Grimm

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Grimm, Hans Franke, Manfred: Grimm ohne Glocken. Ambivalenzen im politischen Denken und Handeln des Schriftstellers Hans Grimm. Köln: SH Vlg. 2009.
Heutzutage ist der Name des Schriftstellers Hans Grimm nur noch wenigen bekannt, "Volk ohne Raum" dagegen noch vielen geläufig, als ein auch in den "Büchmann" aufgenommenes Schlagwort, nicht als Titel des Buches, das 1356 Seiten umfasst und in mehreren Auflagen gedruckt wurde. Etwa eine Million Exemplare sollen verkauft worden sein. Kein Wunder, dass der Bekanntheitsgrad Grimms auf dieses Buch zurückgeht. Noch weniger erstaunlich, dass die Nationalsozialisten sich des schlagwortartigen Buchtitels bemächtigten, konnte er doch geopolitisch eingesetzt werden. "Volk ohne Raum" wurde zur Devise für die spätere Eroberungspolitik Hitlers, vor allem in Polen und der UdSSR. Aus seinem antidemokratischen und antiliberalen Denken hat Grimm, der sich gegenüber Goebbels als "Nationalsozialist außerhalb der Partei" bekannte, nie ein Hehl gemacht. Seit 1927 mit Goebbels freundschaftlich verbunden, wurde Grimm 1933 zum Senator der Preußi-schen Akademie der Künste ernannt und war zwischen 1933 und 1935 Präsidialrat der Reichsschrifttumskammer. "Volk ohne Raum" hatte Grimm so bekannt gemacht, dass er schon 1928 zu einem von ihm angestrebten Gespräch bei Hitler vorgelassen wurde. Zu denen, die außerdem mit Grimm zusammenkamen, gehörten neben anderen der Politiker Alfred Hugenberg, der Journalist Paul Fechter, der Schriftsteller Arnolt Bronnen, aber auch der Diplomat Ulrich von Hassell, in späteren Jahren führendes Mitglied des Widerstands. Anhänger Grimms betonen gern diese andere Seite in seiner Biographie: Ab 1934 veranstaltete Grimm - ohne parteiliche Erlaubnis - die "Lippoldsberger Dichtertreffen". Deren etwas "negative Tendenz" und Briefe Grimms an Innenminister Frick über Wahlfälschungen führten zum Konflikt mit seinem einstigen Förde-rer Goebbels, der dem Schriftsteller gar mit KZ-Einweisung drohte. Danach kühlte Grimms Begeisterung für den Nationalsozialismus etwas ab - ganz erloschen ist sie nie. Immerhin: Seine Position in Akademie und Reichsschrifttumskammer führten dazu, dass er oft um Hilfe und Rat gebeten wurde, die er bereitwillig gab, ohne dabei politische Rücksichten zu neh-men. Als Grimms ehemaliger militärischer Vorgesetzter Paul Landau seiner jüdischen Her-kunft wegen die Existenzgrundlage zu verlieren drohte, versuchte Grimm ihm gemeinsam mit dem Balladendichter Börries von Münchhausen versuchten Landau zu helfen, letztlich ver-geblich. Andererseits hat Grimm kaum eine Gelegenheit ausgelassen, seine Distanz zu Ju-den und besonders zu jüdischen Kollegen zu betonen. Nach 1945 verstieg er sich sogar da-zu, die Anzahl der ermordeten Juden schlichtweg in Abrede zu stellen. Grimm konnte für sich geltend machen, nie "Pg." gewesen zu sein. An Hitler freilich hielt er mit Einschränkungen fest: "Ich schätze Hitler nicht als ersten Ranges. Aber wer ist das über-haupt? Er hat etwas zuwege gebracht aus der Not der Zeit heraus, was unbedingt notwendig ist, und was wir anderen nicht zuwege gebracht haben, und was, wenn wir überhaupt eine nationale Zukunft haben wollen, unbedingt nicht verloren gehen darf ,sondern nur wieder sauber gemacht werden muss." Im übrigen unterschied er einen angeblich ursprünglichen, sauberen Nationalsozialismus vom "Hitlerismus". Und nach Kriegsende schlug er neonazisti-sche Töne an. Wer also war Hans Grimm? Manfred Franke liefert in diesem Buch einen Beitrag zur Klärung seines politischen Denkens. Er hat dazu den Nachlass Hans Grimm herangezogen, der im Deutschen Literaturarchiv in Marbach / Neckar (DLA) aufbewahrt wird. Franke wertet insbe-sondere Grimms Briefe aus, denn in ihnen hat sich Grimm oft unmittelbarer geäußert als in den von vornherein zur Publikation bestimmten Texten. Franke zitiert aus zahlreichen bisher unveröffentlichten Quellen und leistet nicht nur einen Beitrag zur politischen Biographie Hans Grimms, sondern gibt auch wesentliche Einblicke in das Beziehungsgeflecht völkisch-nationaler und nationalsozialistischer Intellektueller bis in die Anfänge der Bundesrepublik hinein - ein Kontinuum also weit über die NS-Zeit hinaus.

