Sprache: Deutsch
Verlag: Berlin, Selbstverlag, 1995
Anbieter: Unterwegs Antiquariat M.-L. Surek-Becker, Berlin, Deutschland
Erstausgabe Signiert
22,5 x 25,5 cm. 46 S., 1 nn. Bl. mit zahlr. s/w Fotoabb. OLn. mit montiertem Deckelfoto. Die Nacht ist wie ein Augenblick, der ins Unendliche ausgedehnt wird, befreit von dem Vergehen der Zeit. Winfried gibt sich dem Raetselhaften und der Stille hin, er entdeckt seine Phantasien, seine Erinnerungen, seine Traeume in der Nacht, seine Bilderwelt hat in der Nacht ihren Ursprung. In der Nacht ist die staedtische Landschaft sich selbst ueberlassen, der Unterschied zu dem ruhelosen Leben des Tages verdient es, erfahren zu werden. Das ist seit 1988 das Thema des Photographen Winfried Mateyka. Er erlebt und gestaltet es narrativ, naemlich dann, wenn er nachts durch Neukoelln laeuft und auf einmal in Treptow landet. Oder erbetreibt - da ein Koeper den Schatten, den er wirft, niemals ueberspringen kann, man stets auf die eigene Geschichte stoesst - eine imaginaere Archaeologie des Selbst, findet und beschreibt die alten, oftmals verborgenen Dinge. Sie sind da, aber nicht zugaenglich. In seinen "Vergrabenen Selbstportraits" fuehrt er nicht die Welt vor, indem er Dinge und Orte freilegt, sondern er laesst ihnen ihre naechtliche Einsamkeit und Wuerde, laesst eine neue Welt, seine Welt entstehen. Der dichte Bezug aufsein Selbst, seine Erinnerungen, tritt in den juengsten Bildern aus Pitsidia zurueck. Sie lassen eine offenere Deutung zu, sie werden zur Geschichte des Betrachters, zu meiner Geschichte. Sie lassen mich nicht los, beunruhigen mich, haben jede Poesie verloren, in ihnen ist das Licht nur noch in den Abstufungen der Schatten erkennbar, sie erinnern an die Nacht des Krieges, an den Tod, an eine andere Welt. (Vorwort H. Jeggle).- Titelblatt gewidmet und signiert: Winfried, der Nachtphotograph.