Ein Tisch für zwei: Roman: Roman. Deutsche Erstveröffentlichung - Softcover

MacDowell, Heather; MacDowell, Rose

 
9783442467136: Ein Tisch für zwei: Roman: Roman. Deutsche Erstveröffentlichung

Inhaltsangabe

Eine witzige und herzerwärmende romantische Komödie

Eigentlich hat Erin einen ordentlichen Job, einen, in dem sie gut ist. Dummerweise hat sie den verloren, und wie könnte sie sich besser über Wasser halten als mit Kellnern? Dass sie ausgerechnet in einem der Nobelrestaurants von New York anheuert, war nicht ihre Idee und, wie sie schnell feststellt, auch keine gute. Aber zum Glück gibt es noch Lichtblicke, wie zum Beispiel den gut aussehenden Daniel, der des Öfteren im Restaurant diniert. Ach ja, was passiert eigentlich, wenn ein Gast zu charmant ist, um ihn nach dem Dessert einfach gehen zu lassen?

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Heather und Rose MacDowell sind Zwillingsschwestern und haben selbst schon in einigen der besten und schlechtesten Restaurants New Yorks gearbeitet. Inzwischen leben sie an unterschiedlichen Küsten der USA, gehen gerne essen und knausern nie mit dem Trinkgeld.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Ich werde Harold umbringen. Und wo ich schon mal dabei bin, meinen Vater gleich mit. Die beiden haben mich schließlich in diesen Schlamassel reingeritten. Ohne sie würde ich jetzt nicht in einem mondänen Speiseraum stehen und befürchten, dass gleich die Weingläser zerbersten.
"Jemand, der stellt verwelkte Blumen auf den Tisch, ist verrückt! Gehörte in Irrenhaus!"
Gina, meine neue Chefin, tigert in Stilettos und engen Jeans vor uns auf und ab und wedelt aufgebracht mit einer schlaffen weißen Blume herum. "In wie viele Sprache ich muss euch das noch sagen?", zetert sie mit unüberhörbarem italienischem Akzent. "Womit ich habe das bloß verdient?"
Wie versteinert stehe ich in Reih und Glied mit den anderen Kellnern und stelle mir genau dieselbe Frage. Womit habe ich das eigentlich verdient? Ach ja, richtig. Vier Monate nach meiner Kündigung hatte ich mich von Harold, dem Golfkumpel meines Vaters und größten Spirituosengroßhändler des gesamten Bundesstaates, dazu überreden lassen, einen Job in einem "angesagten Laden" namens Roulette anzunehmen. "Die Besitzer sind Kunden von mir, wirklich allerliebst. Und dein Dad hat mir erzählt, dass du quasi im Alleingang ein ganzes Restaurant schmeißen könntest."
Im Alleingang? Dachte mein Vater wirklich, eine ehemalige Marketing-Managerin könne so mir nichts, dir nichts in einem der besten Restaurants von Manhattan als Kellnerin arbeiten? Glaubte er allen Ernstes, nur weil ich einen Sommer lang in den Semesterferien Fischeintopf ausgeteilt habe, könnte ich das ebenfalls mit links?
"Antwortet mir!", kreischt Gina.
Ich zucke zusammen. Sag doch jemand etwas. Bitte.
"Der Florist hat in letzter Zeit wirklich sehr nachgelassen", bemerkt Cato, der Kellner, der dazu auserkoren wurde, mich anzulernen. Mit seinem blonden Bürstenhaarschnitt und dem Queen for a Zay-T-Shirt sieht er eher aus, als würde er sich in einer Bar weiter downtown als Go-go-Tänzer verausgaben, anstatt auf der Upper East Side kostspielige Köstlichkeiten servieren.
"Das ist mir gleich! Es ist eure Aufgabe auszuwählen, was kommt auf die Tisch!"
"Wird nicht wieder vorkommen, versprochen", versucht Ron sie zu beschwichtigen. Die vielen tiefen Falten in seinem Gesicht und sein anbiederndes Auftreten kennzeichnen ihn als Kellner fürs Leben.
Gina wirft die Blume auf den mit Schnörkeln verzierten Teppich. "Mit Versprechungen ich kann keine Unternehmen führe. Wo ich herkomme, ist das anders. Ein Kellner gibt lieber seine eigene Geld, ehe er gibt tote Pflanzen dem Gast. Ich drehe euch den Rücken zu eine lausige Minute, und was passiert? Alles geht runter den Bach!"
