Winfried Paarmann

Winfried Paarmann

Lebt als Autor in Berlin

Veröffentlichungen:

Mehrere Lyrikbände / u.a.:

im Europäischen Verlag und Athena-Verlag

Heiteres u.a.: Lächelleicht bis heiter / Möllmann-Verlag

Neues von den Bremer Stadtmusikanten –

nach Grimm und mit grimmigen Varianten /

Deutscher Theaterverlag

Erzählbände:

Das Marienkäferkind / Athena-Verlag

Das Schlangenmädchen / Schardt-Verlag

Höhentänzer oder die leichte Berührung

des Himmels / Frankfurter Verlagsgruppe

Die späten Kinder der Pyramiden / Goldwaage-Verlag

Inselstation Sankospia / Goldwaage-Verlag

Theaterstücke und Drehbücher

im Goldwaage-Verlag

Preis des Mainzer Theaters

Zahlreiche Veröffentlichungen und Beiträge

in Zeitschriften und Anthologien

www.paarmann-autor.de

w.paarmann@freenet.de

Der Großteil meiner Theaterstücke folgt dem Konzept eines „mehrdimensionalen Theaters“.

Das bedeutet so wenig die vollständige Abkehr vom realistischen Theater wie es die Zuwendung zu einem nur surrealistischen Theater ist, ebenso wenig einem absurden Theater oder einem Traum-Theater – obwohl es von allen diesen Theaterformen Elemente enthält. „Mehrdimensional“ – das heißt im Wesentlichen: Eine realistische Ebene wird ergänzt durch andere; Erfahrungsebenen und „innere Ereignisabläufe“, die das Wort „real“ in anderer Form beanspruchen und die, den bühnentechnischen Möglichkeiten angepasst, gleichfalls sichtbar gemacht werden.

Immer gibt es in jedem Fall doch eine klar umrissene „Geschichte“, die menschliche Konflikte ins Bild bringt und eine Empathie zu diesen Konflikten und den Handelnden schaffen will. Und ein wichtiges Element eines solchen Theaters ist in jedem Fall auch Humor.

Der Autor selbst befasste sich über eine gewisse Zeit intensiv mit den Wirkungen des Absurden Theaters. Doch blieb ein Empfinden von Ungenüge. Das Absurde im Kontrast zu einem manchmal simplen Volkstheater hat gewiss seine Funktion. Doch wenn es im Intellektuellenspaß stecken bleibt, wird es schließlich flach und, in seiner sprachlichen Akrobatik, oft elitär.

Freilich, die spannende Frage bleibt: Gibt es etwas jenseits des Absurden? Und was ist es, das über das Alltäglich-Reale hinausgeht und es sinnvoll ergänzt?

Jede Theaterform hat ihr Recht. Das heutige Theater ist oft stark auf Sozialanalyse und Sozialkritik ausgerichtet. Natürlich ist dies legitim, auch in einer Beschränkung auf nur realistische Darstellungsformen. Es verbindet sich in der Regel das Anliegen einer aktuellen Aufklärungsarbeit damit.

Wenn dabei drastische Gewaltdarstellungen im Mittelpunkt stehen, muss allerdings gefragt werden, wie weit ein Klima der Verrohung so eher gefördert als dass ihm entgegengearbeitet wird. Die Darstellung von Gewalt kann starke Wirkungen hervorrufen. Doch sie sollte nicht zum Selbstzweck werden.

Der umgekehrt einsetzende Vorwurf ist der, für „Heile-Welt-Darstellungen“ zu plädieren. Auch dies könnte natürlich nicht der Weg eines zeitgemäßen Theaters sein. Die Frage ist: Wie nähert man sich der Wirklichkeit in all ihren unterschiedlichen Facetten?

Zweifellos leben wir in einer Wirklichkeit, die viele inhumane Züge zeigt wie häufig auch ein großes Gewaltpotential. Zugleich aber ist dies eine Wirklichkeit oft bewundernswerter (und wunderbarer) Menschen. Auch an diese und ihre großen und kleinen „Heldenrollen“ darf und soll ein Theater immer wieder erinnern.

Gerade dass wir Wirklichkeit oft so unterschiedlich sehen, zeigt, wie vielschichtig diese Wirklichkeit offenbar selbst ist. Es macht demnach Sinn, unterschiedliche, sich ergänzender Wege der Annäherung suchen.

Ein „mehrdimensionales Theater“ mag einmal das werden, was man ein „spirituelles Theater“ nennen kann. Doch der Begriff „spirituell“ ist bisher im Gebrauch zu diffus und ruft unterschiedliche oft sehr abweichende Assoziationen hervor.

Konventionelle religiöse Bindungen stehen einer tatsächlichen Spiritualität oft eher entgegen. „Spirituell“ sollte nur im Sinn einer Bewusstseinsöffnung verstanden werden: gegenüber Erfahrungen, die über materielle Begrenzungen (und die einer materialistischen Ideologie) hinausgehen. Es handelt sich um nichts „Mystisches“, nichts Diffuses. Doch es ist die Infragestellung eines lange bestimmenden materialistischen Weltbilds. Und dies ist erlaubt.

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