Verlag: Constanz [Konstanz], C. F. Halm o.J. (um 1885/1888)., 1885
Anbieter: Franz Kühne Antiquariat und Kunsthandel, Affoltern am Albis, Schweiz
Aufnahme vor lediglich schemenhafter Kulisse, mont. auf OPhotokarton (16.5 x 10.7 cm; schwarz) mit Goldrand u. recto vergold. Firmenbezeichnung. Wenig Gebrauchsspuren. Gesamthaft recht gutes Exemplar - - Unbezeichnet - Bestimmung nach weiteren aus dieser Familie vorliegenden (meist bezeichneten) Fotos - Das Paar in zeittypisch vornehmer modisch-eleganter Kleidung steht Arm in Arm vor neutralem Studio-Hintergrund. Der Anlass für die Aufnahme ist nicht ersichtlich; formal erinnert der Auftritt an Verlobungs- oder Hochzeitspaar-Fotos. Das von der Hüfte abwärts stark geraffte (gefältelte) Damenkleid könnte jedoch möglicherweise diskret eine Schwangerschaft verhüllen. - Heinrich Christian Ferdinand genannt Henny [HBLS: Henni] Ammann (1855-1902), aus der Linie der Zürcher Ammann (vereinzelt auch Aman oder Amann), von Thalwil, Kaufmann in Bordeaux, seit 1889 wohnhaft in Kreuzlingen, wo er die Entdeckungen Röntgens und Doumers erprobte und für praktische Zwecke nutzbar machte. Er war der Bruder von August Julius Ferdinand Ammann (1850-1924), dem Besitzer der Seeburg in Kreuzlingen und Herausgeber der monumentalen Geschichte der Familie Ammann von Zürich. Über seine Schwester Molly war er verschwägert mit Georg Gottfried Volkart (1850-1928), der 1907 das Schloss von den Ammanns übernahm und es dann an seine drei Töchter vererbte (vgl. HBLS u. Archivplan-Kontext im Staatsarchiv Thurgau: staatsarchiv tg, online, sowie R. Egli-Gerber, Wechselvolle Geschichte. In: wunderly ch/rilke-nanny, online). Den Evidenzen nach war Hennys Frau früh verstorben. Wir kennen von ihr nur dieses einzige Bild; es ist offensichtlich, dass ihre Kinder charakteristische physiognomische Züge von der Mutter geerbt haben. - Die Ammanns von der Seeburg waren demnach verwandt mit den Volkarts, die ihrerseits wiederum verwandtschaftlich und geschäftlich mit der Familie Reinhart verbunden waren (Theodor Reinhart-Volkart, 1849-1919, Teilhaber und Seniorchef der Firma Gebr. Volkart, und dessen Nachkommen; vgl. auch Stammbaum Familien Volkart + Reinhart, in: winterthur-glossar, online). -- Firmenbezeichnung im unteren Rand: 'C. F. Halm, Rosgartenstrasse 20 Constanz'. (verso unbedruckt/schwarz). Halm, verstorben 1888 im Alter von 63 Jahren, war offenbar zuerst Kunstmaler und dürfte dann das Fotografieren bei Leonhard Hohbach gelernt haben, der ebenfalls an der Rosgartstrasse 20 wohnte. Ab ca. 1863 sind Fotografien Halms bekannt. "Er muss sich dann in wenigen Jahren zu einem vorzüglichen Fotografen entwickelt und eine zahlreiche Kundschaft gewonnen haben. [.] Wie bekannt er damals in Konstanz war, zeigt der Umstand, dass Alfred Wolf, der 1892 sein Atelier übernahm, sich jahrelang in seinen Anzeigen als Halm's Nachfolger bezeichnet hat. Biografische Angaben zu ihm jedoch sind äußerst dünn gesät." (alt-konstanz de/Themen/Fotografen, online) - Sprache: de.