gegen den "zersetzenden Geist Dostojewskis" dafür plädierte, "die Gottsuche zeitweilig beiseite zu lassen". Am 22. Oktober 1927 beschloss die Kommunistische Akademie in einer Festsitzung anlässlich von Gorkis 35-jährigem Autorenjubiläum, ihn als proletarischen Schriftsteller anzuerkennen. Als Gorki bald darauf nach Sowjetrussland zurückkehrte, wurden ihm alle möglichen Ehrungen zuteil: Gorki bekam den Leninorden und wurde Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU. Sein sechzigster Geburtstag wurde im ganzen Land feierlich begangen, zahlreiche Institutionen, u. a. das Moskauer Künstlertheater und das Moskauer Literaturinstitut, wurden nach ihm benannt. Seine Geburtsstadt Nischni Nowgorod wurde 1932 in Gorki umbenannt. 1930 gründete er die Zeitschrift Sowjetunion. In zahlreichen literaturwissenschaftlichen Werken der Zeit hob man jene Elemente seines Schaffens hervor, die in den Kanon des Sozialistischen Realismus passten, andere verschwieg man. Die Mutter, Gorkis einziges Werk, in dem der Held ein Fabrikarbeiter und damit ein echter Proletarier ist, sollte als Vorbild für die neue sowjetische Literatur dienen. In diesen letzten Lebensjahren bezeichnete Gorki selbst seine frühere Skepsis der Oktoberrevolution gegenüber als Irrtum, worauf ihn der Westen als Stalins Vorzeigeschriftsteller bezeichnete. Auf Reisen durch die Sowjetunion bestaunte er die Errungenschaften des Fortschritts. Die Schattenseiten schien er nicht zu bemerken. Er war Redakteur des Buches über den Weißmeer-Ostsee-Kanal, in dem eine Reihe bekannter Schriftsteller das Werk hunderttausender Zwangsarbeiter als große Errungenschaft besang. Die meiste Zeit verbrachte er in einer Villa in Moskau, wo er rund um die Uhr von Mitarbeitern des GUGB (KGB-Vorgängerorganisation) überwacht wurde. Er war - wie schon zuvor - um die Aufklärung der Bevölkerung und die Förderung junger Schriftsteller bemüht und gründete u. a. die bekannte Bibliographien-Reihe Das Leben bemerkenswerter Persönlichkeiten und die Zeitschrift Literarische Lehre, die jungen Autoren das literarische Handwerk beibringen will. Am 18. Juni 1936 starb Gorki, seine Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt. Um seine Todesursache rankten sich zahlreiche Gerüchte, so verfasste der Schriftsteller Gustaw Herling-Grudziński 1954 das Essay Die sieben Tode des Maxim Gorki, in dem er die unterschiedlichen Versionen zusammenstellte. Im dritten Moskauer Schauprozess von 1938 wurde der in Ungnade gefallene ehemalige NKWD-Chef Genrich Jagoda unter anderem beschuldigt, die Ermordung Gorkis und dessen Sohnes Maxim ( 1934) durch medizinische Fehlbehandlung veranlasst zu haben. Gorkis Sekretär und zwei seiner Ärzte wurden deswegen ebenso verurteilt und erschossen. Noch in den achtziger Jahren fanden sich in Literaturlexika als wahrscheinliche Todesursache "Ermordung durch sowjetischen Staatssicherheitsdienst". Heute wird jedoch überwiegend von einem natürlichen Tod als Folge des bereits angegriffenen Gesundheitszustands Gorkis ausgegangen.
[SW: Russische Literatur | Erzählungen | Maxim Gorki | Karl Stratil]



