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In den WarenkorbStrassburg, Ch. Müllers Erben, 1570, 8°, 1 Bl., 142 pp., im geprägten Schweinslederband von 1570; etwas gebräunt; feines Exemplar. Extrem seltene erste Ausgabe der "De secretis antimonij liber unus. Das ist, Von der grossen heymligkeit, des Antimonij die Artzney belangent. Durch den Edlen / und hochgelehrten Herrn Alexander von…Sichten / der wahren Philosophi, und Artzney Doctoren. Allen Medicus notwendig zu wissen. . (Hrsg. von M. Toxites). Gedruckt zu Straßburg / bey Christian Müllers Erben. Anno 1570." So schrieb Alexander von Suchten: "Derowegen sind wir nicht Goldmacher, sondern Arzt, so wir Alchymiam brauchen, den armen Krancken umb der Barmherzigkeit willen, damit zu dienen von GOTT verordnet, daß wir deren große Noth betrachten, und und angelegen seyn lassen. Daß die göttliche Kunst der Alchymey von bösen Buben, deren jetzt die Welt voll ist, Betrug und Arglistigkeit wegen, damit sie hoch und niedriges standes Personen ansetzen, in großen Verachtung gerathen ist, als were diese GOTTES Gab allein Triegerei, was gehet das uns an ? Es ist uns leid, daß man das mißbraucht, was uns zur Wiederbringung und Erhaltung des Menschen Gesundheit von GOTT geoffenbahret worden." Alexander von Suchten, Arzt, Dichter und Chemiker, ist besonders als Anhänger Paracelsus' bekannt. Sein vorliegendes Werk begründete seinen Ruhm als Chemiker; es wurde fast 100 Jahre lang in den verschiedensten Bearbeitungen nachgedruckt. "Zum Adressaten Suchten richtete seine Antimonmonographie an Medizinstudenten, junge Kandidaten der Medizin, schuf indes kein von Anforderungen universitären Lehrens und Lernens, insbesondere kein von pädagogischer Rücksichtnahme auf beschränkte Rezeptionsfähigkeiten geprägtes »Schulwerk». Seine Adressatenwahl verdankte sich vielmehr Suchtens Hoffnung, in der studentischen 'Jugend' eine fachlich vorurteilslose Leserschaft zu finden. Unterrichtssprache für akademische Mediziner bildete (noch weitgehend unangefochten) das Latein; um aber eine Hauptkonkurrentin der lateinbestimmten Schulmcdizin, die landessprachig gebundene »Außenseitermedizin» zu bekämpfen, wählte Suchten als Wissenschaftssprache Deutsch (De secretis antimonii, ed. Toxites, 1570, S. 101): »Diß Büchlin ist darumb teutsch geschriben/ damit alle die/ so allein teutsch verstehen/ auch die handwercks leüt/ vnd Landfarer so des Antimonium tra[S. 102) cticren/ machen/ vnd verkauflfen/ sehen mögen/ das es jnen nit zügehörc mit disen dingen vmbzügehen die sie nit verstehen«. Suchtens Adressat ist kein landessprachig gebundener Laienarzt, auch nicht der sozial- und bildungsgeschichtliche Proteus »gemeiner Mann«, sondern der junge lateinver-wurzelte Mediziner an den aristotelisch-galenistischen Fakultäten der Hohen Schulen: Dieser Adressat signalisiert nichts geringeres als das allmähliche Vordringen der paracelsistischen Alchemia medica auf einen akademisch-gelehrten Hauptschauplatz, die Universität. Die Gegenwart als Endzeit, in der Satan mit Hilfe gelehrter Mediziner versuche, Medizinstudenten von einer »Gabe Gottes», der Antimonarznei, abzuschrecken. Damit aber diese therapeutisch wertvolle »Gabe Gottes» nicht verloren gehe, habe er, Suchten, die vorliegende Antimonmonographie verfaßt. Er habe sie nicht aus Paracclsica und anderen Werken kompiliert, sondern nur beschrieben, »was vnser [Suchtens] äugen gesehen/ vnsere hende begriffen haben/ vnd die Experientz bestetet«. ÜBERLIEFERUNG - A. von Suchten, Vorrede an Medizinstudenten (1570), in: von Suchten, Alexander: Liber vnus De secretis Antimonij. Das ist/ Von der gros/[!]sen heymligkeit/ des Antimonij die Artzney belangent, hrsg. von Michael Toxites, Straßburg: Christian Müllers Erben 1570 (Expl. Rom, Bibliotheca Apostólica Vaticana), S. 25-29 (A). Die Erstausgabe der Antimonmonographie Suchtens gelangte in zwei Titelblattfassungen auf den Markt. Titelblatterstfassung: »De Secretis Antimonij liber vnus. Das ist [.] Durch [.] Allexander von Sichten« (Expl. München, SB, .