Wein hat die Entwicklung der menschlichen Zivilisation von Beginn an begleitet. Anders als Bier wurde Wein zufällig entdeckt, nicht erfunden. Mythen berichten vom persischen König Jamsheed, der vergorene Trauben kostete und sie für giftig hielt. Erst als eine Haremsdame sich wegen rasender Kopfschmerzen mit den prickelnden Früchten umbringen wollte und statt dessen in heilenden Schlummer verfiel, wurde die wohltuende Wirkung des Weins erkannt. Phillips beschreibt die Wanderung des Weins vom Schwarzen Meer über Rom bis zum Massenanbau in Kalifornien und Neuseeland im 20. Jahrhundert. Nichts auf dem abendländischen Speiseplan hat eine so reiche und komplexe Geschichte wie der Wein. Dieses Buch präsentiert sie unterhaltsam erzählt und großzügig gestaltet - ein ideales Geschenk.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Roderick Phillips ist Professor an der Carleton University, Ottawa, wo er Seminare zur Geschichte des Alkohols und zur französischen Sozialgeschichte gibt. Er hatte Gastprofessuren in zahlreichen Ländern inne und forscht zur Geschichte des Weins in der Alten und Neuen Welt. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Vom Fruchtbaren Halbmond nach Ägypten
Die Ursprünge des Weins sind so trübe, wie es die ersten Weine wohl selbst waren. Wir werden nie erfahren, welcher Mensch erstmals Traubensaft so lange gären ließ, dass Wein daraus wurde, so wenig wie wir jemals erfahren werden, wer auf die Idee kam, Getreide zu mahlen, um daraus den ersten Laib Brot zu backen. Die Unmöglichkeit, dem allerersten Wein auf die Spur zu kommen, hat Archäologen und Historiker jedoch nicht davon abgehalten, über 7000 Jahre weit in der Vergangenheit zu forschen. Der Wein jener Zeiten hat sich natürlich nicht erhalten. Was damals nicht getrunken wurde, ist heute längst verdunstet. Traubenreste (Kerne, Stiele und Schalen) sowie Flecken und Rückstände von Wein in Tonkrügen und anderen Gefäßen deuten darauf hin, dass sie einmal Wein enthielten. Derartige Funde aus dem Neolithikum (der Jungsteinzeit zwischen 8500 und 4000 v. Chr.) wurden an mehreren Ausgrabungsstätten im Nahen Osten gemacht.
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Zwei bekannte amerikanische Weinexperten verlegen die Entdeckung des Weins in neolithischer Zeit in ein Gebiet irgendwo im heutigen Nordiran. Dort, so ihre These, "blieben zerdrückte Trauben in einem Krug zurück, und wenige Tage später entdeckte die steinzeitliche Hausfrau, dass ein alkoholisches Getränk entstanden war."5 Die bizarre Vorstellung der steinzeitlichen "Hausfrau" einmal beiseite gelassen, erscheint ein solches Szenario in zweierlei Hinsicht plausibel: Der erste Wein wurde unabsichtlich hergestellt. Der Mensch war nur insofern beteiligt, als er die Trauben pflückte und sie unter Bedingungen liegen ließ, die eine Gärung ermöglichten. Bemerkenswert ist, dass man bei Wein im Allgemeinen von einer Entdeckung spricht, bei Bier und Brot dagegen von einer Erfindung.
Der glückliche Zufall ist auch das Grundelement einer alten Legende von der Entdeckung des Weins. Der persische König Dschemschid soll frische Trauben so sehr geschätzt haben, dass er sie in Krügen als Vorrat aufbewahrte, um sie auch außerhalb der Erntezeit essen zu können. Einmal aß Dschemschid Trauben, die nicht mehr süß schmeckten, weil sie bereits zu gären begonnen hatten, und er glaubte, sie seien vergiftet. Eine Haremsdame jedoch, die an so starken Kopfschmerzen litt, dass sie sterben wollte, trank von diesem vermeintlichen Gift, um ihrem Leiden ein Ende zu bereiten. Der Alkohol versetzte sie in einen tiefen Schlaf. Als sie aufwachte waren die Kopfschmerzen verschwunden (und gewiss war die Dame sehr überrascht festzustellen, dass sie noch am Leben war). Sie berichtete dem König von ihrer magischen Kur, der daraufhin Wein herstellen ließ.
Obwohl Überlieferung, Mythos und Forschung darin übereinzustimmen scheinen, dass der erste Wein zufällig entstand, ist es durchaus auch denkbar, dass er planvoll produziert wurde. Die alten Kulturen des Nahen Ostens ließen zahlreiche landwirtschaftliche Produkte gären, um alkoholische Getränke daraus zu bereiten: Getreide und Honig ebenso wie Früchte, unter anderem Datteln und Granatäpfel. Das erste alkoholische Getränk wurde wahrscheinlich aus vergorenem Honig hergestellt, und es gibt keinen Grund, warum das Verfahren nicht auch zur Herstellung von vergorenem Saft wilder Trauben angewandt wurde, lange bevor man diese kultivieren konnte. Wein ist leichter zu bereiten als Bier und wurde deshalb vermutlich früher hergestellt. Um Traubensaft zum Gären zu bringen, muss man lediglich die Trauben zerdrücken, um den im Fruchtfleisch enthaltenen Zucker den natürlichen Hefepilzen der Schale auszusetzen. Bei der Herstellung von Bier aus Getreide dagegen muss dagegen Hefe beigefügt werden.
Wie auch immer der Wein entdeckt wurde, ohne Trauben ging es nicht, und damit wird der geografische Raum seines Ursprungs auf jene Regionen der Erde begegrenzt, wo Wildreben wuchsen. Wilde Reben, die Trauben trugen, aus denen man Wein machen konnte, gediehen in vielen Teilen der nördlichen Erdhalbkugel, insbesondere in Eurasien, Nordamerika und Asien. Manche wuchsen im Wald, wo sie sich den Boden entlangschlängelten und die Stämme und Äste der Bäume hinaufkletterten, während andere Arten an Flussufern oder auf Felsgestein wucherten. Wildreben gedeihen noch heute in vielen Teilen Europas und im westlichen Asien - nicht nur in dem weiträumigen Gebiet, wo die frühesten Hinweise auf Wein gefunden wurden, sondern auch in Teilen Griechenlands, Italiens, Frankreichs, Spaniens und Algeriens.
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Softcover. Zustand: gut. 2001. Die große Geschichte des Weins nimmt den Leser mit auf eine Reise in die vielfältige Welt des edlen Tropfens. Eine Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte zugleich. Süffig, mit ausgesprochen blumigem Bouquet und voller unerwarteter NuancenWohl bekomm 's! Über den AutorRoderick Phillips ist Professor an der Carleton University, Ottawa, wo er Seminare zur Geschichte des Alkohols und zur französischen Sozialgeschichte gibt. Er hatte Gastprofessuren in zahlreichen Ländern inne und forscht zur Geschichte des Weins in der Alten und Neuen Welt. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Geschichte des Weins "Eine süffige Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte." Wein GourmetGeschichte des Weins "Wer anfängt, in diesem Buch zu schmökern, wird fasziniert sein zu lesen, welchen Einfluss geschichtliche Entwicklungen auf Qualität und Konsum von Wein hatten." Genussmittel Genußmittel Geschichte Getränk Ratgeber Essen Trinken Getränke Sachbücher Konsumgeschichte Kulturgeschichte Wein In deutscher Sprache. 400 pages. 26,2 x 18 x 3,2 cm. Artikel-Nr. BN15345
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