Erwin Staudinger

1951 wurde ich erneut in diese Welt entlassen. Es ließ sich nicht verhindern. Muss wohl im letzten Leben vieles falsch gemacht haben. Habe mich in diesem Leben für Bayern entschieden, vermutlich weil die am besten Fußball spielen können. Oder waren es die Berge? Eine unverzichtbare Leidenschaft von mir. Meistens alleine auf unwegsamem Gelände und wenig bekannten Gipfeln. So gut wie immer auf der Suche nach der absoluten Stille. Aber finde mal mitten in Europa einen Quadratmeter Ruhe. Fast aussichtslos! Dabei mag ich die Menschen schon, zumindest die Originale, die sich selbst treu geblieben sind und das auch noch für sich behalten können. Bin vielleicht aus dem Grund Lehrer geworden, um Heranwachsende dabei zu unterstützen, eben jene Originale zu bleiben. Obwohl ich um die Computerwelt frühzeitig einen weiten Bogen gemacht hatte, wurde ich nicht ohne sanften Zwang in die wesenlose Welt der Bits und Bytes gedrängt. Auch Netzwerkbetreuung macht einsam und so hatte ich bis zur Pensionierung im - für einen Lehrer - biblischen Alter von 65 Jahren relativ meine heilige Ruhe.

In der Freizeit hielt ich mich gelegentlich und unwillig auch unter 2000 Höhenmetern auf. Muss im Tal wohl ungenießbar sein, weil mich meine Mitmenschen in auffälliger Weise immer wieder zu weiteren Bergtouren ermutigen.

Die Suche nach dem Dahinter und Danach des Lebens lockte mich schon frühzeitig in die Nähe esoterischer Erklärungsmuster. Schon bald merkte ich jedoch, dass sich damit wenig Brauchbares erklären ließ. Der Prozess der Desillusionierung war nicht mehr aufzuhalten und so suchte ich eben weiter und weiter und weiter ... Mein Beruf, der intensivst mit Heranwachsenden, ihren Nöten und ihren Vorlieben zu tun hatte, brachte es wohl mit sich, dass ich mich darum bemühte, es diesen jungen Suchenden leichter zu machen, als es mir vergönnt war. Und schon war ich mitten drin in der magischen Szene, noch unbeholfen und naiv. Vieles wurde versucht, das Ordensleben war mir zu öde und erstickte mich spirituell, aber mein Forscherdrang war nicht tot zu kriegen. Und so wuchs ich nach und nach hinein in die spannende Welt der Magie mit ihren Facetten. Als ich spürte, dass die Kräfte des menschlichen Geistes tatsächlich in der Lage sind, die Welt zu verändern, wagte ich Experimente - nicht immer ungefährliche.

Und irgendwann sagte ich mir, dass es an der Zeit wäre, meine Gedanken in eine lesbare Form und unter die suchenden Leute zu bringen. Ich kann Dir nur einen Rat geben, wenn Du einmal nicht mehr weiter weißt und sich die Probleme vor Dir auftürmen wollen: Ziehe Dich zurück in die Stille und mach Dich leer. Vertraue darauf, dass "man" schon Lösungen für Dich finden wird und verankere dieses Vertrauen in Deine Persönlichkeit. Beginne noch heute damit!

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