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Erscheinungsdatum: 1909
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XVI Int. Med. Congress, Budapest: August-September 1909. - Druck des Franklin-Verein, Budapest, 1909, 8°, pp.80-110, orig. Broschur. Seltener Separatabdruck! "Durch die, mit der Luftpumpe angestellten grundlegenden Versuche von Boyle, Priestley, Davy und Magnus wurde die seinerzeit höchst überraschende Tatsache festgestellt, dass aus dem Blute unter vermindertem Druck, Gase entweichen und diese erhebliche Mengen freien Sauerstoffs enthalten. Die Zusammensetzung der Blutgase wurde später von Lothar Meyer/ Schöffer/ Pflüger und vielen anderen Forschern auf das Sorgfältigste geprüft. Die auf den Zusammenhang des Blutsauerstoffs mit irgend welchem Bestandteile des Blutes gerichteten Forschungen wurden erst nach der, durch F. Hoppe-Seyler erfolgten Einführung der spektroskopischen Prüfung des Blutes mit Erfolg gekrönt. Im Jahre 1864 machte Hoppe-Seyler die wichtige Beobachtung, dass zwischen der Lichtabsorption der, von ihrem Sauerstoff durch CO2-Strom oder Fäulniss befreiten und der mit Luft geschüttelten Hämoglobinlösung gewisse Unterschiede bestehen. Er teilte ferner den wichtigen Befund mit, dass die Hämoglobinkristalle, solange sie unzersetzt sind, lose gebundenen Sauerstoff enthalten, der sich durch Erwärmen im Vakuum entfernen lässt. Er beobachtete, dass die hellrote Färbung der "Blutkristalle" von ihrem Gehalte an lose gebundenem Sauerstoff herrührt. In demselben Jahre machte Stokes unabhängig von Hoppe-Seyler, die nicht minder wichtige Beobachtung, dass das Blut mit dem, nach ihm benannten müde wirkenden Reduktionsmittel behandelt, sein Absorptionsspektrum ändert. Er gab zugleich eine genaue Beschreibung des von ihm Cruorin genannten "reduzierten" Hämoglobins. " Diese Entdeckung gab einen direkten Beweis für den Zusammenhang des Blutfarbstoffs mit dem Blutfarbstoff und machte die physiologische Rolle dieses letzteren in grossen Zügen klar. Trotz der zahlreichen Beobachtungen und experimentellen Ergebnissen, welche auf diesem Gebiete vorliegen und zum Teil von klassischer Exaktheit sind, herrscht über die Detailfragen der Sauerstoffaufnahme durch das Hämoglobin keine volle Klarheit. Die Vorstellungen über die wichtigsten chemischen und physiologischen Eigenschaften des Hämoglobins, besonders über seine chemische Einheitlichkeit, seine Sauerstoffkapazität und die Dissoziationsspannung seiner Sauerstoffverbindung sind durchaus nicht einheitlich. Die Ansichten weichen am weitesten von einander bei der Betrachtung der physiologischen Verhältnisse ab. Die Unklarheiten finden ihre Erklärung in den besonderen Schwierigkeiten, welchen die Einschaltung, Erhaltung und Prüfung des chemisch reinen, unverdorbenen Hämoglobins unterworfen sind. Noch mehr als diese, trägt zu den Unklarheiten der Umstand bei, dass die. Unterscheidung des frischen, unverdorbenen Oxyhämoglobins von dem schon teilweise verdorbenen, auf einfachem spektroskopischem Wege nicht möglich ist. Die irrtümliche Beurteilung der Reinheit der untersuchten Präparate kann leicht zu Fehlschlüssen führen; wenn man für diese eine physiologisch wahrscheinlich klingende teleologische Erklärung findet, so gehen sie beinahe unaustilgbar in das Gemeinwissen über und kehren selbst nach ihrer mehrfachen Widerlegung stets wieder." Béla v. Reibold Béla Reinbold (1875-1927) war ein ungarischer Biochemiker.