Rüdiger Bauer

Als Angehöriger des Geburtsjahrganges 1925 aus der sudetendeutschen Stadt Komotau hat der Autor den Volkstumskampf seiner Erlebnisgeneration gegen tschechische Willkür und staatliche Vorherrschaft erlebt. Nach dem ersehnten Anschluss an das Deutsche Reich fand er als Internatschüler einer NAPOLA mit der Devise dieser NS-Eliteschulen "Mehr Sein als Scheinen" als 18 Jähriger voller Idealismus seinen Weg zur Pioniertruppe der Waffen-SS.

Nach Frontbewährung und Junkerschule wurde er zum Reserveoffizier befördert und kam im Februar 1945 als Zugführer erneut im Osten bei den Rückzugsgefechten im Kessel von Ost- Pommern zum Einsatz. Seiner im Nahkampf erlittenen Verwundung verdankte er in einem Lazarettschiff bei Nacht und Nebel das Entkommen aus Gotenhafen. Das Kriegsende erlebte er nach seinem Genesungsurlaub in der Heimat. Er war dort seinem Fahneneid getreu als Kommandant für eine größere HJ-Einheit verantwortlich, die dann wegen der Kapitulation aller deutschen Streitkräfte der sicheren Vernichtung entging. Auf abenteuerliche Weise und nach kurzzeitiger Rückkehr in die von den Sowjets und tschechischen Milizen besetzte Heimatstadt gelang ihm zweimal die Flucht über die rettende Grenze.

Auf sich gestellt studierte er in Hamburg Wirtschaftswissenschaften und legte an der dortigen Universität sein Diplom-Examen ab. Das entbehrungsreiche und mit zahlreichen Abenteuern verbundene Studium beim Kampf ums Dasein (Schmuggelfahrten über die Zonengrenze, Schwarzmarkthandel, Einsatz als Fluchthelfer etc.) wird in seinem 2. Buch "Suche nach neuen Ufern - Studienjahre eines Sudetendeutschem im Nachkriegsdeutschland 1945 -1950" eindrucksvoll geschildert. Der während seines Studiums erfolgten Eheschließung mit einer Sudetendeutschen entstammen 2 Söhne.

Sein Berufsweg führte ihn als Nachwuchskraft zunächst nach Siegburg/Rhld, anschließend in die Zentrale dieses Chemiefaser-Konzerns zurück nach Hamburg ins kaufmännische Management. Danach übernahm er die Geschäftführung einer Seeschiffswerft und später die Leitung der Beteiligungsverwaltung eines bekannten Hamburger Unternehmers. Zeitweise wurde er als Personal- und Unternehmens-Berater tätig. Gegen Ende seines Berufslebens leitete er erfolgreich eine berufliche Bildungsstätte für arbeitslose Jugendliche und Langzeitarbeitslose in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit maßgebenden Institutionen des öffentlichen Lebens in Hamburg.

Sportlich hat er sich vielseitig aktiv betätigt. Zahlreiche Bildungs- und Erlebnisreisen führten ihn mit seiner 2001 verstorbenen ersten Frau in alle Welt. Nach ihrem Tod hat er 2005 wieder geheiratet und lebt heute mit seiner neuen Lebensgefährtin vor den Toren Hamburgs im wohlverdienten Ruhestand. Hier widmet er sich seinen schriftstellerischen Ambitionen und der Pflege vieler Kontakte mit alten Freunden aus vergangenen Zeiten.