Jun Ming Chen wuchs zwischen zwei Sprachen und zwei Arten zu sehen auf. Als Kind einer Teehändlerfamilie lernte er ein Handwerk, zog als junger Mann nach Europa und kehrte nie ganz zurück.
Er beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit den alten Büchern des Ostens, nicht als Akademiker, sondern als Leser, der immer wieder zu denselben Seiten zurückkehrt, so wie manche Menschen immer wieder denselben Weg gehen. Er schreibt darüber in klarer Sprache, für Menschen, deren Tage ohnehin schon voll sind.
Seine Lehrer waren keine Professoren. Es waren seine Großmutter, die Tee einschenkte, ohne zu sprechen, ein Holzschnitzer, der vierzig Jahre lang arbeitete, ohne sein Werk zu signieren, und die Bücher selbst, langsam gelesen, über viele Jahre.
Er schreibt morgens und lebt still mit seiner Frau in einer Stadt, in der er sich bis heute verlaufen kann.