Prof. Dr. Piotr Madajczyk, Historiker und Politikwissenschaftler, geboren 1959, seit 1990 am Institut für politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau tätig. Derzeit Leiter der Abteilung für Deutschland, Chefredakteur des "Polnisch-Deutschen Jahrbuchs", Mitglied des Redaktionsbeirats von "Dzieje Najnowsze ". Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" in Berlin.
Meine Forschungsinteresse galten zuerst der Frage der nationalen Minderheiten in Polen, insbesondere der deutschen Minderheit, und den polnisch-deutschen Beziehungen in den ersten Nachkriegsjahren. Eine praktische Ergänzung zu dieser Forschung war die Arbeit von 1991 bis 1994 im Büro für nationale Minderheiten im Ministerium für Kultur und Kunst in Warschau. Damit hatte ich die Möglichkeit, bei der Gestaltung der neuen demokratischen Politik den nationalen Minderheiten gegenüber mitzuwirken.
Aktuelle Forschungsinteressen erfassen die aktuellen und historischen Fragen nationaler (besonders der deutschen) Minderheiten in Polen, die deutsch-polnische Beziehungen im 20. Jahrhundert, wie auch breiter die Zwangsmigrationen und ethnische Säuberungen in Mittel- und Osteuropa nach 1945. Unter anderem schrieb ich die Arbeit über die Oppelner Schlesien 1945-1948.
In letzter Zeit beschäftige ich mich stärker mit der Geschichte des II Weltkrieges in Polen, und der deutschen Bevölkerungspolitik. In letztem Jahr habe ich in dem Projekt mitgemacht, das sich mit der Geschichte der polnischen Häftlinge im Lager Gusen beschäftigte und nach neuen Forschungsansätzen suchte. Dabei vorbereite ich die Biographie von Raphael Lemkin, was auch meine Interesse auf die Fragen des Genozids lenkte.
Neben wissenschaftlicher Arbeit, beschäftigte ich mich mit der historischen Publizistik, wie auch Kommentaren zum aktuellen Ereignissen in Deutschland und Europa (PR24, Tokfm, Jedynka, Trójka).