Die Entwickelung von Ascaris megalocephala mit besonderer Rücksicht auf die Kernverhältnisse.

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Jena, Verlag von Gustav Fischer, 1889, Folio, 48 pp., 6 Abbildungen, 6 lithfarb. Tafeln mit je einer Seite Tafelerklärungen., feiner Halbleinenband mit marmorierten Deckelbezügen im Stil der Zeit; St.a.Tit. Erste Ausgabe des Abdruck aus der Festschrift zum siebzigsten Geburtstag von Carl Kupffer! Mit der Entdeckung der Keimbahn bei Ascaris traf Boveri zunächst auf ein seit mehreren Jahrzehnten diskutiertes Problem. Schon in den sechziger Jahren hatten Weismann, Metschnikoff und Leuckart in der Entwicklung des Insekteneies an dessen einem Pol die "Urgeschlechtszellen" vorgefunden und festgestellt, daß aus ihnen sämtliche Spermien oder Eier hervorgehen. Auf diese Beobachtungen hatten Weismann 1885 und andere Forscher die "Keimbahntheorie" gegründet. Sie besagt, daß das Keimzellenmaterial ganz allgemein vom Ei in ununterbrochener Linie durch die Entwicklung des Individuums hindurch bis zur Bildung der Geschlechtszellen führt und dabei vom Soma unabhängig bleibt. Diese Annahme hatte eine stammesgeschichtlich sehr wichtige Konsequenz, die vor allem von Weismann mit großer Schärfe herausgearbeitet wurde. Wenn die gleichsam ruhende Keimbahn und die somatischen, funktionierenden Organe so unabhängig voneinander bleiben, dann ist eine Vererbung somatisch erworbener Eigenschaften nicht denkbar. Für diese Keimbahnlehre mußten Boveris Untersuchungen grundlegende Beweisstücke werden, denn vermöge der Diminution ließen sich bei Ascaris Keimbahn und somatische Entwicklung mit einer vorher nicht bekannten Klarheit Zelle für Zelle verfolgen. Insbesondere ist die große Untersuchung "Die Entwicklung von Ascaris megalocephala mit besonderer Rücksicht auf die Kernverhältnisse" von 1899 eine der hervorragendsten Arbeiten auf diesem Felde geblieben, von Boveri seinem ehemaligen Lehrer, dem Anatomen C. von Kupffer, gewidmet, unter dessen Leitung er einst seine Dissertation ausgeführt hatte. Es sind ihr mustergültige Abbildungen beigegeben, in denen sich Boveris ganze Liebe und Sorgfalt in morphologischen Dingen offenbart. Der Diminutionsvorgang bei Ascaris stellte jedoch noch ein weiteres Problem, das im Kreuzungspunkt von Embryologie und Vererbungsforschung liegt: das Problem der erbungleichen Kernteilung und, in Zusammenhang damit, dasjenige der embryonalen Differenzierung. Jedes Ei entwickelt sich sehr rasch durch Zellteilungen zu einem vielzelligen Körper, dessen Zellen zunächst noch sehr ähnlichen Typus haben. Dann setzt die Differenzierung ein. Die einen Zellen entwickeln sich zu Muskelzellen, andere zu Darmzellen, noch andere zu Nervenzellen usw. Sie werden verschieden, sowohl im Bau ihres Plasmas als auch im Typus ihrer Kerne. Sucht man nach den Ursachen dieser Differenzierung, so steht man vor einer paradoxen Situation. Die Vermehrung der Zellen, eine der Grundlagen der Embryonalentwicklung, ist an den Mechanismus der Kernteilung gebunden, und dieser Mechanismus sorgt dafür, daß alle Zellen den gleichen Chromosomenbestand - denjenigen des befruchteten Eies - beibehalten. Wie ist dann, da die Chromosomen Erbträger sind, eine Entwicklung zu verschiedenen Zelltypen möglich? Müssen nicht, damit die Zellen sich verschieden differenzieren können, zunächst die Erbfaktoren verschieden verteilt werden? In der Tat hatte Weismann schon 1885 gefordert, daß sich die Kernsubstanz, d. h. die Chromosomen, gesetzmäßig während der Ontogenese verändert. Die einfachste Annahme wäre die, "daß sich bei jeder Kernteilung das spezifische Plasma des Kerns (d. h. die Chromosomen) in zwei ihrem Wesen nach ungleiche Hälften teilte, so daß dann auch der Zellkörper, dessen Charakter ja durch den Kern bestimmt wird, umgeprägt würde". Weismann erkannte an, daß die Beobachtungen Straßburgers und van Benedens für eine identische und nicht für eine ungleiche Chromosomenteilung sprachen. Doch habe Straßburger "wohl die Sicherheit der Beobachtung überschätzt", und gegenüber van Beneden dürfe man doch nicht vergessen, "daß das, was wir da sehen, .…

Bestandsnummer des Verkäufers 39948

Bibliografische Details

Titel
Die Entwickelung von Ascaris megalocephala mit besonderer Rücksicht auf die Kernverhältnisse.
Autor
Boveri, Theodor
Erscheinungsjahr
1889
Einband
Hardcover
Auflage
1. Auflage
Verkäuferkataloge
Anatomie und Physiologie

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