Miriam Lay Brander (*16. Juni 1981 in Freiburg im Breisgau) ist eine deutsch-schweizerische Literatur- und Kulturwissenschaftlerin. Seit 2018 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Romanische Literaturwissenschaft II und Direktorin des Zentralinstituts für Lateinamerikastudien (ZILAS) an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Lay Brander beschäftigt sich vorwiegend mit den Literaturen Lateinamerikas und der Karibik des 20. und 21. Jahrhunderts, spanischer Literatur und Kultur des Siglo de Oro sowie französischsprachigen Literaturen des 17., 20. und 21. Jahrhunderts.
Einer ihrer Schwerpunkte ist die inter- und transkulturelle Gattungsforschung. Im Rahmen dieses Forschungsfeldes untersucht sie, wie literarische Formen im Kontext einer beschleunigten Globalisierung seit dem 16. Jahrhundert zirkulieren und sich verändern. Mit ihrer Dissertation leistete sie einen Beitrag zur kulturwissenschaftlichen Raum- und Zeittheorie. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören außerdem die Textstrategien interkultureller Kommunikation zwischen Europa, Lateinamerika und Asien während der Kolonialzeit sowie der Zusammenhang von Digitalisierung und Gedächtnis in Lateinamerika und der Karibik.
Miriam Lay Brander studierte ab 2003 Romanistik (Französisch und Spanisch) in Freiburg, Nizza und Konstanz. Danach war sie von 2007 bis 2017 akademische Mitarbeiterin an der Universität Konstanz, zunächst im Doktorandenkolleg „Zeitkulturen“ des Exzellenzclusters „Kulturelle Grundlagen von Integration“, dann als Postdoktorandin des Clusters und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Ulrike Sprenger. Im Zuge dessen wurde Lay Brander 2010 im Fach Literaturwissenschaft promoviert. Ihre Dissertation „Raum-Zeiten im Umbruch. Erzählen und Zeigen im Sevilla der Frühen Neuzeit“ ist eine interdisziplinäre Arbeit an der Schnittstelle von Literaturwissenschaft und Geschichtswissenschaft. In dieser Arbeit untersucht sie den Übergang zu einem neuen Zeitverständnis zwischen Mittelalter und Neuzeit in Festkultur, Theater und wissenschaftlichen Texten. Für ihre Dissertation wurden Lay Brander der Preis der Stadt Konstanz zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses 2011 sowie der Werner-Krauss-Preis des Deutschen Hispanistenverbandes 2013 verliehen. Eine für das spanischsprachige Publikum überarbeitete Version der Studie wurde von Carl Antonius Lemke ins Spanische übersetzt.
Von 2016 bis 2017 war Miriam Lay Brander Junior-Fellow am Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern.
2017 habilitierte sich Lay Brander an der Universität Konstanz in Romanischen Literaturen und in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft. In Ihrer Habilitationsschrift „Schreiben in Archipelen. Aphorismus und Sprichwort in (post-)kolonialen Kontexten französischer, spanischer und portugiesischer Sprache“ untersucht sie die Funktionsweisen kleiner Formen in postkolonialen Kontexten Lateinamerikas, der spanisch- und französischsprachigen Karibik, Subsahara-Afrikas und Ozeaniens.