Verlag: Bonn, Habicht, 1826., 1826
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XII, 3 nn. S., S. 16-130, 1 Bl. 8°. Ill. OPappbd (lithographiert). Im Vorwort schreibt der Verleger von der wohlwollenden Aufnahme einer ersten Auflage von 1819, der er deshalb eine zweite folgen lassen will - die erwähnte EA ist für mich nicht nachweisbar; im anderen Vorwort nennt Jacobi eine frühere Schrift von ihm aus dem Jahr 1808, heute nur in einer Handvoll Exemplaren in Bibliotheken vorhanden; zu den weltweit 2 anderen gelisteten Exemplaren vorliegenden Werkes (UB Leipzig, EAB Paderborn) werden keine bio-bibliographischen Angaben gemacht; im ADB folgt nach Geburts- und Todesjahr (1765 - 1831) nur die dürre Angabe "Verwaltungsbeamter". Johann Friedrich Jakobi hat keinen Widerhall in den einschlägigen Lexika und Bibliographien gefunden; im Vorwort gibt er selbst als Wohnort Mainz an, auch Bonn als Verlagsort weist vielleicht auf das Rheinland als Lebensmittelpunkt der Jacobi-Familie hin (Nachweise auch in Aachen und Düsseldorf). In seiner Schrift wendet er sich scharf gegen den kritischen Intellektualismus und meint damit möglicherweise neben dem mit und um Gott spielenden Spinoza auch Kant, diesen erzpreussischen Philosophen, ohne sie zu nennen. Genannt wird allerdings Johann Georg Hamann (1730-1788), der "Magus des Nordens" (vgl. Ziegenfuß I, 439), und gepriesen als einer "der reinsten Menschen, tiefsten Denker". Der erste Absatz der Schrift ist axiomatisch und im eigentlichen Sinne esoterisch: "Die Vernunft gebahr aus Gott den G l a u b e n. - Ihr Knecht, - der Verstand, - bethörte sie, Buhlschaft mit ihm zu treiben, um das W i s s e n zu gebähren; sie gebahr aber den Wechselbalg D ü n k e l, der ein ewiger Widersacher ist des Sohns der Freyen." Der Dünkel der Vernunft wird überwunden in einer mystisch-schwärmerischen Offenbarung; der Text schließt: "In den Augenblicken (.) bin ich mit einem Troste überschwemmt worden, dessen Quelle ich mir selbst nicht zuschreiben kann (.). Es verschlang alle Furcht, alle Traurigkeit, alles Mißtrauen, daß ich keine Spur davon in meinem Gemüthe mehr finden konnte." Zu erwähnen ist auch das Kapitel "Ueber fromme Stiftungen", in dem der spätromantische Mystiker Jakobi zur Realität seines Berufes als Verwaltungsangestellter zurückkehrt. Einband gebräunt, berieben, bestoßen und etwas fleckig; Bezugspapier-Fehlstellen am Rücken; möglicherfweise wurde ein Vorsatz oder Schmutztitel herausgetrennt, auf dem sich hs. Glossen befanden, denn deren unleserlicher Abklatsch ist verso einem Vorsatz zu erahnen. Druck auf starkem Papier in äußerst großzügigem Satz: Blattgröße 19,5 x 13 cm; Satzspiegel 11 x 6,2 cm. DE.