Geboren in der französischen Besatzungszone in Deutschland, als Tochter eines französischen Vaters und einer estnischen Mutter, wuchs ich von Kindheit an in der Atmosphäre der deutschen Sprache und Kultur auf. Die historische Problematik der beiden Blöcke, die Europa teilten, war mir immer greifbar nahe.
Als Philosophiestudentin habe ich in den frühen 1970er-Jahren ein paar Jahre an einer Universität in der BRD und in der DDR verbracht. Ich vollendete meine Ausbildung mit einem Doktorat in Geschichte und arbeitete dann als Archivarin in einer sozialwissenschaftliche Institution mit einem reichen Archiv der Arbeit von Historikern und Soziologen.
Ich habe von dem großen Historiker Lucien Febvre, von dem ich mehrere Texte herausgegeben habe, gelernt, wie wichtig es ist, sich vor Anachronismen in der Geschichtsschreibung zu hüten, eine Nacherzählung, die vor allem wahrheitsgemäß sein sollte.
In diesem Sinne will mein erster Roman "Eiserner Vorhang", auch wenn er fiktiven Charaktere hat, wahr sein durch die Genauigkeit einer Geschichte, die in ihrem historischen, wirtschaftlichen, geografischen und sozialen Kontext verankert ist.