Kaspar Truninger

Als meine geliebte Frau Thérèse am 20. Dezember 2004 an der Memory Clinic in Basel im Alter von 56 Jahren die Diagnose Alzheimer erhielt, nahm unser bisheriges Leben ein abruptes Ende.

Ich flüchtete mich zunächst in meine Arbeit, als Account Manager für ein Internationales Unternehmen. Als ich mir aber zunehmend Sorgen um meine Frau machen musste, war ich der enormen Belastung nicht mehr gewachsen. Ich erlitt einen Zusammenbruch und musste meinen Beruf in der Folge ebenfalls aufgeben. Der Schock sass tief..

Ich beschloss, meine Liebe zu Hause zu betreuen. Zuerst musste ich aber den Haushalt in den Griff bekommen. Erst dann konnte ich mich mit der veränderten Lebenssituation befassen. So mutierte ich vom Neo-Hausmann zu einem Manager in eigener Sache. Ich war nicht bereit, den schleichenden Verlust der Persönlichkeit meiner geliebten Frau passiv über mich ergehen zu lassen. Ich wollte vorausschauend und proaktiv sein. Ich begann unser Leben in kurzen überschaubaren Abschnitten zu planen und die noch vorhandenen Fähigkeiten optimal zu nutzen.

Durch eine TV Sendung wurde ich auf Thailand aufmerksam. Der Schweizer Martin Woodtli hatte in Chiang Mai ein Heim für Demenzkranke aufgebaut. Ich reiste mit Thérèse nach Thailand und besuchte das Heim. Ich war beeindruckt davon, wie gut die Gäste in dem Heim aufgehoben waren. Und und ich konnte mich vom einfühlsamen und respektvollen Umgang der Thais mit alten und behinderten Leuten überzeugen.

Aufgrund dieser positiven Erfahrung und auch wegen den horrenten Betreuungsskosten in der Schweiz, beschloss ich mit meiner Frau nach Thailand auszuwandern. Seit 2011 leben wir nun in Thailand in einem eigenen Haus mit Garten. Mit einer lieben Betreuerin für Thérèse und einer neuen Lebenspartnerin für mich, die die Rolle der Frau am Herd übernommen hat. Zusammen mit ihrer Tochter sind wir inzwischen eine echte Patchwork-Familie geworden. Und das Leben geht auch nach 10 Jahren immer noch weiter ...

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