Julia Peirano

Die Frage, wie man in der Liebe glücklich wird und bleibt, beschäftigt mich bereits über mein halbes Leben: mit Beginn meiner ersten Liebe, im Psychologiestudium, in meiner wissenschaftlichen Forschungsperiode und letztendlich als treuer Begleiter in meiner täglichen Arbeit als Psychotherapeutin. Beide Seiten faszinierten mich dabei: Wie es einige Menschen schaffen, den richtigen Partner zu finden und mit ihm in einer Partnerschaft ein lebendiges, liebevolles Miteinander zu leben. Und: Warum haben es andere Menschen so schwer, überhaupt einen passenden Partner zu finden sowie eine vertrauensvolle Beziehung zu führen? Ich wollte Antworten.

2005 war es soweit. Ich bekam ein Angebot, was passgenau auf mein langjähriges Interesse traf: Das Thema „Liebesglück“ intensiv im Rahmen einer Doktorarbeit zu erforschen. Ohne einen Augenblick zu zögern, sagte ich zu. Erster Meilenstein meiner wissenschaftlichen Forschung war es, einen völlig innovativen Fragebogen zu entwickeln, mit dem man alle Verhaltensweisen, Eigenschaften und Wünsche messen kann, die ein Mensch in eine Beziehung mitbringt. Anschließend untersuchte ich 300 Paare mit diesem Fragebogen, um herauszufinden, an welchen Eigenschaften das Glück in der Liebe hängt. Mein Forschungsdrang und Einsatz wurde belohnt. Die Ergebnisse förderten Spannendes zutage. Die neuen Erkenntnisse erweiterten mein Verständnis von Liebe und Partnerschaft ungemein. Das wirkte sich zum einen positiv auf mein Privatleben aus, aber auch allem meine therapeutische Arbeit profitierte davon.

Denn in meiner Praxis begegne ich vielen Menschen, die vordergründig an einer Depression oder Schmerzen leiden. In Wirklichkeit sind sie oftmals an einer lieblosen Beziehung erkrankt oder fühlen sich einsam. Ihre Fragestellungen berühren die Liebe: Von Trennungsgedanken über Untreue hin zu Entfremdungsgefühle oder die Sorge, keinen Partner zu finden. Andere stehen ratlos vor dem Phänomen, warum ihnen immer wieder das Gleiche passiert? Wie man Beziehungen führt, ist niemals zufällig. Die eigene Persönlichkeit ist maßgeblich verantwortlich dafür. Und die ist tief in einem verankert und wird in der frühen Kindheit angelegt. Doch vieles geht auch anders: Setzt sich ein Mensch mit sich selbst auseinander und arbeitet an sich, nimmt die Beziehung meist einen positiveren Weg.

Durch Forschung und Praxis bestätigt, motivierten mich viele Gespräche mit Kollegen, Freunden und Familie, diese wertvollen Erkenntnisse zu veröffentlichen. Die Geburtsstunde für das vorliegende Buch, das möglichst viele Menschen anregen soll, ihre Art zu lieben zu entdecken, zu verstehen und in eine positive Richtung zu verändern. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg dabei, sich selbst zu entdecken und etwas für sich und Ihre Beziehung zu tun.