Simone Grünewald

Liebe Leser (m/w/d),

Mein Buch soll neugierig machen, neugierig auf das grandiose Werk des Dichters Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen - und auf seinen Schelmenroman „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“. Es soll eine Brücke schlagen in die sogenannte Barockzeit. Der Weg über diese Brücke führt fast 400 Jahre in die Vergangenheit, direkt in die fantasievolle Welt des großartigen Dichters. Grimmelshausen schreibt originell, witzig, verrückt, teilweise vollkommen abgefahren, spannend und manches Mal überraschend aktuell.

Um den Zugang zu erleichtern, erzähle ich die Geschichte in meinen Worten, in moderner Umgangssprache. Das wirkt vielleicht manchmal ein bisschen frech – aber genau das macht Grimmelshausen aus.

Natürlich musste ich an der einen oder anderen Stelle schweren Herzens ein bisschen kürzen. Deshalb ist neben jeder Kapitelüberschrift ein kleines Büchlein abgebildet, das die Stelle in der Originalversion angibt. So kann der interessierte Leser die Stelle schnell im „Ur-Simplicissimus“ finden.

Schon während meines Germanistik-Studiums hat mich die Begeisterung für Grimmelshausen gepackt, ich schrieb meine Magisterarbeit über seine Werke und seither begleitet er mich.

Der Zufall oder das Schicksal wollten es, dass ich in seiner Geburtsstadt Gelnhausen arbeite und dort neben der Abteilung für Kultur und Tourismus auch das Museum leite. Dort durfte ich im Rahmen der Neugestaltung ein ganzes Stockwerk zu Grimmelshausen und seinen wertvollen Erstausgaben konzipieren. Im Kontakt mit den Besuchern merke ich immer wieder, dass meine Begeisterung überspringt, wenn ich verrückte Episoden aus Grimmelshausens Werk erzähle. In mir wuchs die Idee, das vorliegende Buch zu machen. Konkret wurde sie dank der „Arbeitsfreundschaft“ mit dem Karikaturisten Klaus Puth, dessen humorvolle und liebenswerte Zeichnungen mich schon seit Jahren begeistern und dessen feiner Humor so perfekt zu meinem geliebten Grimmelshausen passt. Und der spontan meine Begeisterung teilte.

Grimmelshausen veröffentlichte den Simplicissimus übrigens nicht unter seinem echten Namen, sondern unter einem sogenannten „Anagramm“. Es vertauschte die Buchstaben seines Namens und bildete neue Namen daraus. Diesen Spaß erlaubt er sich im Simplicissimus sogar mehrfach. In den Fußnoten erkläre ich solche „Insiderinformationen“ und manches mehr. Aber nun genug…

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Esnomi Dürwelang, äh, ich meine natürlich: Simone Grünewald

P.S. Im Idealfall zeigt die Nacherzählung, dass der barocke Simplicissimus es wirklich wert ist, die Mühe der manchmal etwas schwierigen Formulierungen auf sich zu nehmen und in seine gewaltige Sprachwelt einzutauchen. Vielleicht gelingt es mir, den einen oder anderen für das Original zu begeistern…

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