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Pseud gustavus selenus (1 Ergebnisse)

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    Erste Ausgabe des klassischen Werkes über Schach, das erste gedruckte Schachbuch in deutscher Sprache. Dieses bedeutendste der frühen Werke zählt zu den schönsten Büchern über dieses Thema überhaupt. Es enthält den ersten deutschsprachigen Text über Schacheröffnung, dem eine Übersetzung von Ruy Lopez zugrunde liegt. Das Buch enthält auch viel über das Mittel- und Endspiel. Der große Wert des Buches "liegt in den ersten Kapiteln, die eine Geschichte des Schachs und eine ausführliche Literaturangabe zum Spiel beinhalten. Weiter sind Regeln, Spielverlauf und einzelne Partien nachzulesen. Das ikonographisch sehr interessante Titelkupfer (von Lucas Kilian?) zeigt Palamedes (oben bei der Belagerung Trojas) den legendären Erfinder des Schachs und Christoph Columbus (mit den Ei, unten). Beide tragen die Gesichtszüge des Herzogs. 'Rhythmo-Machia oder Vom Zahl-Kampf' ist wörtlich übersetzt ein Proportions-Kampf, ein Kampf der Zahlen untereinander. In Süddeutschland ist dieses Spiel bereits im 11. Jahrhundert nachgewiesen. Selenus greift bei seinen Ausführungen auf die italienische Fassung von Barozzi und auf die französische von Claude Boissière zurück. Dieses Brettspiel wird mit 4 verschiedenen Steinen gespielt, die ähnlich wie beim Schach aufgestellt werden. Ziel ist es, schnell im gegnerischen Feld eine harmonische (von der Zahlenordnung her) Reihenfolge von 3 Steinen aufzubauen und den anderen Spieler an eben dieser Aufgabe zu hindern" (Spielbücher und Graphik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Katalog der Ausstellung in der Hochschulbibliothek [Mozarteum] in Salzburg, 1993, Nr 4). Die dargestellten Partien folgen Ruy Lopez' berühmtem Schachbuch; Buch 5 enthält die erste deutsche Ausgabe von Barozzis 'Rhytmomachia'. Der Verfasser (1579-1660), gelehrter Fürst und bekannter Schachspieler, steht mit seinem Onkel Herzog Julius am Anfang der berühmten Bibliothek in Wolfenbüttel (Herzog August Bibliothek). Mit der berühmten doppelblattgroßen Tafel, die den Herzog beim Mattsetzen eines Gegners zeigt, sowie den beiden hier plano eingebundenen Tafeln zur Rythmomachie. Dem Buch fügte Herzog August seine erste deutsche Übersetzung der Rythmomachia des Francesco Barozzi (Venedig 1572) hinzu, ein pythagoreisches, obwohl mittelalterliches Zahlenspiel, das für seine Schwierigkeiten bekannt ist. Erster Druck der ersten Ausgabe, mit dem Druckfehlerverzeichnis auf der nicht numerierten Seite (496). Kupfertitel im unteren weißen Rand mit der Rasurstelle eines Namens; gering gebräunt. Selten, vor allem in einem kompletten, guten und breitrandigen Zustand wie hier. VD17 12:6527972E; Zollinger, Bibliographie der Spielbücher, I, 66; Schmid, Literatur des Schachspiels S. 116 ff.; Graesse VI 344; Van der Linde 2936 und Geschichte I 349-50; Herzog August-Katalog Wolfenbüttel 367 mit ausführlicher Darstellung der Druckgeschichte auf den Seiten 173 ff; Faber du Faur 422a.…