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Meine ersten 79 Jahre (Lübbe Biographien) - Hardcover

Isaac Stern; Chaim Potok

 
9783785720066: Meine ersten 79 Jahre (Lübbe Biographien)

Inhaltsangabe

An einem Oktobermorgen des Jahres 1937 besteigt ein 17jähriger junger Mann einen Bus in Manhattan. Er fährt bis an die Endstation. Bleibt sitzen. Fährt wieder zurück - bis zur Endstation - und erneut zurück. So geht das hin und her: sechs Stunden lang. Der junge Mann hat am Vortag sein Debüt als Geiger in New York gegeben. Verzweifelt und tief unzufrieden mit den Kritiken steht er nun vor der Entscheidung: alles hinwerfen oder noch härter arbeiten. Nach sechs Stunden ist die Entscheidung gefallen. Es beginnt die atemberaubende Karriere eines der bedeutendsten Geiger unseres Jahrhunderts: Isaac Stern. Geboren am 21. Juli 1920 in der Ukraine, kam er als Kleinkind mit seinen Eltern in die USA, beginnt relativ spät - im Alter von acht Jahren - mit dem Geigenunterricht. Doch große Fortschritte innerhalb kürzester Zeit lassen aufhorchen. In einem großen Bogen erzählt Isaac Stern in seiner Autobiographie den harten Weg eines hochbegabten Kindes zum Weltstar. Bei allem gesunden Selbstbewußtsein, das er zeigt, gewinnt der Autor durch seine humorvolle und selbstironische Darstellung schnell die Sympathie des Lesers. Stern erzählt ein Musikerleben, das eingebettet ist in seine Epoche: von der Vorkriegszeit über den zweiten Weltkrieg und die Ära des Kalten Krieges bis zu unserer sich wandelnden Welt im Zeitalter der Globalisierung. Schwer wiegt für Stern die Erfahrung, daß vielleicht nur die frühe Emigration der Eltern ihm das Schicksal vieler Juden in den von Deutschen besetzten Gebieten, auch der Ukraine, erspart hat. Zeit seines Lebens lehnte es der weltberühmte Geiger ab, in Deutschland und Österreich aufzutreten. Erst die Heirat seiner beiden Söhne und ihr Musikerleben in Deutschland haben ihn diesem Land, dessen große musikalische Tradition er bewundert und die Teil seines Lebens ist, wieder angenähert, so daß er 1999 die vieldokumentierten Meisterkurse in Köln gab. Durch solche Querbezüge wird aus der Autobiographie immer zugleich auch Epochendarstellung und Auseinandersetzung mit den großen Strömungen unserer Zeit. Während Stern von umjubeltem Konzert zu umjubeltem Konzert eilt, ist er auch immer politischer Beobachter und engagierter Kämpfer für die klassische Kultur als humanem Fundament unserer Welt. Da sind sein Auftritt in Rußland während des Kalten Krieges, sein Engagement für Israel, die Auseinandersetzung mit seinem Judentum und die berühmte China-Reise von 1979, deren unvergeßliche und bewegende Filmdokumentation mit dem "Oscar" prämiert wurde. Zahlreiche, mittlerweile berühmte Künstler wie Itzhak Perlman, Pinchas Zukerman, Midori und Yo-Yo Ma verdanken ihm ihre Entdeckung oder eine nachhaltige Förderung, und die Liste der zeitgenössischen Komponisten, die für ihn Werke schufen, liest sich wie ein Who is Who der Musik unserer Zeit. Und ohne sein beispielhaftes Engagement wäre eine der großen Konzerthallen der Welt, die Carnegie Hall, den Abrißbaggern der Renditehaie zum Opfer gefallen. Isaac Stern gelang es, eine Autobiographie zu schreiben, die bei aller Fülle der Dokumentation des eigenen Lebens dennoch über dieses Leben ins allgemein Menschliche hinausgreift und deren letzte Seiten ausklingen mit den anrührenden Einsichten eines älter werdenden Mannes, der seine Kräfte schwinden fühlt und der erkennt, daß bei allem Ruhm des Künstlers die Musik größer ist als er selbst.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.