Grafiken und Illustrationen

Grafiken und Illustrationen sind ein beliebtes Sammelgebiet. Vom Illustrator über die Technik bis hin zum Motiv gibt es eine große Bandbreite an möglichen Ausrichtungen. Interessiert sich ein Sammler beispielsweise insbesondere für die Art der Herstellung, gibt es neben handgefertigten Zeichnungen auch eine Vielzahl an Drucktechniken zu entdecken. Diese haben sich im Verlauf der Jahrhunderte stets weiterentwickelt und verändert, wodurch sich dem Künstler neue Möglichkeiten eröffneten: Der Holzstich erlaubte eine feinere Linienführung gegenüber dem Holzschnitt, der Stahlstich eine höhere Auflage als der Kupferstich und mithilfe der Heliogravüre konnten schließlich Fotografien reproduziert werden. Wir stellen Ihnen hier einige der wichtigsten Druckverfahren kurz vor.

Hochdruckverfahren

Der Hochdruck ist das älteste Druckverfahren, bei dem nur die zu druckenden Teile erhaben sind. Diese werden eingefärbt und auf das Papier gepresst. Während das Hochdruckverfahren für den frühen Buchdruck entscheidend war, kommt es heute fast nur noch bei künstlerischen Grafiken zum Einsatz.


Holzschnitt

Holzschnitt

Der Holzschnitt lässt sich erstmals im 15. Jahrhundert nachweisen und ist damit das älteste grafische Druckverfahren. Grundlage ist ein weiches Brett, das in Holzfaserrichtung aufgesägt und glatt gehobelt wird. Es hat eine Dicke von 2cm bis 4cm und wird mit einer dünnen Grundierung überzogen, auf die der Künstler seine Vorlage zeichnet. Anschließend wird das Holz mit Messern bearbeitet; feine oder sich kreuzende Linien sind aufgrund der Maserung nicht möglich. Zurück bleibt ein reliefartiger Druckstock, der mittels Handabreibung oder einer Presse auf Papier gepresst wird. Der Holzschnitt war zu Beginn des Buchdrucks das einzig mögliche Druckverfahren für Abbildungen, da auch die Lettern für den Text im Hochdruckverfahren gesetzt wurden. So konnte man die Druckplatten einfach kombinieren.

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Holzstich

Holzstich

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts von Thomas Bewick entwickelt, war der Holzstich eine Alternative zum bis dahin vorherrschenden Kupferstich. Dieser hatte zuvor den Holzschnitt abgelöst, konnte jedoch der hohen Nachfrage in der Zeit der Aufklärung nicht mehr gerecht werden, da er teuer und aufwändig in der Herstellung war. Der Holzstich war eine Weiterentwicklung des Holzschnitts, Bewick verwendete jedoch im Gegensatz zur alten Drucktechnik ein hartes, quer zum Stamm gesägtes Hirnholz. Dieses bearbeitete er mit Messer und Stichel, was den Arbeitsaufwand erleichterte und eine feinere Linienführung erlaubte. Im Gegensatz zum Holzschnitt lässt sich so eine hell-dunkel Wirkung erzielen.

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Linolschnitt

Linolschnitt

Der Linolschnitt ist ein dem Holzschnitt sehr ähnliches Hochdruckverfahren. Grundlage ist eine Linoleumplatte, die sich leicht bearbeiten lässt. Die Druckfarbe wird mit einer Walze auf die Platte übertragen, die dann auf Papier gedruckt wird. Wie auch beim Holzschnitt kann das Linoleum als Weißlinienschnitt – zurück bleibt das zu druckende Motiv – oder als Schwarzlinienschnitt – der Druckstock zeigt den Hintergrund, das Motiv selbst bleibt weiß – angefertigt werden.

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Tiefdruckverfahren

Beim Tiefdruckverfahren liegt die Abbildung als Vertiefung in der Druckform. Die Farbe wird auf die gesamte Form aufgetragen, der Überschuss entfernt, sodass die Druckfarbe nur noch in den Vertiefungen haftet. Auf das Papier wird sie durch hohen Druck und die Adhäsionskräfte zwischen Papier und Farbe übertragen.


Kupferstich

Kupferstich

Der Kupferstich war wohl eine Erfindung von Goldschmieden. Verstärkte Anwendung in der Buchillustration fand das Verfahren erst ab dem 16. Jahrhundert. Frühe Beispiele zeigen vor allem Kopien von Gemälden, erst später wurde es als eigene Kunstform eingesetzt. Grundlage ist eine 1 bis 3mm starke Kupferplatte, die geschliffen, poliert und mit einer dünnen Schicht aus Kreide, Wachs oder Ruß überzogen wird. Nach einer Vorzeichnung wird das Motiv mit einem Grabstichel auf die Platte übertragen. Vor dem Auftragen der Farbe wird die Platte erwärmt, sodass alle feinen Linien eingefärbt sind. Anschließend wird sie gesäubert, sodass das Papier nur die Farbe aus den Vertiefungen aufnimmt.

