Kamran Ghaderi

Kamran Ghaderi wurde am 20. Februar 1964 in einem kleinen Dorf in der kurdischen Region im Nordwesten des Iran, nahe der Grenze zum Irak, geboren. Sein Vater war Professor und Fachzahnarzt bei der Armee, während seine Mutter als hingebungsvolle Hausfrau das Familienleben prägte. Kamran wuchs in Teheran auf und erlebte als Jugendlicher die turbulente Zeit der Islamischen Revolution, die sein Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit und politische Verantwortung nachhaltig prägte.

1983 emigrierte Kamran nach Österreich, das seine neue Heimat wurde. Er studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Wien und promovierte dort. Neben seinem Studium engagierte er sich aktiv in der iranischen Community. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete er die iranische Bibliothek und den Kulturverein „Persepolis“, um die iranische Kultur in der Diaspora zu bewahren und den interkulturellen Austausch zu fördern.

Siebeneinhalb Jahre verbrachte Kamran im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran, wo er schwerer Folter und extremen Bedingungen ausgesetzt war. Trotz physischer und psychischer Belastungen bewahrte er Hoffnung und innere Stärke. Nach seiner Freilassung im Juni 2023, die durch einen Gefangenenaustausch ermöglicht wurde, widmete er sich dem Schreiben. Er übersetzte einen Roman ins Deutsche und begann, eine Sammlung iranischer Sprichwörter auf Deutsch und Englisch zu verfassen.

Heute lebt Kamran mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Wien. Unter dem Motto „Denkt an die anderen“ setzt er sich unermüdlich für Menschenrechte ein. Als engagierter Aktivist tritt er für die Rechte der Unterdrückten ein und macht auf die Bedeutung von Freiheit und sozialer Gerechtigkeit aufmerksam.