Sabine Meisel

Bücher faszinierten mich von Anfang an. Durch die kleine Bibliothek in unserem Stadtteil las ich mich mit acht Büchern pro Woche recht schnell. Mit elf ging ich zur Erwachsenen-Seite über, ich borgte für meinen Papa aus, sagte ich und las. Schrieb auf meinem Apfelbaum Gedichte und las, vor allem, wenn die Welt unter den Zweigen wieder mal ziemlich unerklärlich war.

Nach dem Abitur wollte ich nur: Unabhängigkeit und mit Menschen zu tun haben. Mit der Ausbildung zur Krankenschwester gelang mir das, aber die Literatur verlor nicht ihren Reiz. Deshalb studierte ich Germanistik, doch das Studium enttäuschte mich, endlos Sekundärliteratur, keine Hinweise darüber, wie man selbst schreibt oder andere zum Schreiben motiviert. Nach bestandener Zwischenprüfung brach ich ab. Widmete mich meiner Familie, arbeitete in der Klinik, aber das Schreiben blieb ein stetes Interesse. Mit 41 begann ich Sozialarbeit zu studieren und spürte, dass Lebensgeschichten und Schreiben zusammen gehören. Bei meiner Diplomarbeit wertete ich die positiven Ergebnisse der von mir gegründeten Schreibgruppe aus. Frauen zwischen 28 und 75 schrieben über ihr Leben. Als Berufsanfängerin begann ich in der Schweiz in einer stationären Drogentherapie von Müttern mit ihren Kindern zu arbeiten. Jeder Mensch hat seine Geschichte. Jeder seine Wirklichkeit. Mit meinem Masterstudium in Biografisch-Kreativem Schreiben führte ich nun alle Interessen zusammen.

Reich an Lebenserfahrung komme ich nun also zum Ziel:

Geschichten zu erzählen für und von Menschen. Von Leben und Tod und wie man trotz Schwierigkeiten wachsen kann, oder vielleicht gerade wegen diesen.Kolumnen schreibe ich für den Stadtanzeiger Winterthur und für das Kunsthaus Magazin Zürich. In den kreativen Schreibfluss bringe ich Studenten, Schüler und Erwachsene.

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