Jurij A Treguboff

Jurij Andrejewitsch Treguboff (1913-2000), geboren in St. Petersburg, verbrachte seine Jugend in der Provinz Wladimir und in Moskau. Im Jahr 1926 fuhr seine Mutter mit ihm nach Berlin, dem Vater wurde die Ausreise verweigert. 1934 Eintritt in den NTS Bund russischer Solidaristen, eine Widerstandsbewegung gegen die stalinistische Diktatur; 1944 in die Wlassow-Armee. Nach Kriegsende Auslieferung durch die Amerikaner an die Tschechen, im September 1946 nach einem Grubenunglück in Mährisch-Ostrau, bei dem er 14 Stunden unter der Kohle lag, wurde er als Invalide nach West-Berlin entlassen, wo seine Mutter lebte.

Am 19.09.1947 wurde er von sowjetischen Sicherheitsorganen an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin entführt. Nach zweieinhalbjähriger Untersuchungshaft von der sog. Sonderberatung (Sondertribunal) zum Tode verurteilt, eine Woche später Umwandlung des Urteils in 25 Jahre Zwangsarbeit: Workuta und Dubrawlag (bei Potma, Mordowien) folgten.

Nach über achtjähriger Haft wurde er im Oktober 1955 in die Bundesrepublik Deutschland entlassen, zog nach Frankfurt am Main und begann zu schreiben. Seiner Biografie "Acht Jahre in der Gewalt der Lubjanka" (veröffentlicht 1957 auf russisch im Verlag Possev, Frankfurt am Main, 2001 bei Possev, Moskau) folgten neunzehn zeitkritische Romane, ein Gedichtbändchen sowie ihm wichtige Übersetzungen aus dem Russischen (Michail J. Lermontov, Fjodor R. von der Osten-Sacken u. a.).

Sein Ziel war, in einer Reihe von Büchern die historische Epoche zu erfassen, die 1917 angefangen hatte und bis in unsere Tage hineinreicht, da die durch die russische Revolution hervorgerufenen Veränderungen direkt oder indirekt einen ungeheuren Einfluß auf die gesamte Menschheit des 20. Jahrhunderts ausgeübt haben.

1964 heirateten wir, 1971 erfolgte die Gründung des Feuervogel-Verlags. Jurij konzipierte seine Werke zunächst auf russisch, diktierte sie mir anschließend auf deutsch in die Maschine, und gemeinsam erarbeiteten wir die druckfähige deutsche Fassung.

Mitte der achtziger Jahre begannen wir, Jurijs Bücher auf Kunsthandwerkermärkten und Stadtfesten anzubieten.

Diese Aktivitäten habe ich nach Jurijs Tod fortgesetzt, seine Werke überall in Deutschland verbreitet und zusätzlich angefangen, Vorträge über ihn zu halten.

Jetzt, im August 2015, ist diese Arbeit beendet - ich bin ausverkauft. Ich fürchtete mich vor der Leere nach Beendigung der mit vielen Reisen quer durch Deutschland verbundenen Marktjahre und beschloß, sozusagen als I-Punkt des gemeinsamen Lebenswerks meine Biographie unter dem Titel "Ich war eine literarische Marktfrau - Die Geschichte von Jurij und Anita" zu veröffentlichen.

Anita Treguboff

www.feuervogel-verlag.de

www.jurij-treguboff.lebensatlas.de

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