Marius Alexander Auenberg

Marius Alexander Auenberg erblickte im Jahre 1987 das Licht der Welt und wuchs in einem schwäbischen Dörfchen auf, dessen Beschaulichkeit nur von einer lästigen Durchfahrtsstraße, über die aus oder in Richtung des verfeindeten Nachbarorts »Bockmäh« anbrausende Automobile und Traktoren donnerten, gestört wurde – und von dem geschmacklosen Neubaugebiet, dem nichts von der moosbewachsenen Urtümlichkeit des Altdorfes eignete. In seiner Kindheit ging er bereits leidenschaftlich gern auf Abenteuerreisen mit den Gestalten der Brüder Grimm, mit Ronja Räubertochter und denen vom Zauberbaum, streifte mit Alice durchs Wunderland und stand Krabat bei der Überwindung des Müllers im Koselbruch bei. Im Deutschunterricht am Gymnasium machte er nach und nach erste Bekanntschaft mit den alten Meistern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die er während des Studiums der Germanstik und Geschichte in München vertiefte. Friedrich Schiller, Joseph von Eichendorff, Adalbert Stifter, Gottfried Keller, Thomas und Heinrich Mann sind hier zu nennen, allen voran und unangefochten aber E.T.A. Hoffmann, der ihn weiter auf die Wege des Wunderbaren und Unheimlichen geführt hat. Neben Schauererzählungen wie »Der Sandmann« oder »Die schwarze Spinne« greift Auenberg bevorzugt Gesellschaftsromane und Novellen aus dem Regal, die Einblick gewähren in vergangene Lebenswelten, etwa »Die Judenbuche«, »Bunte Steine« oder »Buddenbrooks« und – wohl seinem bürgerlichen Brotberuf geschuldet – Schulromane wie »Professor Unrat«, »Der Schüler Gerber« und »Unterm Rad«. Von der Freude am Lesen und seinem ausgeprägten Fiktionsbedürfnis war es nur ein kleiner Schritt zum eigenen Schreiben, den er, von einzelnen Versuchen zur Schulzeit abgesehen, zu Beginn des Studiums getan hat. Sein Romanerstling »Die Gaben der Pandora – Ahnungen« fand, da die Arbeit daran immer wieder von grauenvollen Prüfungsphasen und den Qualen des Referendariats unterbrochen wurde, nach etwa zehn Jahren seinen Abschluss. Die beiden geplanten Folgebände wird er jedoch, dies lässt der Autor nachdrücklich, aber mit einem Zucken um den Mundwinkel, das entweder Zweifel oder Tatendrang ausdrücken könnte, versichern, merklich schneller zu Papier bringen … Man darf gespannt sein.

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