Stephan G. Humer

"Ich bin kein Computerkritiker. Computer können mit Kritik nichts anfangen. Ich bin Gesellschaftskritiker."

Joseph Weizenbaum

Prof. Dr. Stephan G. Humer (Diplom-Soziologe und Informatiker) ist Gründer des ersten Arbeitsbereichs Internetsoziologie in Deutschland. Nach Beendigung seines Studiums der Soziologie, Psychologie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin im Jahre 2005 folgte im Jahre 2007 die Promotion, welche deutlich machte: Stephan Humers Wirken gilt der Analyse der Digitalisierung unserer Gesellschaft in all ihren sozio-technischen Facetten. Er dürfte einer der ersten gewesen sein, die sich im deutschsprachigen Raum dem Thema Internet und Gesellschaft gewidmet haben.

Bereits 1999 startete er seine Website, zu einer Zeit also, als der Begriff „Internetsoziologie“ noch weitestgehend unbekannt war. (Grundlage für diese Website war seine Onlinepräsenz aus dem Jahre 1993, welche später die Domain Humer.de erhielt, zur reinen Webpräsenz umgebaut wurde und damit wohl zu den ältesten Websites Deutschlands gehören dürfte.) Seit 2005 hat Stephan die Forschungsrichtung Internetsoziologie maßgeblich geprägt. Allein aufgrund seiner Vortrags- und Öffentlichkeitsarbeit gehört er zu den gefragtesten Lotsen durch die digitale Revolution; er verbindet erfolgreich technische mit sozialer Analysekompetenz.

Von 2006 bis 2015 war Stephan Humer vor allem in der Digitalen Klasse der Berliner Universität der Künste tätig: zwischen 2006 und 2012 mit dem ersten internetsoziologischen Forschungsseminar „Networked Systems“ und ab 2012 mit dem dann deutlich ausgebauten Arbeitsbereich Internetsoziologie. Studierende und Absolventen der Klasse gewannen mit ihren gestalterischen sowie künstlerisch-wissenschaftlichen Arbeiten u.a. mehrfach hintereinander beim ARS Electronica PRIX, dem weltweit bedeutendsten Preis für digitales Design und waren bspw. in den Jahren 2008 und 2009 in den bedeutendsten Wettbewerben weltweit erfolgreicher als jede andere Nachwuchsgruppe. Leiter der Klasse und des Masterstudiengangs Visuelle Kommunikation war der Digitalpionier Professor Joachim Sauter, welcher im Jahr 2010 in seinem Arbeitsbereich den bedeutendsten nationalen Preis überhaupt, den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold gewann. Im Dezember 2010 feierte die Digitale Klasse deshalb nicht nur ein weiteres außergewöhnlich erfolgreiches Jahr, sondern auch die fünfjährige erfolgreiche Mitwirkung von Stephan Humer, dessen Tätigkeit an der UdK mit einem Seminar und der Übernahme von Diplomprüfungen begann und inzwischen zur Etablierung der „Idee Internetsoziologie“ und dem massiven Ausbau dieses ersten Arbeitsbereiches überhaupt in Deutschland geführt hat.

Von 2015 bis 2021 war Stephan Humer „ehrenhalber“ dauerhaft als Senior Fellow in der Digitalen Klasse verortet. Die internetsoziologische Arbeit wird seit 2016 an der Hochschule Fresenius in Berlin fortgeführt, nunmehr weiter ausgebaut in Form eines Forschungs- und Arbeitsbereiches Internetsoziologie. Von 2018 bis 2022 war Stephan Studiendekan für Digital Management (M.A., englisch). Zudem ist er doppeltes Mitglied im Spitzenforschungscluster zur Früherkennung, Prävention und Bekämpfung von islamistischem Extremismus in Form des Verbundprojekts MOTRA, welches Ende 2019 startete und vom Bundeskriminalamt koordiniert wird. Stephan vertritt sowohl die Hochschule Fresenius als auch das Netzwerk Terrorismusforschung in MOTRA.

Bereits vor Vollendung seiner Promotion war Stephan Humer unter anderem an der Fachhochschule Potsdam (FHP) im Fachbereich Informationswissenschaften tätig, dort als Vertreter zweier Professoren in unterschiedlichen Veranstaltungen. Er initiierte zusammen mit mehreren Projektpartnern, dabei selbst verantwortlich für Forschung und Entwicklung, das dortige Digitalisierungslabor, welches der Fachbereich nach Beendigung seiner Potsdamer Tätigkeit im Mai 2011 weiterführte. Inzwischen war bzw. ist er Gastdozent u.a. an der Bucerius Law School (Thema: Internet und Gesellschaft), der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (Business Intelligence), der Fachhochschule Brandenburg (Social Engineering) und der Technischen Hochschule Wildau (Business Intelligence). Um seine Arbeit zu präsentieren, erhielt er u.a. Einladungen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der University of Oxford, von der Europäischen Union und den Vereinten Nationen sowie deutschen und internationalen Bundes- und Landesbehörden.

Stephan Humer ist als intimer Kenner der digitalen Welt seit Jahren einer der gefragtesten Interviewpartner und Autor für führende deutsche und ausländische Onlinemagazine, Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunksender und ein international geschätzter Referent zum Thema Internet und Gesellschaft mit inzwischen mehreren Hundert absolvierten Vorträgen, Seminaren und Diskussionsrunden. Auf seine Erkenntnisse gingen u.a. ARD, ZDF, 3sat, RTL, Sat.1, BBC, Wall Street Journal, Österreichischer Rundfunk (ORF), F.A.Z., ZEIT, P.M., Kurier, Standard, Süddeutsche Zeitung und Berliner Tagesspiegel ein.

Last, but not least: von 2013 bis 2021 war Stephan Humer Gründungsvorsitzender des Netzwerk Terrorismusforschung e. V. Seine Forschungsschwerpunkte liegen dort, seit 2021 als Koordinator Spitzenforschung, in den Bereichen Terrorismus/Extremismus in der digitalen Sphäre und Social Media Intelligence (SOCMINT). Er ist außerdem Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit e.V., Mitglied im Forschernetzwerk “Surveillance Studies” (Uni Hamburg) und in der Arbeitsgruppe “Identitätsschutz im Internet” (Uni Bochum).