Stiche. Es sind Lanzenstiche aus einer dunklen Ecke der Sprache und des Bewusstseins, des Lebens und des Todes, die darauf gewartet haben, geboren zu werden. Der Leser erlebt die Offenbarung von etwas, das auch tief in ihm selbst schlummert, auf ihn wartend, bedrohlich und zugleich durchsichtig und hell, wie Partikel, die ihre Spur in den Sinnen hinterlassen, ohne etwas anderes mitzuteilen, als dass sie unsichtbar und doch mit Bestimmtheit anwesend sind. Die Stiche von Mario Markus zeigen uns etwas, das in uns, in der Welt, in der Literatur sterben wird, sie zeigen uns etwas vom wunderbaren Tod des Fleisches und der Poesie.
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Nota Los poemas fueron escritos primero en español y publicados en el año 2007. Las aquí publicadas versiones alemanas de los poemas no son traducciones exactas, sino obras nuevas, en las cuales sólo se preserva la esencia de las ideas y los sentimientos de las versiones en español. En virtud de la libertad literaria del autor de ambas versiones, no se mantienen todas las expresiones verbales, siendo el objetivo lograr una adaptación a los ritmos y los sonidos del idioma alemán. Anmerkung Die Gedichte wurden zuerst in spanischer Sprache geschrieben und im Jahre 2007 publiziert. Die hier veröffentlichten deutschen Fassungen der Gedichte sind nicht exakte Übersetzungen, sondern neu erschaffene Werke, die auf den Grundgedanken bzw. Grundgefühlen der spanischen Versionen basieren. Dabei wurden, aufgrund der literarischen Freiheit des Autors beider Versionen, nicht alle Formulierungen beibehalten, mit der Absicht, auf die deutsche Sprache angepasste Rhythmen bzw. Wortklänge zu schaffen.
Die Stiche von Mario Markus Die chilenische Dichtung wandelt sich zu einer Kunst, die nicht nur durch ihre Erneuerung durch neue Dichter bedeutsam ist, sondern ebenso durch die große Tradition, die unlösbar verbunden ist mit einer Reihe von Dichtern, beginnend bei Mistral, Neruda, de Rokha und Huidobro über Gonzalo Rojas und Nicanor Parra, bis zur Generation von Teillier und Lihn, die dann mit jener von Hahn und Millan eine Strömung bildet, die nicht stillsteht. Sie ist vergleichbar, um sie irgendwie zu benennen, mit einem breiten Fluss, der von parallelen Flüssen umgeben ist, so dass, wenn wir alle berühmten Namen löschten, ein neues Land enstehen würde, so erstaunlich wie das Vorherige und das aus Dichtern bestünde, die noch nicht gelesen wurden, aber deren Größe, Einzigartigkeit und Stärke einer eigenen Landschaft würdig wäre. Es ist als müsste man ein neues Land erfinden, um ihnen allen das Recht eigener Nationalität, eines Territoriums zu geben, ganz einfach weil es unmöglich erscheint, dass ein einziges Land so viele bedeutende Dichter, so viele unterschiedliche und mächtige Stimmen hervorbringen kann. In dieses neue Land müsste man jetzt Mario Markus und sein Buch Stiche ansiedeln. Zwei Gedichte, beinahe zufällig ausgewählt, reichen aus, um zu verdeutlichen, dass dieses Werk nicht unter die Ebene der chilenischen Literaturpreisträger oder ihrer Anwärter gestellt werden sollte. Eines ist Jenseits der Bibel und ein anderes Die Genitalien des Bruders. Man kann einem Gedicht von der Stärke und dem Wahn von Die Genitalien des Bruders wenig hinzufügen. Dieses Gedicht ist mit den extremsten und verrücktesten Werken vergleichbar, die innerhalb der dichterischen Tradition geschaffen wurden und ist sicher wertvoller als Gedichte, die sich eher