Mausi Horn

Autorenvita mal anders

Aufgewachsen bin ich ländlich, in einem Dorf, ein Kuhkaff.

Das hat auch Vorteile, sofern man brav und artig den Lebensstil der Nachbarn imitiert und möglichst niemals aus der Reihe tanzt oder eigene Wege beschreitet.

Meine Eltern waren genau so programmiert.

Zudem hielten sie sich für die begehrtesten Gastgeber ever. In unserem holzvertäfelten Partykeller fanden deshalb jedes Wochenende Events statt. Alkohol jedweder Art floss in Strömen. Dazu wurde geraucht, dass man die eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte.

Naturgegeben gingen die Vorräte irgendwann zur Neige. Dann wurden wir Blagen, mein Bruder und/oder ich, von einem der lieben Onkels herbeigerufen. Sie tätschelten zärtlich unsere Hände, drückten in die eine Geldscheine für die Abwicklung des Auftrags, einen halben Kasten Bier zu holen, eine Literflasche Korn, und für uns Fanta, Cola … Die andere wurde bestückt mit Münzen für den Zigarettenautomaten. Der befand sich direkt am Zaun des Nachbargrundstücks, wo per Hausverkauf die Spirituosen erwerbbar waren.

Wir Kinder kamen aber auch nicht zu kurz. Mindestens 50 Pfennige gab es extra, damit wir uns ein leckeres Eis kaufen konnten. Als Belohnung für unsere unfreiwilligen Dienste.

Mit Suchtmittelabhängigen aufwachsen zu müssen hat mich geprägt.

Mein nächster Roman wird davon handeln.

Der sonstige Werdegang, oberflächlich betrachtet, findet sich überall in den Beschreibungen zu mir als Autorin in FREUNDEFÜHRER Teile I & II.

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