Rituale und Tabus dienen in allen Gesellschaften zur Regulierung von sozialem Handeln, insofern sie Erwartungen über Ordnungsmuster und Verhaltensschemata festigen sowie Sanktionsmechanismen für regelwidriges und regelkonformes Verhalten bereitstellen. Die Regeln für Rituale und Tabus indes sind nicht immer leicht und allgemein zu formulieren, denn sie können nicht nur in hohem Maße von Kultur zu Kultur variieren, sondern auch innerhalb einer Gesellschaft gibt es hochgradig gruppen- und situationsspezifische Unterschiede. Insoweit Rituale und Tabus sprachlich sedimentiert und Gegenstand ästhetischer Modellierung sind, finden sie auch in den Textwissenschaften zunehmend Beachtung. Während Interaktionsrituale heute etablierter Gegenstand der Linguistik sind, bleibt die Untersuchung gerade von verbal manifestierten Tabus weiterhin Desiderat der Sprach- und Kulturwissenschaften im Allgemeinen sowie wie der interkulturellen Germanistik im Besonderen. Rituale als zugleich traditionsbildende und ordnungsschaffende routinisierte Handlungen und Tabus als zugleich selektiv wirkende und mit Sanktionen belegte Handlungen, sind symptomatisch für spezifische kulturelle Identitäten und führen im Falle von unterschiedlicher kultureller Prägung zu einem besonders starken Fremdheitserleben. Lerner einer fremden Sprache sollten daher nicht nur für die Tabus der Eigen- und Fremdkultur sensibilisiert werden, sondern auch ein Arsenal an Reparaturmechanismen und Kompensationsstrategien an die Hand bekommen, um im Falle einer Tabuverletzung dem Abbruch der Kommunikation entgegensteuern zu können. Dies aber führt zu der Frage, welche sprachlichen Mittel eine Bewältigung bzw. im Vorhinein eine Vermeidung von Tabus ermöglichen. Dazu kann auch die verständige Lektüre ihrer literarischen Problematisierung fruchtbar beitragen.
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Ernest W. B. Hess-Lüttich ist Ordinarius für Germanistik (Sprach- und Literaturwissenschaft) an der Universität Bern (Schweiz) und Extraordinarius an der University of Stellenbosch (Südafrika). Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem im Bereich der Dialog- und Diskursforschung sowie der Text- und Kommunikationswissenschaft. Er ist Autor bzw. Herausgeber von ca. 40 Büchern und hat über 330 Aufsätze verfasst. Er ist Präsident der GiG und Mitglied etlicher editorial/advisory boards. Als Gastprofessor lehrte er an renommierten Universitäten auf allen Kontinenten.
Aleya Khattab ist Professorin der Germanistik an der Universität Kairo. Sie promovierte 1982 in Deutschland und habilitierte sich 1994 an der Philosophischen Fakultät der Universität Kairo. An der Universität Kairo leitete sie von 1999-2002 die Abteilung für Germanistik, bevor sie von 2002 bis 2005 in Berlin ihr Land als Botschaftsrätin für Kultur und Leiterin der Studienmission der Botschaft der Arabischen Republik Ägypten vertrat. Sie unterrichtete als Gastprofessorin in Deutschland und Österreich.
Siegfried Steinmann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Herder Institut der Universität Leipzig. Er promovierte 1984 mit einer Arbeit zum Gegenwartsdrama und lehrte als Germanist lange Zeit im Ausland (u.a. in Kairo). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Deutsch als Zweitsprache, interkulturelle Literaturwissenschaft und Fremdheitsforschung.