200 S. Kart. *neuwertig*

[SW: Geschichte]

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Grimm, Jacob und Wilhelm - Denecke, Ludwig / Greverus, Ina-Maria (Hrsg.). Brüder Grimm Gedenken 1963. Gedenkschrift zur hundertsten Wiederkehr des Todestages von Jacob Grimm. In Zusammenarbeit zwischen dem Brüder Grimm-Museum Kassel und dem Institut für mitteleuropäische Volksforschung an der Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit Gerhard Heilfurth herausgegeben von Ludwig Denecke und Ina-Maria Greverus. Marburg, Elwert, 1963.
= Hessische Blätter für Volkskunde; Bd. 54. Enthaltene Beiträge: Heinrich Bott, Die Vorfahren der Brüder Grimm im Hanauer Land / Robert Friderici, Harmonie und Dissonanz. Ludwig Hassenpflug und seine Schwäger Jacob, Wilhelm und Ludwig Emil Grimm / Theodor Kochs, Der Anteil Göttingens an der Geschichte des Deutschen Wörterbuches der Brüder Grimm u.a. sowie einige Beiträge zur Rezeptionsgeschichte und Einfluß der Grimm'schen Märchen auf die Volkskunde in Österreich, Jugoslawien, Tschechien, Rußland, Flandern, Niederlande, Schweiz, England, Vereinigte Staaten, Frankreich, Ungarn, Japan und Sardinien. Teils in englisch und französisch. - Einband leicht bestoßen und gebräunt, Schnitt gering fleckig.

Gr. 8°, IX, 610 Seiten. mit Titelportrait, 3 Textabbildungen und 15 ganzseitigen Abbildungen. Illustrierter Orig.Leinen mit Goldprägung.

[SW: Festschriften; Literatur; Literaturwissenschaft; Märchen; Sekundärliteratur; Volkskunde]

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Zwischen Identität und Image. Die Popularität der Brüder Grimm und ihrer Märchen in Hessen. (Hessische Blätter für Volks- und Kulturforschung 44/45). Marburg: Jonas Vlg. 2009.
Aus dem Inhalt: Harm-Peer Zimmermann: Zwischen Identität und Image. Die Popularität der Brüder Grimm in Hessen Richard Schaffer-Hartmann: Das Brüder Grimm-Denkmal in Hanau Welf-Gerrit Otto: Von Grimm war wenig die Rede. Wandlungen im Gebrauch des Hanauer Nationaldenkmals Welf-Gerrit Otto: Entrückte Orte. Zur Popularität der Märchenillustration von Otto Ubbelohde in Marburg und Umgebung Kerstin Pfriem: Öffentliche Benennungen nach den Brüdern Grimm in Hessen: Straßen und Schulen Dorothee Hemme: Die Deutsche Märchenstraße. Eine touristische Themenstraße auf den Spuren der Brüder Grimm Viola Schultze: Die Bedeutung der Märchen im 21. Jahrhundert am Beispiel dre Brüder Grimm Märchenfestspiele in Hanau Nicole Nieraad: Märchen-Spaß und Grimms-Krams. Die "Marke Grimm" im hessischen Kultur- und Tourismusmarketing Bernhard Lauer: Wem gehört "Sneewittchen"? Ein beitrag zur Verortung von Märchenstoffen und zur Herausbildung von Stereotypen Welf-Gerrit Otto: Das Superweib vom Märchenteich. Kontroversen um eine Skulptur der Frau Holle auf dem Hohen Meißner Toshio Ozawa: Grimm in Japan Yun-Young Choi: Grimms Märchen in Korea unter besonderer Berücksichtigung der Sneewittchen-Rezeption Akemi Kaneshiro-Hauptmann: Märchenland Deutschland: Märchenhaftes Hessen? Die Brüder Grimm und ihre Märchen in japanischen Reiseführern und Reisebeschreibungen Ramona Kahl: Grimms Märchen im japanischen Comic. Ein Vergleich des Märchens und des Mangas "Die zwölf Jäger"

496 S., ca. 170 Abb. Br. *neuwertig*

[SW: Literaturwissenschaft]