Unauffällig rückte ich ein wenig näher an Cato heran, in der Hoffnung, mich auf diese Weise unsichtbar machen zu können, wodurch ich aber ausgerechnet ihre Aufmerksamkeit auf mich ziehe. "Ah", sagte sie und beugt sich nach vorn, um mich genauer zu betrachten. Sie ist älter, als ich dachte, vermutlich Anfang vierzig. "Du musst sein das neue Mädchen. Das, das Harold uns geschickt hat."
"Erin Edwards", stelle ich mich vor, und meine Stimme zittert. "Es freut mich, Sie kennen zu lernen."
Sie lächelt und reicht mir ihre knöcherige Hand. "Gina
Runyan. Du kennst Harold und Brenda schon lange, wie ich habe gehört."
"Den größten Teil meines Lebens. Als ich noch jünger war, habe ich immer ihr Haus gehütet, wenn sie auf Reisen waren." Wobei ich geflissentlich verschweige, dass ihre Katze sich bei einem meiner Einsätze an Käse-Nachos überfressen hat oder dass ich in meinem Abschlussjahr einmal eine dreitätige Party in ihrem Haus veranstaltet habe, während Harold und seine Frau nichts ahnend in Irland durch das County Clare radelten.
"Bei andere Leute wir machen erst zwei Vorstellungsgespräche und eine Prüfung des Strafregisters, aber Harold hat uns schon Ramon vermittelt, unseren besten Entremetier, und er hat gesagt, mit dir wir werden sein genauso zufrieden."
"Hat er das?"
Gina legt den Kopf schief, und ihr taillenlanges Haar wallt seitlich herunter. "Welche Kleidergröße du hast?"
"Ähm ... sechsunddreißig, normalerweise."
"Für mich du siehst eher nach eine achtunddreißig aus. Wir geben dir ein hübsches Uniform. Hoffentlich passt sie."
Achtunddreißig? "Ich werde versuchen, mich reinzuquetschen."
"Es ist nicht leicht, eine Frau zu sein, ich weiß." Gina weist auf Cato. "Das T-Shirt, das du anhast. Haste du keinen Spiegel zuhause? Lila steht dir nicht."
Cato bleibt weiter unbeteiligt und verzieht keine Miene. "Sie haben recht. In Erdtönen sehe ich besser aus."
Alle verharren in tiefem Schweigen, während Gina von Tisch zu Tisch geht und jedes einzelne Blumenarrangement akribisch unter die Lupe nimmt. Nun, da ich mir endlich wieder gestatte zu atmen, kann ich den Blick ein wenig schweifen lassen, und erst da fallen mir die kathedralenartig gewölbte Decke, der bunte Kristalllüster, die mit rotem Samt bezogenen Sitzbänke und die mit silbern gestreifter Seide bespannten
Wände ins Auge. Es sieht aus, als seien hier drei verschiedene Designer Amok gelaufen und hätten das veranschlagte Budget gnadenlos auf den Kopf gehauen.
"Mama!" Gina stellt gerade die letzte Kristallvase ab, als ein zerbrechlich wirkender kleiner Junge in den Speiseraum gelaufen kommt. Er trägt eine marineblaue Schuluniform und schleppt einen viel zu vollgestopften Rucksack.
"Nino!", ruft sie und schließt ihn in die Arme. "Wie war es heute im Kindergarten?"
Der Junge lässt den Rucksack fallen und schlingt die Arme um ihre schmalen Oberschenkel. "Okay."
"Nur okay? Wir haben viele bezahlt, damit du kannst gehen in die Schule. Es muss dir gefallen." Sie dreht seinen Kopf mit den Händen in meine Richtung. "Sag Erin hallo. Sie fängt heute an, hier zu arbeiten."
"Hi", piepst er mit leiser Stimme.
"Hallo. Wie geht's dir?"
"Daddy sagt, Jungs verdienen mehr Geld als Mädchen."
"Sei still!", fährt Gina ihn an. Sie wirft mir ein entschuldigendes Lächeln zu. "Er weiß ja nicht, was er da redet. Komm, Nino! Möchtest du eine Limo oder eine Eis?" Sie nimmt ihn an der Hand und zieht ihn hinter sich her in die mit Rauchglastischen und schwarzen Lederclubsesseln bestückte Lounge.
"Wie, und ich kriege kein Eis?", fragt einer der Kellner, ein Typ namens Derek, als sie außer Hörweite ist. Er hat einen Körperbau wie ein Ringkämpfer und eine tiefe, durchdringende Stimme. Eines seiner Hosenbeine ist hochgekrempelt, und darunter kommt eine mit Kettenfett verschmierte Wade zum Vorschein.
Jane, die einzige Frau der Truppe, hebt empört die verwelkte Blume vom Boden auf.

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