11 eigenh. Briefe m. Unterschrift.

Sprache: Französisch

Verlag: Besancon, 1849-1850.

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Artikelbeschreibung vom Verkäufer

Der in Paris geborene Mathieu trat nach der Elementarausbildung eine Ausbildung zum Kaufmann in Lyon an. Darauf bildete er sich in Paris zum Staatsbeamten und Advokaten aus. Trotz einer Berufung durch die Familie Montmorency, trat er 1819 ins Seminar von St. Sulpice ein und wurde 3 Jahre später zum Priester geweiht. Als Sekretär des Bischofs von Evreux sollte er Seminare gründen, es fehlte jedoch am nötigen Geld, worauf Mathieu 1828 Priester und schon bald Großvikar in Paris wurde. Nach verschiedenen ungünstig ausgegangenen Wahlen wurde er 1832 zum Bischof von Langres erwählt und im folgenden Frühling geweiht. Vehement wehrte er sich gegen die von der Regierung geplante Aufhebung von vielen Bistümern. Durch seine Ernennung zum Erzbischof von Besançon (1834) trat er eine schwieriges Amt an. Denn durch die Haltung seines Vorgängers in der Julirevolution war der Klerus gespalten und Mathieu mußte dessen Einigkeit wieder herstellen. Sein Temperament, seine autoritäre Art und seine gallikanische Ausrichtung führten zu verschiedenen Spannung zwischen ihm und seinem Klerus, der in ländlichen Gebieten eher ultramontan gesinnt war. Die Freiheit des Unterrichts verlangte Mathieu für die bestehenden und neuerrichteten Ausbildungsstätten - darunter St. Francois in Besançon - seines Sprengels. Er unterstützte viele Kongregationen von Frauen, die in der Ausbildung oder in Pflegeberufen tätig waren. Um das verbreitete Simultaneum in Montbéliard zu verdrängen, ließ Mathieu 11 Kirchen für die Katholiken bauen. Mathieu war dem Papst sehr ergeben; trat im Senat für die weltliche Macht des Papstes ein, widersetzte sich aber dennoch lange Zeit der Einführung der römischen Liturgie. Sein Rat war trotzdem oft erfragt worden, so vor allem von Nuntius Garibaldi in Bischofsernennungen. Nicht zuletzt deshalb erhielt er 1850 die Kardinalswürde. Als Teilnehmer am Vatikanischen Konzil gehörte er zu den Gegnern der Infallibilität, unterwarf sich aber uneingeschränkt. Nach der Konzilsperiode nahm sein Einfluß in politischen Angelegenheiten rasch ab. - Mathieus Bedeutung lag in seiner politischen und kirchenpolitischen Rolle innerhalb Frankreichs (Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon V, 1013f.). - Der Empfänger der auf Französisch abgefassten Briefe ist Jacques (Jacob) Mislin (1807-1878). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Mislin konnte dank seines Onkels an der berühmten Lehranstalt von Porrentruy im Schweizer Kanton Bern studieren, wo er nicht viel später auch selbst unterrichten sollte. Der 1830 zum Priester geweihte kath. Theologe wurde 1836 auf Vermittlung des Grafen von Bombelle an den Wiener Hof berufen, wo er einer der Lehrer der Söhne von Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie wurde und damit sowohl den zukünftigen Kaiser Franz Joseph wie auch Erzherzog Ferdinand Maximilian (später Kaiser Max von Mexiko) unterrichtete (u.a. auch in Erdkunde). Vor der Revolution von 1848 unternahm Mislin eine Pilgerreise von Wien über Budapest und Konstantinopel nach Jersusalem. Der danach erschienene Reisebericht wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mehrfach nachgedruckt. In den folgenden Jahren leitete er die Bibliothek am Hof der Herzogin von Parma, Erzherzogin Marie Louise, wurde zum Abt von St. Maria von Deg (Ungarn), geheimer Kämmerer u. Hausprälat Papst Pius' XI., Apostolischer Pronotar, Kanoniker der Kathedrale von Großwardein, Träger zahlr. Orden (u.a. von Spanien, Parma u. des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem) sowie Mitglied zahlr. Akademien. Der Verfasser zahlr. Publikationen und Vertraute des belgischen Königs und des Grafen von Chambord blieb nach der Rückkehr von seiner Pilgerreise in Wien, wo er weiterhin in persönlichem Kontakt mit dem Kaiserhaus stand. - In einem numerierten, von Mislin eigenh. beschrifteten Papierumschlag. Sprache: Französisch Gewicht in Gramm: 500.

Bestandsnummer des Verkäufers 35935

Bibliografische Details

Titel
11 eigenh. Briefe m. Unterschrift.
Autor
Mathieu, Césaire (eig. Adrien Jacques Marie), franz. Erzbischof und Kardinal von Besancon (1796-1875).
Verlag
Besancon, 1849-1850.
Zustand
0
Signiert
Signatur des Verfassers
Einband
Zus. 13 S., 4°.
Sprache
Französisch
Artikelgewicht
500 Gramm
Verkäuferkataloge
Autographen, Manuskripte, Urkunden

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