auf Ruhm und Namen eines Autors stützen, statt auf die Texte selbst. Lasst uns also bei der Dichtung von Mario Markus von einem privilegierten Bewusstsein reden, welches man auf jeder Seite des Buches sehen kann, von dem man aber sehr wenig in seinem Lebenslauf findet. Darin kann man lesen, dass dieser Autor ein renommierter Physiker eines Max-Planck-Instituts in Deutschland ist, dass dies sein erster Lyrikband und alles andere als ein Jugendwerk ist. (Streng genommen gab es vorher noch eines, das sehr früh und als eine Art Übung entstanden ist.) Doch keiner der wenigen Hinweise über sein Leben kann dem Gedichtband Stiche etwas hinzufügen, kann uns sagen, warum – inmitten der mangelnden öffentlichen Aufmerksamkeit und der Ablehnungen durch die Verlage – solche Gedichte, Worte, ja ganze Bereiche des menschlichen Seins, noch nicht niedergeschrieben oder zumindest so verfasst wurden, wie es bei Mario Markus jetzt der Fall ist. Garcia Marquez sagte einmal, die Gesamtheit der chilenischen Dichter sei ein einziger Dichter, was einiges erklären könnte. Es ist dies eine Art von Metapher, die auch mit der Bedrohung zusammenhängen mag, die die Dichtung und ihre Autoren empfinden: die des Todes der Poesie als Kunstform, ihr Aussterben, ihr endgültiges Schweigen. Es kann sein, dass die unglaubliche und erstaunliche Lebendigkeit der chilenischen Dichtung etwas mit der Hellsichtigkeit zu tun hat, die viele Sterbende durch-strömt, wenn sie kurz vor ihrem Tod erwachen. Es ist wie die Vorstellung der Geschwindigkeit der Sterne, der rasenden Geschwindigkeit, die sie erreichen, bevor sie von ihrem Schwarzen Loch, ihrem black hole, geschluckt werden. Die Gedichte von Mario Markus zeigen etwas von dieser Geschwindigkeit. Sie sind innerhalb vieler Jahre gewachsen, doch streng genommen wur-den sie vor kurzem und innerhalb sehr kurzer Zeit geschrieben, und zwar fast so, als hätten sie gewartet, dass ihr Autor bereit ist. Das sind die Stiche. Es sind Lanzenstiche aus einer dunklen Ecke der Sprache und des Bewusstseins, des Lebens und des Todes, die darauf warteten, geboren zu werden. Der Leser erlebt die Offenbarung von etwas, das auch tief in ihm selbst ist, auf ihn wartend, bedrohlich und zugleich durchsichtig und hell, wie Partikel, die ihre Spur in den Sinnen hinterlassen, ohne etwas anderes mitzuteilen, als dass sie unsichtbar und doch mit Bestimmtheit anwesend sind. Das Werk Stiche von Mario Markus zeigt uns etwas, das in uns, in der Welt, in der Literatur sterben wird, etwas über den wunderbaren Tod des Fleisches und der Poesie. Raúl Zurita
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Buch. Zustand: Neu. Neuware -Stiche. Es sind Lanzenstiche aus einer dunklen Ecke der Sprache und des Bewusstseins, des Lebens und des Todes, die darauf gewartet haben, geboren zu werden. Der Leser erlebt die Offenbarung von etwas, das auch tief in ihm selbst schlummert, auf ihn wartend, bedrohlich und zugleich durchsichtig und hell, wie Partikel, die ihre Spur in den Sinnen hinterlassen, ohne etwas anderes mitzuteilen, als dass sie unsichtbar und doch mit Bestimmtheit anwesend sind.Die Stiche von Mario Markus zeigen uns etwas, das in uns, in der Welt, in der Literatur sterben wird, sie zeigen uns etwas vom wunderbaren Tod des Fleisches und der Poesie.Pfeil, Dr. Friedrich, Hauptstraße 12 B, 85232 Bergkirchen OT Günding 128 pp. Deutsch, Spanisch. Artikel-Nr. 9783899372939
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