Als 1994 Joseph Roths Flucht und Ende erschien, war Soma Morgenstern nur wenigen Spezialisten und Liebhabern jüdischer Exilliteratur bekannt. Innerhalb kürzester Zeit sollte sich das ändern. Die sorgfältige Editionsarbeit und Kommentierung durch den Herausgeber Ingolf Schulte, die aufwendige Ausstattung der Werke in Einzelbänden - vor allem aber die subtile Erzählkunst Morgensterns wurden vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. So hatte Morgenstern, noch bevor die "Werke in Einzelbänden" abgeschlossen waren, den Rang eines klassischen Autors wiedergewonnen. Nun liegt die Ausgabe vollständig vor: elf Bände eines jüdischen Autors, der die Vernichtung seines Volkes durch die Nazis miterleben mußte und literarisch zu verarbeiten suchte. Zum Abschluß der Edition gibt es nun, bei Abnahme des Gesamtwerks, die "Werke in Einzelbänden" zu einem gegenüber der Summe der Einzelpreise günstigeren Ladenpreis. Sigrid Löffler zur Soma Morgenstern-Edition: "Ein unglaublich großes und wichtiges Projekt."
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Soma Morgenstern (1890-1976) geboren in einem ostgalizischen Dorf studierte Jura an der Wiener Universität auf. Mitte der zwanziger Jahre siedelte er nach Berlin über, wo er 1927 eine Stelle bei der "Frankfurter Zeitung" bekam; als einer ihrer Kulturkorrespondenten kehrte er im folgenden Jahr nach Wien zurück. Durch die Arier-Bestimmung des NS-Schriftleitergesetzes verlor Morgenstern jedoch seine Stelle. 1938 flüchtete er nach Paris. Im Pariser Exil lebte Morgenstern in einem kleinen Hotel über ein Jahr lang gemeinsam mit Joseph Roth. Bei Kriegsbeginn wurde er verhaftet und interniert, konnte aber nach Südfrankreich entkommen und sich schließlich über Marseille, Casablanca und Lissabon nach New York retten. 1946 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Am 17. April 1976 starb Soma Morgenstern in New York.
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