Gott und die Welt: Glauben und Leben in unserer Zeit - Ein Gespräch mit Peter Seewald - Hardcover

Joseph Kardinal Ratzinger; Peter Seewald

 
9783421054289: Gott und die Welt: Glauben und Leben in unserer Zeit - Ein Gespräch mit Peter Seewald

Inhaltsangabe

Glauben und Leben in unserer Zeit ; ein Gespräch mit Peter Seewald. 3. Auflage 2001 395 S. Hardcover Stuttgart, Dt. Verl.-Anst,

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort

Von Joseph Kardinal Ratzinger

Im Jahr 1996 hatte mir Peter Seewald ein Gespräch über die Fragen vorgeschlagen, die der heutige Mensch an die Kirche stellt und die ihm oft den Zugang zum Glauben versperren. Daraus ist das Buch "Salz der Erde" entstanden, das vielen zu einer dankbar angenommenen Orientierungshilfe geworden ist.
Durch das große und erstaunlich positive Echo, das dem Buch beschieden war, fühlte sich Herr Seewald angeregt, eine zweite Gesprächsrunde vorzuschlagen, in der nun die inneren Fragen des Glaubens selbst auszuleuchten seien, der auch vielen Christenmenschen wie ein schwer durchdringlicher Urwald erscheint, in dem man sich kaum zurechtfinden kann, vieles, auch Wichtiges an ihm, erscheint dem heutigen Denken schwer verständlich und schwer annehmbar.
Diesem Plan stand zunächst meine berufliche Überlastung entgegen. In der spärlichen Freizeit, die mir zur Verfügung steht, wollte ich endlich ein Buch über den Geist der Liturgie schreiben, das ich seit Anfang der achtziger Jahre schon geplant, aber nie hatte zu Papier bringen können. In drei Sommerurlauben entstand schließlich das Werk, das Anfang dieses Jahres erschienen ist. So war nun endlich der Weg frei für das zweite Gespräch mit Seewald, für das er als symbolträchtigen Ort das Mutterkloster des Benediktinerordens, die Abtei Montecassino, vorgeschlagen hat. Dort haben wir, von der benediktinischen Gastfreundschaft gestärkt, vom 7. - 11. Februar dieses Jahres unseren neuerlichen Dialog geführt, den Herr Seewald sorgsam vorbereitet hatte. Ich mußte mich auf die Inspiration des Augenblicks verlassen.
Die Stille des Klosters, die Freundlichkeit der Mönche und des Abtes, die Atmosphäre des Gebetes und die ehrfürchtige Feier der Liturgie haben uns viel geholfen; es fügte sich, daß wir auch das Fest der Schwester des heiligen Benedikt, der heiligen Scholastika, dort mit dem gebührenden Glanz feiern durften. So gilt den Mönchen von Montecassino der herzliche Dank der beiden Autoren, die diesen ehrwürdigen Ort als eine Stätte der Inspiration erfahren haben.
Es braucht wohl nicht eigens gesagt zu werden, daß jeder der beiden Autoren für sich selber spricht und seinen je eigenen Beitrag vorlegt. Wie im "Salz der Erde", so ist auch hier - wie mir scheint - gerade durch die Unterschiedlichkeit der Herkünfte und der Weisen des Denkens ein wirklicher Dialog entstanden, in dem die ungeschönte Direktheit des Fragens und des Antworten sich als fruchtbar erweist. Herr Seewald, der meine Antworten auf Tonband aufgenommen hatte, hat für deren Verschriftlichung Sorge getragen und die nötigen Straffungen vorgenommen. Ich selbst habe meine Antworten kritisch durchgelesen und sie, wo es mir nötig schien, sprachlich geglättet oder auch vorsichtig die eine oder andere Ergänzung angebracht, im ganzen aber das gesprochene Wort stehen lassen, so wie es der Augenblick hervorgebracht hatte. Ich hoffe, daß dieses zweite Dialogbuch eine ähnlich freundliche Aufnahme findet wie "Salz der Erde" und vielen Menschen auf der Suche nach einem Verstehen des christlichen Glaubens Hilfestellung bieten kann.

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