Der Steindruck oder Lithographie wurde vor über 200 Jahren von dem Künstler und Erfinder Alois Senefelder (1771-1834) entwickelt. Neben der Erfindung des Druckes mit beweglichen Lettern von Johannes Gutenberg (um 1400-1468) und der Schnellpresse von Friedrich Koenig (1774-1833) ist die Lithographie eine der drei großen Erfindungen Deutschlands im Druckwesen.

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Die Lithographie, aus dem altgriechischen λίθος (Stein) und γράφειν (schreiben), gehört als einziges Flachdruckverfahren zu den originalen Drucktechniken.

Alois Senefelder

Nach dem Studium der Rechts-wissenschaften wandte er sich der dramatischen Kunst zu. Die Idee zur Erfindung eines Druckverfahrens wuchs aus dem Wunsch seine eigenen Werke selbst vervielfältigen zu können. Es brauchte verschiedenste Versuche (Stahl, Siegelwachs, Birnbaumholz usw.), bis er 1796 auf Stein schreiben konnte. Und es dauerte wieder einige Zeit, bis sein Druckverfahren 1799 ausgereift war.

Nach ihrer Erfindung wurde dieses Druckverfahren vorerst zum Druck von Text und Noten eingesetzt. Im Laufe des 19. Jahrhundert wurde die Lithographie durch Experimentieren und Adaptieren mit der Zeit zu einem etablierten Druckprozess. Erst einige Jahre später wurden mit Hilfe dieser Technik auch Bilder reproduziert und der Weg zur Künstler-Lithographie war geebnet.

Für den Vorgang wird ein plangeschliffener Stein als Druckplatte genutzt. Darauf wird gezeichnet und anschließend wird der Stein mit Wasser benetzt. Die Poren des Steins saugen das Wasser auf, so dass beim Aufwalzen der Druckerschwärze nur die mit Fettkreide oder -tinte bezeichneten Stellen die Farbe annehmen, alle übrigen Flächen sie aber abstoßen. Dann erfolgt durch direktes Anpressen des Papiers auf den Stein der eigentliche Druckvorgang.

Das allgemeine Interesse an dem Druckverfahren selbst ist eher gering, die Qualität des Drucks spielt allerdings eine wichtige Rolle und sollte daher immer geprüft werden. Das Besondere an einer Lithographie ist, dass die Kunstwerke in kleinen Auflagen aus einer Originalzeichnung des Künstlers produziert werden.

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Die Lithographien, die direkt vom Originalstein gedruckt wurden, werden als Original-Lithographie bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um Reproduktionen; eine Original-Lithographie hat das Potenzial von großem Wert zu sein – selbst wenn es sich 'nur' um eine Postkarte von Paul Klee handelt.

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Ein Originalwerk von einem berühmten Künstler ist häufig eine kostspielige Angelegenheit. Eine Original-Lithographie hingegen kann recht erschwinglich und trotzdem ein exklusives Kunstwerk von Qualität und Wert sein. Es gibt keine Massenproduktion, sondern immer nur eine begrenzte Zahl an Drucken. Die Zahl des Drucks ist häufig auf den Kopien festegehalten und manchmal sind sie außerdem vom Künstler signiert.

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Die Auswahl an lithographischer Kunst ist breitgefächert: abstrakte Kunst, Vögel, Tiere, Porträts und Federzeichnungen. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Nicht nur die großen, bekannten Namen der Kunstszene sind interessant: auch unbedeutende Künstler haben wunderbare Drucke erschaffen und diese sind oftmals erschwinglicher.

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Es ist immer gut zuerst den Künstler zu recherchieren – gibt es eine große Auflage des Drucks oder nur eine Handvoll Abzüge? Der Seltenheitswert spielt ein Rolle beim Preis. Museen und Gallerien sind gute Ausgangspunkte, um einen ersten Überblick zu bekommen. Künstlerbiogaphien sind außerdem hilfreich. Warum sind einige Litographen bedeutender als andere?

Was ist die Hintergrundgeschichte des Artikels? Handelt es sich um ein Einzelkunstwerk oder eine Illustration für ein Buch oder Magazin? Es kann auch ursprünglich Teil eines Werks gewesen sein und nun als Einzelstück ein Sammelobjekt darstellen.

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Die Entstehungsgeschichte und der Zustand der Lithographie sind wichtig. Wer waren die Vorbesitzer? Ist das Papier beschädigt? Flecken sind nicht immer Schönheitsfehler für ein handgedrucktes Werk, aber dennoch sollte die Qualität von Druck und Papier geprüft werden. Nach 100 Jahren kann ein Druck sicherlich einige Beeinträchtigungen aufweisen. War der Druck vielleicht gerahmt? Auch ein Rahmen, oder andere Anbringungsmöglichkeiten können Spuren hinterlassen.

Das Wichtigste zum Schluss: Die Auswahl sollte immer zuerst nach dem eigenen Geschmack getroffen werden, nicht nach einer möglichen Wertsteigerung. Ein Sammelstück ist immer in erster Linie eine Herzensangelegenheit.


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