Ein paar Worte zu meiner Person. Na gut.
Gleich mal bei der Geburt eine starke Sehbehinderung, da meine Mutter Rötteln hatte. Einige Operationen nach der Geburt, wobei die Ärzte einiges falsch gemacht haben. Endergebnis, rechtes Auge fast ganz blind Sehstärke ca. 5 Prozent grauer Star, linkes Auge Hornhaut Verkrümmung Sehstärke ca. 70 Prozent
Danach schöne Jahre im Kindergarten und zu Hause verbracht, Volkschule. Wechsel an eine Sonderschule für Sehbehinderte und Blinde Kinder dort meinen Hauptschulabschluss gemacht. In diesen Jahren erfuhr ich dann auch das erste Mal bewusst wie grausam Kinder sein können. Ich wurde nicht einmal beschimpft oder verspottet, manchmal geschlagen von anderen Kindern. Weil ich nun mal mein Kopf sehr stark schräg hielt und stark schielte. Nach meinem Schulischen Werdegang eine Lehr als Einzelhandelskaufmann gemacht, später immer wieder den Beruf gewechselt. Ab 1995 bei einigen Sozial und Integrationsprojekten mitgearbeitet, nebenbei für die Wiener Volkshochschulen im Bereich EDV Unterrichtet. Im Jahr 2002 wagte ich den Schritt in die Selbständigkeit und gründete meine kleine Firma. Die Achterbahn des Lebens ist manchmal genauso wie ein Spiel im Lotto. Wie würde ich mich einem Blinden beschreiben? Höre auf meine Stimme, dann erfährst du alles über mich. Ich lache gerne, bin gerne zu einem kleinen Plausch aufgelegt und halte auch mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg.
Es war im Februar 2019 als ich mit meinem Blog begann. Es war gerade die Zeit kurz vor meinem Geburtstag. Meine letzte Ehe war einige Monate zuvor geschieden worden. Plötzlich saß ich da in der Wohnung und niemand war da, mir schien die Welt auf den Kopf zu fallen. Irgendwie wollte ich meine Gedanken, Gefühle, Emotionen nach außen tragen. Freunde hatten sich zurückgezogen. Es gab nicht viele Menschen, mit denen ich reden konnte. Meine Mutter wollte ich nicht damit belasten, sie ist nicht mehr die Gesündeste, und mit meinem Vater war es immer schon schwierig über solche Dinge wie Einsamkeit, Alleinsein oder ähnliches zu reden. Für ihn gab es sowas nicht. Und da er schon zu diesem Zeitpunkt die ersten Anzeichen einer beginnenden Demenz zeigte, war es noch schwieriger. Auch mit meinem Sohn wollte ich nicht darüber reden, er sollte sich auf sein Studium konzentrieren. Also beschloss ich einfach den Blog zu schreiben. Das ihn jemand lesen würde hatte ich gar nicht im Sinn, es war für mich einfach die Möglichkeit mich mitzuteilen. In einem Gespräch mit meinem Therapeuten über die Idee des Blogs, meinte er, wenn ich es machen möchte, dann soll ich es einfach tun. Wichtig sei nur das ich mir keinen Druck mache, und keinerlei Erwartungen daran stelle. Ja, genau das habe ich getan und so halte ich es auch bis heute.
Was nach dem Start meines Blogs alles passieren würde und welche Einschneidenden Veränderungen es geben würde, konnte ich gar nicht erahnen. Mein Tagesablauf bestand aus einem Routinemäßigen morgens aufstehen, frisch machen, Arbeiten danach den Haushalt in Ordnung halten, das eine oder andere für den nächsten Tag vorbereiten und Abendessen. Und diese Routine lief Tag für Tag.
Und vor nicht allzu langer Zeit, es war der Frühling 2020 kam dann ein Unheil, so könnte man es sagen. Es betraf mich nicht allein, es betraf alle, die ganze Welt wurde in den Strudel hineingerissen. Das Corona Virus. Irgendwie hat es jeden an seine Grenzen gebracht. Die damit einhergehenden Unsicherheiten, Einschränkungen und alles was damit zusammenhing, belasten mehr als man glauben mag. Ganz besonders wenn man dann nach Hause kommt und niemand ist da mit dem man darüber reden kann. Es ist so dass es einen nicht nur mental an seine Grenzen bringt, dadurch das ich ja Selbständig bin traf es mich auch finanziell. Die Umsätze gingen zurück und wirklich Hilfe durfte man sich nicht erwarten. Bis heute habe ich mich über Wasser gehalten und es durch gezogen irgendwie. Man möge mich bitte nicht fragen, wie ich das gemacht habe. Es ging einfach, ich habe mich angestrengt auf vieles verzichtet, mich eingeschränkt. Aber ich weiß das es vielen so geht, und daher jammere ich nicht. Viele andere hat es um einiges schlimmer getroffen. Sie haben ihren Job verloren, gerieten in Finanzielle Schwierigkeiten. In der Familie taten sich Probleme auf, die bisher nicht sichtbar geworden waren. Genau das halte ich mir vor Augen. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen, wenn ich kann.
Genau in dieser Zeit lernte ich wohl den wunderbarsten Menschen kennen. Birgit, wir lernten uns über Twitter kennen. Ja über die Plauder und lästern Plattform. Das Soziale Medium das von vielen gehasst und geliebt wird. Wir begannen hin und her zu schreiben. Irgendwann ergab sich zwischen den Lockdowns die Möglichkeit uns persönlich kennen zu lerne. Und dann passierte es. Wir verliebten uns ineinander. Durch Sie wurde die Zeit leichter in diesem ganzen Corona Wahnsinn. Das tägliche Schreiben und alles was damit einherging gaben kraft. Einige Male konnten wir die Chance nutzen, um uns zu sehen, es wurde etwas ganz Besonderes darauf. Und nun wo ich gerade damit begonnen habe an diesem Buch zu arbeiten ist es Gewissheit geworden, wir werden bald zusammen, nicht mehr getrennt voneinander unseren Weg in die Zukunft gehen.
Lange habe ich überlegt, ob ich den Inhalt, oder besser gesagt meine Texte, aus meinem Blog in einem Buch zusammenfassen soll. So vieles habe ich dort geschrieben und es kommen immer wieder neue Texte dazu. Es sind ja nicht nur Texte, in denen ich meine Gedanken geschrieben habe, nein es sind auch die einen oder andere Aphorismen. Ob es jemanden interessiert, kann ich nicht beurteilen, ich hoffe es natürlich.
Ich möchte für mich nicht den Anspruch geltend machen, in die Zunft der Schriftsteller zu wechseln, nein dafür glaube ich bin ich nicht wirklich der große Schreiber. Und schon gar nicht der große Rechtschreib- und Grammatik Jongleur, nein wahrlich nicht. Vielmehr bin ich einfach jemand der seinen Gefühlen und Gedanken freien Lauf lässt, auch bin ich jemand der offen darüber spricht. Warum auch nicht? Sich hinter einer Fassade zu verbergen oder gar nach außen hin so zu sein wie es andere gerne hätten aber innerlich zerrissen zu sein, nur weil man nicht der sein kann der man wirklich ist. Nein das möchte ich nicht. Dafür habe ich in meinem Leben schon viel zu viel erlebt. Vieles hat mich Nachdenklich gemacht, so manches hat mich verletzt, anderes wiederum hat mich auch gestärkt.