Ich habe ein Unternehmen der Finanzbranche geleitet und war in der glücklichen Lage, mich mit Mitte Fünfzig aus dem Berufsleben zurückzuziehen.
Während der Berufstätigkeit war ich viel unterwegs und traf facettenreiche Charaktere in unterschiedlichen Kulturen, die meine Phantasie anregten. Ich verbrachte viel Zeit an Flughäfen, in Hotels oder endlosen Verhandlungen. Schon damals machte es mir großen Spaß, Menschen zu beobachten, Situationen zu interpretieren und sie für mich weiter zu spinnen.
Wenn mir meine wenige Freizeit Muße ließ, entstanden in meinem Kopf daraus Geschichten, die meine Zuhörer – wie sie sagten – sehr genossen. Sie forderten mich auf, die Erzählungen niederzuschreiben. Allerdings fehlte mir damals dafür der Antrieb.
Nach dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit benötigte ich einige Zeit, um Abstand zu gewinnen, Ruhe zu finden und wieder im realen Leben anzukommen. Danach begann ich mit dem Schreiben, musste jedoch feststellen, dass Kurzgeschichten nicht mein Ding sind. So stürzte ich mich lieber ins Abenteuer, einen Roman zu schreiben. Ich verschlang die einschlägigen Ratgeber, besuchte Seminare und sog alles auf, was es zu finden gab. Dabei unterschätzte ich die Zeit, die es braucht, als Selfpublisher das erste Buch einigermaßen professionell auf den Markt zu bringen, total. Allerdings wuchs in dieser Zeit die Passion zu schreiben.
Schließlich veröffentlichte ich meinen ersten Roman „Machtspiel um Kiribati“. Dabei entstand eine echte Leidenschaft: Menschen, denen ich begegnet bin, zu charakterisieren sowie Politisches, Soziales und Gesellschaftliches fundiert zu recherchieren. Als persönliche Note versuche ich zudem, meine Romane mit einer gehörigen Prise eigener Erfahrungen und Phantasie zu würzen.
In meinen Büchern versuche ich, ein aktuelles Thema mit einer spannenden Geschichte zu kombinieren. Im aktuellen Roman „Mission Afrikakonferenz“ führe ich die Leser an die Bedeutung der Kongo-Konferenz, auf der Afrika in Berlin im Winter 1884/5 aufgeteilt wurde, heran. Ich schildere das Schicksal eines Flüchtlings aus dem Kongo, der sich ins heutige Berlin durchschlägt, um dort Gerechtigkeit für seinen geschundenen Kontinent einzufordern. Es ist kein historischer Roman, vielmehr wird ein historisches Ereignis in einen spannenden Roman der Gegenwart eingebunden.
„Mission Afrikakonferenz“ ist ein topaktueller Roman, es auf die Shortlist zum tolino media Newcomerpreis 2020 geschafft hat. Die Begründung der Jury hierzu: „Mit „Mission Afrikakonferenz“ ist dem Autor H. G. Schulz ein sehr lesenswerter Roman gelungen. Thematisch hochaktuell, charakterlich sowohl interessant als auch stark und trotz der ernsten und wichtigen Thematik angenehm zu lesen. Ein toll ausgearbeiteter Roman, welcher die Flüchtlingsthematik beleuchtet und zum Nachdenken anregt.“