Jahrgang 1981, bayrisches Landei, Wahlberliner.
Als schlechter und vor allem fauler Schüler hat sich Thomas Majhen mit 17 Jahren als Zeitsoldat zur Bundeswehr gemeldet. Doch das wurde nichts, denn „Befehl und Gehorsam“ war nicht die Welt des eigensinnigen Teenagers. Nach seinem zehnmonatigen Wehrdienst begann er eine Ausbildung zum Hotelfachmann, die er mit mittelmäßigem Ergebnis abschloss. Um Tellertragen und engen Krawatten zu entgehen, entschied er sich danach für eine Karriere als Barkeeper, die ihn aus der bayerischen Provinz heraus zunächst nach Augsburg und Regensburg, im Jahr 2006 schließlich nach Berlin führte. Dort begann er erstmals damit, ernsthaft zu schreiben und seine Texte zu veröffentlichen. Nach vier Jahren intensiver und aufreibender Arbeit erschien 2013 sein Erstlingswerk „Die Barfibel – Getränke und Marken“, das mit dem Sonderpreis der Gastronomischen Akademie Deutschlands ausgezeichnet wurde. Es folgten weitere Bücher zu gastronomischen Themen, so der humoristische Essay „Von Nachtschwärmern und Schnapsdrosseln“ (2015), der Ratgeber „Wie man mit Trinkgeld ein Vermögen aufbaut“ (2018), mehrere Übersetzungen englischsprachiger Bar-Bücher und 2021 endlich sein erster Roman „Die Clique der Ehrlosen“, der den Auftakt zu einer Trilogie über einen alternativen Verlauf der deutschen Geschichte zur NS-Zeit bildet.
Was man außerdem über Thomas Majhen sagen könnte: Als Kind ausgesprochen schüchtern, hat er seine angeborene Maulfaulheit erfolgreich ins Erwachsenenleben hinübergerettet. Er ist ein wagemutiger Seiltänzer zwischen köstlichem Müßiggang und unerwartetem Fleiß, interessiert sich für Vieles im Allgemeinen und nur wenig im Speziellen, gehört zu den unmusikalischsten Wesen auf dem Planeten, betrachtet Essen als Hobby und ist doch alles andere als ein Gourmet, verfügt über das Gedächtnis einer Eintagsfliege und die Beobachtungsgabe eines Adlers, mag Vierbeiner oft lieber als Zweibeiner und eifert manchmal der sprichwörtlichen Sturheit eines Esels nach, verwendet grundsätzlich viel zu lange Sätze mit viel zu vielen Kommas, weiß nicht, warum das alles überhaupt jemanden interessiert und hat zum Schluss nur noch eine wichtige Sache zu sagen: Den unhandlichen Nachnamen, der schon die kreativsten wie auch grausamsten Misshandlungen über sich ergehen lassen musste, spricht man „Maichen“ aus. Man denke dabei einfach an einen bunten Vogel oder ein seltenes Insekt – „Oh, guck mal, ein Maichen!“