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Radierung

Radierung

Die Bezeichnung Radierung leitet sich vom lateinischen "radere" ab, was kratzen oder wegnehmen bedeutet. Man unterscheidet zwei grundlegende Arten: die Kaltnadelradierung und die Ätzradierung. Ausgangsstoff für die Kaltnadelradierung ist eine glatte Druckplatte, die mithilfe einer Radiernadel bearbeitet wird. Bei der Ätzradierung hingegen wird zunächst eine dünne Abdeckschicht aufgetragen, in die das Motiv gekratzt wird. Anschließend folgt die Auftragung einer Ätzflüssigkeit, die mit zunehmender Einwirkdauer tiefere und breitere Linien erzeugt.

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Aquatinta

Aquatinta

Für die Aquatinta-Technik wird die Druckplatte einer Radierung mit einer dünnen Staubschicht aus Kolophonium oder Asphalt bestäubt und anschließend von unten vorsichtig erhitzt. So entsteht eine rauhe, sandpapierähnliche Oberfläche. Anschließend werden alle Stellen, die später weiß drucken sollen, sowie die Rückseite mit ätzfestem Abdecklack geschützt. Die so präparierte Platte kommt in ein Säurebad und die Säure dringt zwischen den Körnchen in die Platte ein. Dieser Schritt kann beliebig oft wiederholt werden, wodurch Grautöne entstehen. Die Aquatinta, auch Tuschätzung genannt, gilt daher als malerischstes Tiefdruckverfahren. Sie kann allerdings nur für sehr kleine Auflagen eingesetzt werden, da die Platte nicht widerstandsfähig ist und kaum 100 Abzüge erlaubt.

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Stahlstich

Stahlstich

Der Stahlstich entstand aus dem Kupferstich und ist damit das jüngste Tiefdruckverfahren. Entwickelt wurde er 1820 von Charles Heath. Als Druckvorlage dient ein Stahlblock, dem der Kohlenstoff entzogen wird. Dadurch wird er erweicht und lässt sich einfach bearbeiten. Nachdem der Stich beendet ist, wird die Platte in einem chemischen Verfahren wieder gehärtet. Der Vorteil gegenüber dem Kupferstich ist die Härte der Platten, die bedeutend langlebiger sind und zudem unendlich vervielfältigt werden können. Somit kommen sie vor allem bei einer großen Auflage des zu erzeugenden Druckwerks zum Einsatz.

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Heliogravure

Heliogravüre

Die Heliogravüre ist ein Edeldruckverfahren, das die Reproduktion von Fotos und Illustrationen mit echten Halbtönen erlaubt. Der Name leitet sich vom griechischen Wort "helios" (Sonne) ab, weshalb sie auch als Sonnenätzung bezeichnet wird. Die Heliogravüre ist eine Weiterentwicklung der Aquatinta und auch bei diesem Verfahren wird Kolophonium- oder Asphaltpulver auf eine Kupferplatte gestäubt und erhitzt. Anschließend wird ein auf Pigmentpapier kopiertes Bild aufgedrückt, das dann mithilfe von Eisenchloridbädern eingeätzt wird.

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Weitere Druckverfahren

Lithografie

Lithografie (Flachdruck)

Die Lithografie ist ein sogenanntes Flachdruckverfahren, bei dem druckende und nicht druckende Bereiche auf einer Ebene liegen. Sie wird auch Steindruck genannt und wurde 1796 von Alois Senefelder erfunden. Als Druckplatte dient ein glatter, feinporiger Stein, auf den die Zeichnung mit Tusche oder Kreide aufgetragen wird. Mithilfe einer Ätze wird die Zeichnung verstärkt und im Stein stabilisiert. Die Linien werden nun mit einem fetthaltigen Lösungsmittel ausgewaschen und bleiben als Fettgrund auf dem Stein zurück. Während der Stein Wasser aufsaugt und keine Farbe annimmt, haftet die Farbe an der Zeichnung an, Wasser wird von ihr abgestoßen.

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Siebdruck

Serigrafie (Durchdruck)

Serigrafie ist eine andere Bezeichnung für den Siebdruck, ein sogenanntes Durchdruckverfahren. Mithilfe eines Gummirakels wird die Farbe durch ein Gewebe mit feinen Maschen auf das zu bedruckende Material aufgebracht. Der Siebdruck ist vielseitig einsetzbar, vor allem wird er jedoch in der Werbung und beim Textildruck genutzt. Wann genau das Verfahren entstand ist unklar. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es vor allem in den USA eingesetzt und dort perfektioniert. Erst später wurde es auch von Künstlern in Europa entdeckt.

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