André Baganz zählt zu den Autoren, deren eigene Lebensgeschichte so packend und dramatisch ist wie ein literarischer Thriller. 1961 in Ost-Berlin geboren, geriet er früh in Konflikt mit dem DDR-Regime. Nach einem spektakulären Ausbruchsversuch im Jahr 1981 wurde er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und verbrachte zehn Jahre im berüchtigten Stasi-Hochsicherheitsgefängnis Bautzen II – fünf davon in totaler Einzelhaft.
Diese extremen Erfahrungen der Isolation, des Überlebenskampfes und der psychologischen Grenzerfahrungen prägten ihn tief. Nach seiner Entlassung im Zuge der Wiedervereinigung im Jahr 1991 machte Baganz das Schreiben zu seiner Berufung. Mit seinem eindringlichen und viel beachteten Werk „Der Solist“ schuf er ein kraftvolles Zeitzeugnis, das tiefe Einblicke in das Innere des DDR-Strafvollzugs gewährt und das Thema seiner Haftzeit umfassend aufarbeitet.
Heute lebt André Baganz als freier Autor in Deutschland und verbringt zudem mehrere Monate im Jahr in Swakopmund, Namibia. Der Kontrast zwischen der einstigen Enge der Zelle und der unendlichen Weite der afrikanischen Landschaft spiegelt sich auch in seinem Schaffen wider: Die raue Wüstenlandschaft inspiriert ihn maßgeblich zu seiner atmosphärischen Belletristik. So fließen die Eindrücke seiner zweiten Heimat direkt in seine erfolgreiche Hammerschmidt-Reihe ein, deren mit Spannung erwartete Teile 4 und 5 aktuell erscheinen.
Die jahrelange Beschäftigung mit existenziellen menschlichen Abgründen, psychologischem Druck und dem unbändigen Drang nach Freiheit ist in jeder Zeile spürbar. Ob in packenden zeitgeschichtlichen Berichten oder fesselnden Romanen: Baganz schreibt mit einer Authentizität und psychologischen Tiefe, die man nicht erfinden kann – man muss sie erlebt haben.