Buch. Zustand: Neu. Neuware - Die neue Publikation des Schweizer Kunstwissenschaftlers Peter Stohler vereint Einzel- und Gruppeninterviews mit fünf Künstlerinnen, die heute aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihren Heimatländern leben und arbeiten. Mit Fragen nach der Bedeutung ihrer Herkunft, nach ihrem Status als Migrantinnen, nach ihrer Rolle als Frau im Kunstbetrieb oder nach den Auswirkungen ihrer (teils traditionellen) Kunstausbildung auf ihr Werk legt Peter Stohler tomographierend Schichten frei, die zusammen gesehen sowohl das Besondere der jeweiligen Arbeit als auch das Verbindende erkennen lassen.Unbeirrt von Trends an einem individuellen uvre zu arbeiten, das man im Kontext der heutigen Kunstszene im positiven Sinn als unzeitgemäß bezeichnen darf, erschließt sich Peter Stohler dabei als ein gemeinsames Charakteristikum. Aufnahmen von Judith Schönenberger ( 1977 in Zürich, lebt in Bern), die während der Interviews fotografierte, runden das Buch ab.Interviewte Künstlerinnen:Katja Loher (Video, 1978 in Schaffhausen/CH, lebt in New York) Joulia Strauss (Konzeptkunst, 1974 in St. Petersburg, lebt in Berlin) Jung-Yeun Jang (Malerei, 1968 in Seoul, lebt in Basel) Nicole Ottiger (Malerei/Zeichnung, 1968 in Cliftonville/GB, lebt in Luzern und Zürich) Irina Polin (Fotografie, 1975 in Moskau, lebt in Bern).
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Buch. Zustand: Neu. Neuware - Das Hereinbrechen des Absurden in die Normalität: Für den Künstler Valentin Magaro als studierten Zeichner wäre es ein Leichtes, Menschen und Objekte naturalistisch darzustellen. Dennoch geht er in seinen Zeichnungen und Gemälden einen anderen Weg. Während er den Menschen stets stark schematisiert, ihn beispielsweise in Form einer Gliederpuppe darstellt, scheinen seine skurrilen Bauten einem selbstorganisierten Wachstum zu entspringen.Die Trennung zwischen lebloser Materie und beseeltem Lebewesen ist in den Arbeiten des 1972 geborenen Schweizers nahezu unmöglich. Vielmehr stehen puppenhaft wirkende Menschen in seinen Bildern oft in schmerzvollen Kontexten. Dennoch geht es Valentin Magaro nicht etwa um blutrünstige Effekthascherei. Vielmehr schafft er es, durch die Nüchternheit seines zeichnerischen Stils das Einfühlungsvermögen und die Vorstellungskraft zu stimulieren.Vor dem geistigen Auge des Betrachters entstehen aus den neutralen und exakten Formen neue monströse Bilder unangenehmer hybrider Wesen. Die Wirklichkeit wird dekonstruiert und zu alptraumhaften Szenen rekombiniert. Referenzen an die surrealen Illustrationen eines Max Ernst verbinden sich in diesen Bildwelten mit Assoziationen an M. C. Eschers perspektivische Unmöglichkeiten und mit erzählerischen Verfahren des Comics des 20. Jahrhunderts. Und wenn Valentin Magaros Bildfindung auf den ersten Blick auch kontrolliert und kalkuliert erscheinen mag, offenbart sich beim genaueren Hinsehen doch das exakte Gegenteil: die Verselbständigung der ins Leben gerufenen Bilder und deren inhaltliche Unkontrollierbarkeit.