Die Dunkelheit klopfte einst an meine Tür. Behutsam, langsam, beinahe zögerlich.
Lange blieb sie unbemerkt, ein leises Pulsieren am Rande meines Bewusstseins. Doch sie war geduldig, nie forsch, nie böse. Sie klopfte, unermüdlich und sanft, als hätte sie alle Zeit der Welt. Und irgendwann begann ich zu verstehen: Sie war schon immer da, schon vor Anbeginn der Zeit. Und sie forderte.
Es wurde lauter in meinem Kopf – ein stetiges Dröhnen, ein Hämmern, das mich einnahm. »Erkennst du mich nicht? Komm, mach mir auf.« Doch ich wollte mich nicht erinnern, wollte nicht verstehen, was diese Stimme mir sagte. Doch sie flüsterte beharrlich: »Du kannst dich nicht mehr verstecken.«
So trat ich ein, öffnete die Tür, die mich rief. Ein vertrauter Raum erwartete mich, gefüllt mit Schatten und Wesen, die mich willkommen hießen. Keine Fragen, keine Erklärungen. Nur pures Sein.
Hier darf ich meine Masken fallen lassen, darf so sein, wie ich wirklich bin – mit all meinen Schatten. Die Dunkelheit akzeptiert mich, liebt mich, will mich. Sie hat mich gefunden, wie sie es immer tut. Und so komme ich an, gehe auf in ihr und fühle mich endlich Zuhause.
All die Gedanken und die Dunkelheit in mir finden ihren Ausdruck in meinen Kurzgeschichten, in denen ich versuche, das Unausgesprochene zu bannen. Nach und nach werden sie das Licht der Welt erblicken: Der Barbier und Zerplitterte Bilder sind bereits erschienen. Parallel arbeite ich an einem Roman, den ich lange hinauszögerte, den ich kaum zu wagen traute. Doch Wort für Wort löse ich mich aus dieser Lähmung, durchbreche das Zögern und finde in meinen Geschichten meinen Weg zurück ins Leben.