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Anbieter: Antiquariat Smock, Freiburg, Deutschland
Zustand: Gut. Formateinband: Paperback / kartonierte Ausgabe 380 S. 1. Aufl.; Guter und sauberer Zustand. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 650 [Stichwörter: Tabubruch in der interkulturellen Kommunikation; Symbolische Kompetenz und (Re-)Konstruktion von Ritualen in narrativen Kontexten; Tabudiskurse vor dem Hintergrund der Sprechwirkungsforschung; Tabu und Interaktionsritual im Sprech- und Schweigeverhalten marokkanischer Jugendlicher in der Familie und der Gruppe; Zur Verbindung zwischen Arabisch und Islam und zu ihrer Auswirkung auf die interkulturelle Kommunikation; Eine textanalytische Untersuchung von deutschen undägyptischen Weblogtexten; Tabus im DaF- Unterricht; Umgang mit Tabus und Verbotenim Unterricht Deutsch als Fremdsprache in Burkina Faso; Kulturelle Selbstvergewisserung und Selbstentwicklung im Medium von Ritus und Tabu am Beispiel des Werks Siddhartha von Hermann Hesse; Hinter der multikulturellen Welt in Damaskus: Rafik Schamis "Die dunkle Seite der Liebe"; Emily Ruetes "Memoiren einer arabischen Prinzessin als gezielter Tabubruch; Chinua Achebes Roman Okonkwo oder das Alte stürzt; Birago Diops Erzählung Sarzan und Theodor Storms Novelle Der Schimmelreiter; Tabubruch in Rainer Werner Fassbinders Melodram Angst essen Seele auf u.a.]. Artikel-Nr. 79815
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Druck auf Anfrage Neuware - Printed after ordering - Rituale und Tabus dienen in allen Gesellschaften zur Regulierung von sozialem Handeln, insofern sie Erwartungen über Ordnungsmuster und Verhaltensschemata festigen sowie Sanktionsmechanismen für regelwidriges und regelkonformes Verhalten bereitstellen. Die Regeln für Rituale und Tabus indes sind nicht immer leicht und allgemein zu formulieren, denn sie können nicht nur in hohem Maße von Kultur zu Kultur variieren, sondern auch innerhalb einer Gesellschaft gibt es hochgradig gruppen- und situationsspezifische Unterschiede. Insoweit Rituale und Tabus sprachlich sedimentiert und Gegenstand ästhetischer Modellierung sind, finden sie auch in den Textwissenschaften zunehmend Beachtung. Während Interaktionsrituale heute etablierter Gegenstand der Linguistik sind, bleibt die Untersuchung gerade von verbal manifestierten Tabus weiterhin Desiderat der Sprach- und Kulturwissenschaften im Allgemeinen sowie wie der interkulturellen Germanistik im Besonderen. Rituale als zugleich traditionsbildende und ordnungsschaffende routinisierte Handlungen und Tabus als zugleich selektiv wirkende und mit Sanktionen belegte Handlungen, sind symptomatisch für spezifische kulturelle Identitäten und führen im Falle von unterschiedlicher kultureller Prägung zu einem besonders starken Fremdheitserleben. Lerner einer fremden Sprache sollten daher nicht nur für die Tabus der Eigen- und Fremdkultur sensibilisiert werden, sondern auch ein Arsenal an Reparaturmechanismen und Kompensationsstrategien an die Hand bekommen, um im Falle einer Tabuverletzung dem Abbruch der Kommunikation entgegensteuern zu können. Dies aber führt zu der Frage, welche sprachlichen Mittel eine Bewältigung bzw. im Vorhinein eine Vermeidung von Tabus ermöglichen. Dazu kann auch die verständige Lektüre ihrer literarischen Problematisierung fruchtbar beitragen. Artikel-Nr. 9783631627310
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Zwischen Ritual und Tabu | Interaktionsschemata interkultureller Kommunikation in Sprache und Literatur | E. W. B. Hess-Lüttich (u. a.) | Taschenbuch | 370 S. | Deutsch | 2013 | Peter Lang | EAN 9783631627310 | Verantwortliche Person für die EU: Lang, Peter GmbH, Gontardstr. 11, 10178 Berlin, r[dot]boehm-korff[at]peterlang[dot]com | Anbieter: preigu. Artikel-Nr. 105499134
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