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Grimm, Hans,
Grimm, Hans, Schriftsteller (1875-1959). Ms. Brief mit eigenh. U. Lippoldsberg, 2. VII. 1942. ½ S. 4to. An Robert Walter Kained mit Dank "für die freundliche Zusendung Ihres Buches All und Menschenwerk. Ich habe es nur angelesen, ich hoffe in der nächsten Woche in Ruhe dazu zu kommen. Ich möchte aber de Dank nicht aufschieben. An der schönen Sprache habe ich mich sehr gefreut [...]". - Grimms Frühwerk, insbesondere seine "Südafrikanische Novellen" (1913), fanden bei der Kritik schnell Anklang; mit dem Roman "Volk ohne Raum" (1926) "lieferte er den Nationalsozialisten das Schlagwort für ihre Kriegspolitik. Die sprachmächtig vorgetragene verhängnisvolle Verbindung eines Politikkonzepts aus dem 19. Jahrhundert mit der 'Lebensraum'-Ideologie ließ Grimm zwangsläufig zum literarischen Repräsentanten der nationalsozialistischen Herrschaft werden" (DBE). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Präsidenten der Reichsschrifttumskammer und zum Senator der Preußischen Akademie der Künste ernannt, zählte Grimm zu Hitlers und somit zu den Lieblingsautoren so ziemlich aller Nationalsozialisten. Seine von den nationalsozialistischen Organisationen unabhängig stattfindenden Versammlungen "deutschbewußter" Dichter, die sich unter dem Namen "Lippoldsberger Dichtertreffen" alljährlich in seinem Haus zusammengefunden haben, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. 1935 aus der RSK wegen politischer und ideologischer Differenzen entlassen, zog sich der zunehmend von der Partei Geschmähte, der er trotz allem nie angehört hatte, ins Privatleben zurück. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg verteidigte er u. a. in der erwähnten "Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen" (1950) den Nationalsozialismus als notwendiges Instrument gegen den vorandrängenden Bolschewismus. 1953 scheiterte Grimm als parteiloser Kandidat der neonazistischen Deutschen Reichspartei für die Bundestagswahlen, da die Partei die Hürde der neu eingeführten Fünf-Prozent-Klausel nicht bewältigte; im Jahr darauf erschien die erwähnte Verteidigungsschrift "Warum-woher, aber wohin?". Vgl. Kosch VI, 811f. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

Grimm, Hans, Schriftsteller (1875-1959). Ms. Brief mit eigenh. U. Lippoldsberg, 2. VII. 1942. ½ S. 4to. An Robert Walter Kained mit Dank "für die freundliche Zusendung Ihres Buches All und Menschenwerk. Ich habe es nur angelesen, ich hoffe in der nächsten Woche in Ruhe dazu zu kommen. Ich möchte aber de Dank nicht aufschieben. An der schönen Sprache habe ich mich sehr gefreut [...]". - Grimms Frühwerk, insbesondere seine "Südafrikanische Novellen" (1913), fanden bei der Kritik schnell Anklang; mit dem Roman "Volk ohne Raum" (1926) "lieferte er den Nationalsozialisten das Schlagwort für ihre Kriegspolitik. Die sprachmächtig vorgetragene verhängnisvolle Verbindung eines Politikkonzepts aus dem 19. Jahrhundert mit der 'Lebensraum'-Ideologie ließ Grimm zwangsläufig zum literarischen Repräsentanten der nationalsozialistischen Herrschaft werden" (DBE). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Präsidenten der Reichsschrifttumskammer und zum Senator der Preußischen Akademie der Künste ernannt, zählte Grimm zu Hitlers und somit zu den Lieblingsautoren so ziemlich aller Nationalsozialisten. Seine von den nationalsozialistischen Organisationen unabhängig stattfindenden Versammlungen "deutschbewußter" Dichter, die sich unter dem Namen "Lippoldsberger Dichtertreffen" alljährlich in seinem Haus zusammengefunden haben, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. 1935 aus der RSK wegen politischer und ideologischer Differenzen entlassen, zog sich der zunehmend von der Partei Geschmähte, der er trotz allem nie angehört hatte, ins Privatleben zurück. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg verteidigte er u. a. in der erwähnten "Erzbischofsschrift. Antwort eines Deutschen" (1950) den Nationalsozialismus als notwendiges Instrument gegen den vorandrängenden Bolschewismus. 1953 scheiterte Grimm als parteiloser Kandidat der neonazistischen Deutschen Reichspartei für die Bundestagswahlen, da die Partei die Hürde der neu eingeführten Fünf-Prozent-Klausel nicht bewältigte; im Jahr darauf erschien die erwähnte Verteidigungsschrift "Warum-woher, aber wohin?". Vgl. Kosch VI, 811f. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]

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