In diesem Oktober ist es 100 Jahre her, dass ein Bär „mit geringem Verstand“ sein literarisches Debüt feierte. A.A. Milnes Winnie-the-Pooh illustriert von E.H. Shepard, war ein durchschlagender Erfolg. Ein Jahrhundert später füllen der Bär und seine Begleiter nach wie vor die Bücherregale.
Doch die Geschichte von Winnie-the-Pooh reicht weiter zurück als die Veröffentlichung von 1926. Ein Teddybär (der noch nicht Pooh hieß) erschien erstmals im Februar 1924 in einem Gedicht mit dem Titel „Teddy Bear“ in der Zeitschrift Punch. Am Heiligabend 1925 erschien in der Londoner Abendzeitung eine halbseitige Geschichte mit dem Titel „The Wrong Sort of Bees“. Das Buch folgte weniger als ein Jahr darauf.
Der Bär, den Shepard für die drei Veröffentlichungen zeichnete, war nicht dem Stofftier von Christopher Robin Milne nachempfunden. Er basierte vielmehr auf Growler, dem Stoffbären von Shepards Sohn. Der Name ist eine Zusammensetzung: „Winnie“ bezieht sich auf eine kanadische Schwarzbärin im Londoner Zoo, die ursprünglich als Maskottchen eines kanadischen Regiments während des Ersten Weltkriegs fungierte. „Pooh“ war der Name, den Christopher Robin einem Schwan gab, den die Familie regelmäßig besuchte.
Die gesamte Pooh-Reihe erschien in einer konzentrierten Abfolge von nur vier Jahren: When We Were Very Young (1924), Winnie-the-Pooh (1926), Now We Are Six (1927) und The House at Pooh Corner (1928).
Heute gehören die Erstauflagen von Winnie-the-Pooh im Schutzumschlag zu den beliebtesten Sammlerstücken unter allen jemals veröffentlichten Kinderbüchern. Zusammen mit Alice im Wunderland und Peter Pan stehen sie an der Spitze des Kinderbuchmarktes.
Originale vorläufige Farbzeichnung von E.H. Shepard (ca. 1956) für die Szene „Seit geraumer Zeit sagte Puuh mit geschlossenen Augen 'Ja' und 'Nein' zu allem, was die Eule sagte.“ Sie diente als Vorlage für The World of Pooh (Sammelband 1957), eine neu gezeichnete Version der Illustration auf Seite 49 des Originals von Winnie-the-Pooh aus dem Jahr 1926. Tusche und Farbstift, 113 x 127 mm.
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Hierarchie. Die wertvollsten Artikel von Pooh sind Originalkunstwerke von Shepard, gefolgt von signierten limitierten Editionen, Erstauflagen mit Schutzumschlägen, Erstauflagen ohne Umschlag und frühen Nachdrucken. In all diesen Kategorien bestimmt der Zustand den Preis.
Kennzeichen. Eine echte Erstauflage von Winnie-the-Pooh trägt auf der Copyright-Seite den Eintrag „First published 1926“, ohne Angaben zu einem späteren Nachdruck. Der Schutzumschlag der ersten Ausgabe trägt auf dem Buchrücken die Preisangabe „7/6 Net“ und auf der hinteren Klappe oben steht „117th Thousand“. Die Erstauflage im Handel umfasste 35.000 Exemplare und lag damit weit über den üblichen 5.000 Exemplaren der damaligen Zeit, jedoch sind erhaltene Exemplare mit intaktem Schutzumschlag selten.
Limitierte Auflagen. Die britische Auflage umfasste 350 großformatige Exemplare, die auf handgeschöpftem Papier gedruckt und sowohl von Milne als auch von Shepard signiert wurden. Sie zeichnen sich durch markante Buchdeckel in zwei Blautönen aus. Eine limitierte US-Auflage von 200 nummerierten Exemplaren (plus 26 mit Buchstaben versehene Exemplare) wurde ebenfalls sowohl vom Autor als auch vom Illustrator signiert. Sie alle sind äußerst selten.
Komplettes Set. Sammler, die ein vollständiges Pooh-Quartett in der Erstauflage mit Schutzumschlägen suchen, dürfen mit einem stolzen Preis für ein Set in ansehnlichem Zustand rechnen. Die ersten Drucke wuchsen mit jedem Titel: 35.000 waren es bei Winnie-the-Pooh, 50.000 bei Now We Are Six und 75.000 bei The House at Pooh Corner. Darin zeigt sich die rasant zunehmende Popularität der Serie.
Jubiläumseffekt. Jubiläen sorgen für Aufmerksamkeit und treiben die Preise nach oben. Der Originaltext und die Originalillustrationen aus dem Jahr 1926 wurden am 1. Januar 2022 (95 Jahre nach der Veröffentlichung gemäß US-Urheberrecht) in den USA gemeinfrei. Das britische Urheberrecht an Milnes Text erlischt am 1. Januar 2027 (70 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1956), während Shepards Illustrationen bis zum 1. Januar 2047 (70 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1976) geschützt bleiben. Für Sammler bedeutet dies, dass zwar weiterhin Neuauflagen und Adaptionen erscheinen werden, dennoch ist ein Original unersetzbar.
Die 5 teuersten Winnie-the-Pooh-Bücher, die auf AbeBooks verkauft wurden
Eines von 350 signierten limitierten Exemplaren im Großformat (Nr. 262), gedruckt auf handgeschöpftem Papier und signiert von Milne und Shepard. Blaue Buchdeckel mit Original-Schutzumschlag. Eine seltene Variante der Erstauflage aus dem Jahr 1926.
Verkauft von The Chatham Bookseller
2. Winnie-the-Pooh – 10.437 €
Erstauflage von 1926 in gutem bis sehr gutem Zustand mit ordentlichem Schutzumschlag der ersten Auflage, signiert von A.A. Milne auf einem Exlibris und auf der Titelseite warm beschriftet von E.H. Shepard.
Verkauft von West Hull Rare Books
3. Winnie-the-Pooh (Luxusauflage) – 8.432 €
Erste britische Luxusauflage von 1926 in rotem Leder, eines von 1.000 Exemplaren in diesem Einband. Auf der Titelseite von Shepard signiert, begleitet von einem handschriftlichen Brief von Milne aus April 1920, den er schrieb, als seine Frau Christopher Robin erwartete.
Verkauft von First and Fine
4. Komplettes Pooh-Quartet – 7.162 €
Kompletter Satz bestehend aus allen vier britischen Erstauflagen (When We Were Very Young, Winnie-the-Pooh, Now We Are Six, The House at Pooh Corner), jeweils im Original-Schutzumschlag der Erstausgabe, in einem Schuber.
Verkauft von Bookbid
5. Winnie-the-Pooh, Now We Are Six und The House at Pooh Corner – 6.802 €
Drei britische Erstauflagen, begleitet von einem handgeschriebenen Originalbrief von Milne an seinen lebenslangen Freund Vincent Seligman, in dem er die Kritiken an seinem Theaterstück The Ivory Door von 1929 beklagt.
Verkauft von First and Fine
Verkäuferzitate wurden aus dem Englischen übersetzt.