Im Jahre meiner Geburt war das 1000jährige Reich gerade dabei, sich zu etablieren. Als es sich dann endgültig eingerichtet hatte, war es glücklicherweise auch schon wieder vorbei. Gottlob!
Mit mir aber fing es erst richtig an. Und das war auch gut so.
Ich schreibe, seit ich denken kann - oder denke ich, seit ich schreiben kann?
Ich weiß es nicht, jedenfalls denke und schreibe ich schon sehr lange! Zuerst war es der Federhalter mit der Tinte aus dem Tintenfass; später dann der erste Füllfederhalter”. Wie groß war die Freude über diesen Fortschritt. Jetzt machte das Schreiben erst richtig Spaß! Ob das Geschriebene dadurch besser wurde, wage ich zu bezweifeln.
Die erste Schreibmaschine nahm mir das Denken aber auch nicht ab. Anfang der 80ziger Jahre kam dann meine erste Bekanntschaft mit dem Computer. Zunächst etwas skeptisch beäugt, dann jedoch mit Begeisterung aufgenommen. Die Möglichkeiten wuchsen von da an fast täglich!
Ich gehöre zu der Generation von Kindern, die herausgerissen wurden aus einer behüteten Kindheit in die Wirren der letzten Kriegstage, die eine Flucht aus der Heimat im Osten Deutschlands mit all den grausamen und schrecklichen Erlebnissen über sich ergehen lassen mussten. Im Hinterkopf stets den Gedanken an die damalige Sieger-Mentalität der Roten Armee und ihrer Nachfolger.
Bin ich heute, nach 80 Jahren, ein anderer Mensch als seinerzeit 1945?
Mit Sicherheit. Alles ist veränderbar, aber:
Wäre ich so,
wie alle möchten,
dass ich sei;
lebte ich so,
wie alle meinen,
dass ich leben sollte;--
dann wäre doch
mein ganzes Leben
nur eine Kopie
ihrer Fantasie !
(H.C.G.Lux)