Stefan Forster

Stefan Forster: "Die Geschichte meiner Fotografie findet ihren Anfang in Island. Im Alter von 18 Jahren beschloss ich, alleine durch das südliche Hochland von Island zu wandern. Bei meinen gleichaltrigen Freunden stieß ich damit auf Unverständnis. Die Kamera für diese Reise erwarb ich von dem Geld, das ich durch den Verkauf meines ersten Bildes an Tageszeitungen und Fachmagazine in der Schweiz, Deutschland und Österreich sowie den USA verdient hatte.

Mir war es ein Jahr zuvor, mehr aus Zufall als aus Können, gelungen, einen seltenen Kugelblitz zu fotografieren. Ich stand (wie bei jedem Gewitter) am Dachfenster und probierte, mit der Kamera die Blitze zu fotografieren, als plötzlich ein gewaltiger Blitz den Himmel erleuchtete. Aus dessen Mitte entstand eine Kugel, die einige Sekunden an Ort und Stelle erstrahlte, um schließlich mit einem noch nie gehörten dumpfen Knall zu verschwinden. Da ich unwissend darüber war, was ich fotografiert hatte, stellte ich das Bild in ein Unwetterforum. Nur wenige Stunden später wurde ich von Dr. Alexander Keul, einem der führenden Kugelblitzforscher, kontaktiert. Nach diversen Untersuchungen, die die Echtheit des Fotos allesamt bestätigten, konnte das Bild publiziert werden und das Geld für die erste Kamera war zusammen. Die Reise nach Island konnte beginnen. Auf den ins-gesamt 189 Kilometern, die ich mit meinem anfangs 36 Kilogramm schweren Rucksack, vollbepackt mit Proviant für 13 Tage, Zelt, Schlafsack, Pfannen und weiteren lebenswichtigen Dingen in Island zurücklegte, entdeckte ich meine Liebe zur Natur und zur Fotografie. Das Gehirn der meisten Menschen, meines eingeschlossen, ist nicht imstande, jedes noch so schöne Erlebnis oder eine faszinierende Landschaft als präsente Erinnerung zu speichern. Mit meiner ersten Kamera änderte sich dies und ich konnte mich dank der entstandenen Bilder in Momente zurückversetzen, an die ich mich ein Leben lang erinnern möchte. In den folgenden Jahren kamen viele weitere Fotoexpeditionen dazu: Mit dem Kayak paddelte ich an der grönländischen Westküste entlang, zeltete in den Wäldern von Alaska und Kanada, bestieg Vulkane, die nicht bestiegen werden durften, wartete, vor Kälte schlotternd, monatelang auf Polarlichter, paddelte mit dem Kayak im Dunklen zwischen den Alligatoren der Swamps von Louisianna.

Stets mit dabei war meine Fotoausrüstung, die von Mal zu Mal umfangreicher wurde. Ohne dokumentierende Bilder, die das Erlebte zeigen, wären Geschichten nur Geschichten. Parallel zum Aufbau meines Portfolios gründete ich im Jahre 2008 ein Kurszentrum für Fotografie und Fotoreisen in Wil. Zusammen mit meiner Frau Iris, welche das gesamte Reisebüro sowie die Kursadministration leitet, werden jährlich über 700 Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer bei uns unterrichtet und rund 100 davon begleiten uns auf von mir geführten Fototouren nach Island, Grönland, Alaska, Kanada, Namibia, Schottland, Norwegen und zu vielen weiteren Destinationen. Von Anfang an sollte meine Fotografie die Natur in ihren schönsten Momenten festhalten. Wenn der Himmel bei Sonnenuntergang nicht rot leuchtete, dann suchte ich diesen Punkt so lange auf, bis er das tat. Ich lehne jede Art der Bildmanipulation ab, denn die Welt verwöhnt uns bereits mit unrealistisch wirkenden Farben und Lichtstimmungen, diese nachträglich noch zu verstärken ist ethisch nicht korrekt. Die wahre Heldin aller im Buch gezeigten Bilder ist somit die Natur und nicht der Fotograf. Meine Aufgabe ist es lediglich, den Betrachtern zu zeigen, wie wunderschön unser Planet ist und was es zu schützen gilt."

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