Verlag: J. Petreius, Nürnberg, 1547
Anbieter: Georg Schneebeli :: Rare Books & Prints, Zürich, Schweiz
Erstausgabe
Hardcover. Zustand: Gut bis sehr gut. 1. Auflage. Erstausgabe einer der frühesten Abhandlungen über Architektur nördlich der Alpen. 4 Bücher mit 9 separat paginierten Teilen in 1 Bd. Restaurierter Leder-Einband über Holzdeckeln auf 4 Bünden, die Buchdeckel mit blindgeprägter Rollbandornamentik und Streicheisenverzierungen, mit blindgeprägter Jahreszahl auf dem Vorderdeckel «1547». Quartband 31 × 21 cm (Blatt); [6], 42, 52, 47 Bll., [1 Vakat-Bl.], 52, 47 Bll., [4 Bl. (von 5)], 47 Bll., [1 Bl.], 9 Bll., [1 Vakat-Bl.], [3], 18 (von 19; Bl. 7 fehlt), 12 Bll. Mit 329 teils ganzseitigen Holzschnitten von 301 Stöcken. Der Buchblock mit Blattweiser ausgestattet. Ref.: VD16 R 4001; Adams R 986; Benzing (Ryff) 180; Millard III, 110 Zustand: Der Ledereinband restauriert, Buchrücken und Kanten erneuert, darin eingelassen die alten Deckel. Die Spiegel erneuert. Der Buchblock durchgängig leicht gebräunt, stellenweise etwas fingerfleckig (die Titelseite etwas stärker), stellenweise leicht wasserrandig im Bund und am Kopf. Im ersten Fünftel kleine Wurmlöchlein (nur wenig Textverlust), im letzten Teil, Blatt VIII zwei Einschnitte im Papier, handschriftliche Notiz von alter Hand auf der Titelseite. Provenienz: Auf vorderem Spiegel aufgezogen ein Brief mit handschriftlicher Besitzvermerk, datiert 1822. Ein weiterer Besitzvermerk auf dem Vorsatz «Franz Gemer 1896». Notizen: Bei Walter Ryffs «Architectur» handelt es sich um eine der frühesten Abhandlungen über Architektur nördlich der Alpen. Seine Texte basieren in erster Linie auf Quellen italienischer Autoren wie Vitruv, Sebastiano Serlio oder Cesare Cesariano, die er dem deutschen Publikum erstmals in Übersetzung zugänglich macht. Im Gegensatz zu seinen italienischen Vorbildern, die sich auf theoretische Ansätze, sprachliche Reinheit und Treue zur klassischen Antike fokussierten, verstand Ryff die Architektur als «mathematische vnd mechanische Kunst». Seine Abhandlung richtete sich daher auch an Baumeister und Ingenieure. Das Werk ist in drei bzw. vier Abschnitte gegliedert: «Perspektive und Geometrie» (Teil I), «Ballistik und Artillerie» (Teil II) sowie «Geometrische Messverfahren» (Teil III). Den Abschluss bildet eine Abhandlung über «Masse und Gewichte». Es präsentiert eine einheitliche Sichtweise auf technisches Wissen und betrachtet das Bauwesen, den Festungsbau und das Vermessungswesen als Teil eines zusammenhängenden intellektuellen Feldes. Die «Architectur» übersetzt die Prinzipien Vitruvs in die Alltagssprache und macht dabei abstrakte Geometrie durch didaktische Illustrationen erlernbar. Durch die Verbindung von textlicher Klarheit und visueller Pädagogik erweiterte Ryff den architektonischen Diskurs, sodass dieser sowohl die Werkstatt als auch das wissenschaftliche Studium umfasste. Sein Buch zeigt, dass das Wissen des 16. Jahrhunderts nicht nur theoretischer oder handwerklicher Natur war, sondern dass beide Bereiche nicht unabhängig voneinander betrachtet werden können.
Basel, Sandoz, 1954. Folio. Orig. boards in slipcase. Separate notes to accompany plates. Facsimile reprint of edition of 1541, illustrated with engravings.
Verlag: [Basel, Sebastian Henricpetri 1575]., 1575
Anbieter: Antiquariat Burgverlag, Wien, Österreich
4°. Irriges Titelbl. in Rot und Schwarz (Faksimile der EA.), 17 Bll. (dav. 1 w.), 680 röm. num. Ss. 1Bl.; Lagenkollation: aa2-6, bb-cc 1-6, a-z1-6, A-Z 1-6, Aa-Kk1-6, Ll1-4. Letztes Bl. irrig eingebunden (nicht aus dieser Ausgabe), verso mit Druckermarke Henricpetris. Mit über 180, teils blattgr. Holzschnitt-Illustrationen. Mod. stummer Pergamentbd. dem Stil der Zeit nachempfunden, mit 4 Bindenbändern. Titelbl. als Faksimile eingebunden, einige Seiten leicht stockfleckig, wenige Bll. (teils auch jene mit Ill.) etwas knapp beschnitten. Ein Bl. mit ergänztem Eckabriss, Bl. XXXi/ii (c-iiii) knapp beschnitten (minimaler Darstellungsverlust). Kat. Ornamentstichsammlung Berlin, 1811; Graesse VI, 378; VD16 V 1766 - Zweite Auflage der erstmals 1548 erschienen deutschen Übersetzung des antiken Architekturtraktates von Vitruv (1. Jhd. v. Chr.). Die deutsche Übersetzung stammt von Walter Hermann Ryff (ca. 1500-1548), der bereits zuvor 1543 in Straßburg eine lateinische Vitruv-Ausgabe veröffentlicht hatte. Das im vorliegenden Exemplar eingebundene faksimilierte Titelblatt ist irrig und gehört zur Erstausgabe (Nürnberg, Petreius 1548), auch das letzte Textblatt ohne Paginierung und Lagennummer gehört nicht zum vorliegenden Exemplar (Kustode am letzten paginierten Textblatt nicht übereinstimmend). Das Blatt war für uns weder der Ausgabe Basel 1575 noch Basel 1614 zuzuordnen. Das Kolophon gibt an "Gedruckt zu Nürnberg durch Johann Petreius Anno M. D. XLVIII.", verso ist die auf den Kopf gestellte Holzschnitttdruckermarke des Basler Buchdruckers Sebastian Henricpetri zu sehen. Gewicht in Gramm: 4000.