Matthias Kaiser ist Professor am Zentrum für Wissenschaftstheorie (SVT) der Universität Bergen in Norwegen. Er wurde in Deutschland in Leipzig geboren, das zu dieser Zeit noch unter einem kommunistischen Regime stand. Zum Glück flohen seine Eltern rechtzeitig vor der Berliner Mauer nach Westdeutschland. Dort war er ein Flüchtling! Obwohl er gerade erst in die Schule kam, machte ihn diese Erfahrung einer ganz neuen Kultur zu einem Skeptiker aller mutmaßlichen Autoritäten; mit anderen Worten, er wurde in jungen Jahren Philosoph. Für seine Doktorarbeit wollte er Philosophie und Logik verbinden, also ging er nach Norwegen. Jetzt war er auch ein Immigrant! Seine Interessen wandten sich den Naturwissenschaften zu, von ihren Theorien fasziniert und gleichzeitig über den Missbrauch der Wissenschaft in der Politik verärgert. Er begann Fragen zur Ethik in der Wissenschaft zu stellen, was ihn in einigen Zirkeln unbeliebt machte. Jetzt ist keine Spur von Logik mehr in ihm, er dreht sich alles um Ambiguität und Unsicherheit, sowohl in der Wissenschaft als auch im Leben. Darüber hinaus ist er tief verwirrt was unsere Werte angeht und er wundert sich über seine eigenen, vor allem aber über die anderer Menschen, insbesondere über die Werte seiner akademischen Kollegen. Sein Leben ist postnormal geworden, und er hält dies für eine gute Grundlage für die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik. Dort arbeitet er an der Lebensmittelethik.
Im übrigen hat er einen Thriller in deutscher Sprache („Die Risikomanager“) und auf Englisch eine Sammlung autobiografischer Kurzgeschichten geschrieben, darunter einige Kochrezepte („Talk, Eat, and See the World“). Er kocht gern für andere und er übt sich im Blues auf seinem Fender Bass. Politisch ist er ein hartgesottener liberaler Europäer!