Dennis Sandig

Dennis Sandig ist Sportwissenschaftler, Autor und Referent für Nachwuchsleistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Leistungssport, Wissensvermittlung und kritischem Denken.

Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Fragen der Trainingswissenschaft, der Trainingssteuerung und der Entwicklung sportlicher Leistung. Berufliche Stationen in der Trainerausbildung, im Wissenschaftsmanagement und als Wissenschaftskoordinator im Leistungssport haben dabei seinen Blick auf das Verhältnis von wissenschaftlicher Evidenz und sportlicher Praxis geprägt. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Frage, wie wissenschaftliches Wissen in komplexen Entscheidungssituationen tatsächlich genutzt werden kann – und wo die Grenzen standardisierter Modelle, Kennzahlen und vermeintlich eindeutiger Steuerungslogiken liegen.

Seine wissenschaftliche Haltung ist wesentlich vom kritischen Rationalismus Karl Poppers und Hans Alberts geprägt. Wissenschaft versteht er nicht als Sammlung endgültiger Wahrheiten, sondern als systematischen Versuch, Annahmen kritisch zu prüfen, Fehler zu erkennen und bessere Erklärungen zu entwickeln. Entsprechend gehören Evidenz, kritische Reflexion und der produktive Umgang mit Unsicherheit zu den wiederkehrenden Themen seiner Veröffentlichungen.

Dennis Sandig hat zahlreiche Fachbeiträge, wissenschaftliche Publikationen und Bücher veröffentlicht. Neben sportwissenschaftlichen Themen schreibt er über Wissenschaftskommunikation, Rationalität und Humanismus. Dabei verbindet er wissenschaftliche Argumentation mit dem Anspruch, auch komplexe Zusammenhänge verständlich und ohne unnötige Vereinfachung darzustellen.

Darüber hinaus engagiert er sich für einen säkularen Humanismus und eine offene, rationale Debattenkultur. Im Mittelpunkt steht für ihn die Überzeugung, dass wissenschaftliches Denken nicht darin besteht, Gewissheit zu behaupten, sondern gute Gründe von schlechten unterscheiden und die eigenen Überzeugungen immer wieder zur Diskussion stellen zu können.