Kostbare Buchkäufe von Januar bis April 2014

Im ersten Jahresdrittel 2014 wurden auf ZVAB.com wieder einzigartige und wertvolle Bücher verkauft. Neben wissenschaftlichen Raritäten zur Mathematik und zum Nervensystem befinden sich unter den wertvollen Titeln auch Reisebeschreibungen von Papst Pius II. in Form einer Gesamtausgabe aus dem Jahr 1571 und eine deutsche Ausgabe eines Reisebuchs von Jean Moquet von 1688. Wertvollster Titel auf unserer Liste ist eine Gesamtausgabe der Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels, das Ergebnis einer umfangreichen internationalen Forschungskooperation. Lesen Sie weiter und entdecken Sie die zehn wertvollsten Buchkäufe der letzten vier Monate.

1. Gesamtausgabe (MEGA) von Karl Marx und Friedrich Engels – 4.000 €
Die Marx-Engels-Gesamtausgabe wurde in den 1970er Jahren in Berlin und Moskau begonnen und stellt eine vollständige Ausgabe der Publikationen, Manuskripte und Briefwechsel zwischen Marx und Engels dar. Sie erwarb in Fachkreisen hohes Ansehen und ist in allen großen Bibliotheken der Welt präsent. Nach 1989 haben sich Wissenschaftler, Politiker und Verleger aus vielen europäischen Ländern, Japan und den USA nachdrücklich für die Fortführung der Ausgabe eingesetzt. Die 1990 gegründete Internationale Marx-Engels-Stiftung (IMES) gibt seither die MEGA als akademische Edition heraus.

2. Sammelband mit 3 Werken des britischen Mathematikers William Oughtred –
3.698 €

Der Mathematiker und Priester William Oughtred (1575-1660) übte einen immensen Einfluss auf die Entwicklung der Mathematik in England aus. Das erstmals 1647 gedruckte Werk Clavis mathematicae verfasste Oughtred als Erzieher eines Adeligen. Das auch von Isaac Newton und J. Wallis hoch gelobte Unterrichtswerk führte erstmals eine große Zahl neuer mathematischer Symbole ein.

3. Der Teppich des Lebens und die Lieder von Traum und Tod. Mit einem Vorspiel von Stefan George – 3.500 €
Der Gedichtzyklus erschien in 300 Exemplaren im Verlag "Blätter für die Kunst" im Jahr 1900. Hier handelt es sich um ein Provenienzexemplar des Komponisten und Dichters Richard Mondt (1873-1959) mit eigenhändiger, kalligraphierter Widmung Melchior Lechters, der das Werk graphisch illustrierte. Mondt war sowohl mit Lechter als auch mit George eng befreundet.

4. Opera quae extant omnia ... castigata et in unum corpus redacta von Piccolomini Aeneas Sylvius (Papst Pius II.) – 2.500 €
Hier handelt es sich um die zweite Basler Gesamtausgabe aus dem Jahr 1571, herausgegeben von Marcus Hopper. Pius II. (1458-1464) reiste viel und verfasste neben humanistischen Schriften vor allem kosmografische Werke. Das vorliegende Werk (erstmals 1551 erschienen) enthält unter seinen Reisebeschreibungen vor allem seine geheime Mission nach Schottland mit Kardinal Albergati.

5. Wunderbare Jedoch Gründlich- und warhaffte Geschichte und Reise Begebnisse in Africa, Asia, Ost- und West-Indien von Jean Mocquet – 2.000 €
Der komplette Titel dieses Reisebuchs wird fortgesetzt mit Nebst eigentlicher Beschreibung derer Städte, Königreiche, Inseln und Provinzen, wie selbige itziger Zeit annoch zu befinden, und Er ... zu Wasser und Lande, in Hitz und Frost, Hunger und Durst, ... in höchster Lebens-Gefahr, ... ganzer zwanzig Jahr, ... durchzureisen über sich genommen, ausgestanden und geendiget. Die hier verkaufte erste deutsche Ausgabe von Johann Georg Schochen stammt aus dem Jahr 1688. Das Reisebuch beruht größtenteils auf eigenen Erfahrungen Mocquets, der noch vor Antritt seiner ersten von mehreren Reisen zum Vorsteher des königlichen Raritätenkabinetts ernannt worden war. Von jeder seiner Reisen, die ihn nach Afrika, Brasilien, Palästina und Syrien und nach Goa in Indien führten, brachte Mocquet viele Exotica mit, die das Kuriositätenkabinett des Königs in den Tuillerien bereicherten.

6. Portraitfotografie mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift von Johann Strauß (Sohn) – 2.000 €
Die Fotografie zeigt den Komponisten Johann Baptist Strauß (Sohn), der von 1825-1899 lebte. Das Potrait stammt vermutlich aus dem Jahr 1884 und wurde in dem Atelier Reichard & Lindner in Berlin angerfertigt.

7. The Catcher in the Rye von J. D. Salinger – 1.964 €
Holden Caulfield wurde für die jugendlichen Leser der 50er Jahre zum Repräsentanten und zur Identifikationsfigur einer ganzen Generation. Das Werk wurde von anderer Seite jedoch scharf kritisiert und durfte lange nicht in amerikanischen Schulen gelesen werden. Heute ist das Werk J. D. Salingers ein Longseller und gehört zu den Klassikern der amerikanischen Nachkriegsliteratur. Hier wurde die Erstausgabe von 1951 von Little Brown and Company verkauft.

The Catcher in the Rye

8. Studien in der Anatomie des Nervensystems und des Bindegewebes von Axel Key und Gustav Retzius – 1.908 €
Mit diesem Exemplar wurde eine besondere Rarität verkauft. Der letzte Teil des Werkes wurde teilweise 1875-76 gedruckt, jedoch nicht herausgegeben. Die restlichen sechs Bogen, Titelblatt und Vorwort wurden 1903 gedruckt, aber in in einer geringen Auflage von nur 25 Exemplaren. Die einzelnen Bände zeichnen sich nicht nur durch wissenschaftliche Genauigkeit, sondern auch durch ihre künstlerischen Lithografien aus. Die Illustrationen sind meistens mehrfarbig abgedruckt, vorwiegend in Steingravur - eine Weiterentwicklung der Lithographie, die dem Künstler ermöglicht die feinsten Details abzubilden.

9. Gedenkschrift zum 50-jährigen Bestehen des 2. Husaren-Regiments, handschriftlich verfasst von Oberst L. Benne – 1.800 €
Dieses Manuskript stellt eine Gedenkschrift zur Feier des 25. Oktober 1855 dar, an welchem vor 50 Jahren das Husaren-Regiment Ihrer Majestät der Königin von Hannover als 2. Husaren-Regiment von des Königs Deutschen Legion auf den Etat der Britischen Armee gestellt wurde. Es handelt sich um ein Blatt mit 44 Original-Signaturen von Mitgliedern des Regiments, zwei kolorierten Federzeichnungen und einem Wappen.

10. LEUCHTKUGELN. Randzeichnungen zur Geschichte der Gegenwart – 1.800 €
Die Zeitschrift Leuchtkugeln war eine Satirezeitschrift, die von 1848 bis 1851 erschienen ist. Im Revolutionsjahr gegründet, wurde sie schließlich 1851 in Folge der staatlichen Zensur verboten. Hier handelt es sich um eine äußerst seltene und nahezu komplette Folge der ersten politisch-satirischen Revolutionszeitschrift mit unzähligen kongenialen Holzstichen.