Ich hatte schon immer das Bedürfnis meine Umwelt zu gestalten. Als Kind einer Innenarchitektin und eines Architekten war mir der Wille zur Gestaltung und Formung meines Lebensumfeldes in die Wiege gelegt. Deshalb begann ich nach dem Abitur eine Schneiderlehre, denn die Art von Kleidung, die mir gefiel, konnte ich mir nicht leisten. Also musste ich sie selbst herstellen.
1988, drei Jahre nach meiner Ausbildung zum Bekleidungsschneider bei der bekannten Designerin Trixi Schober begann ich eine Ausbildung zum Modedesigner und Schnitttechniker, ein halbes Jahr danach eröffnete ich ein kleines Einrichtungsstudio im Dachgeschoss unseres ehemaligen Einrichtungshauses, das meine Mutter bis zu Ihrem Tod führte. Nachdem ich das Geschäft einige Jahre führte und mich vergrößerte, wollte ich wissen, wie man mit Mitarbeitern umgeht, denn so, wie ich es erlebt hatte, wollte ich es nicht machen. Ich entschloss mich zur Ausbildung bei Dale Carnegie und durchlief aus Interesse alle angebotenen Kurse, bis mich der Deutschland Manager als Co-Trainer für die Managementausbildung engagierte. Soviel Spaß und Herausforderung ich durch diese Trainings auch hatte, kam ich immer wieder an einen Punkt, wo ich das Gefühl nicht los wurde, dass reines Verhaltenstraining Menschen für ihre Herausforderungen im Umgang mit Menschen nicht wirklich fit machen kann. Die Teilnehmer stießen oft auf innere Mauern, die unüberwindbar erschienen und durch Einüben eines "besseren" Verhaltens auch nicht zu bewältigen waren.
Durch einen Zufall bekam ich den Auftrag, eine Psychoanalytikerin einzurichten. Ich bewunderte ihre Art mit Entscheidungen umzugehen und ihr Verlangen aus der Praxiseinrichtung ein ganzheitliches und ganz auf ihre Patienten abgestimmtes Konzept zu erstellen. Dafür fragte ich sie genau zu ihrer Tätigkeit und welche Menschen ihre Hilfe suchen. Sie meinte: "Menschen wie Sie und Ich". So kam ich zu meiner eigenen Psychotherapie. Zu Beginn nur aus Neugierde mein Verhalten und seelisches Erleben aus anderer Sicht kennen zu lernen. Diese Therapie legte den Grundstein meines heutigen Wirkens und dafür bin ich Dr. Heidrun Grohmann sehr dankbar. Sie nahm sich für meinen schnellen Kopf und meine langsamen Gefühle Zeit und zwar so viel, wie ich brauchte und dafür hat sie ein untrügliches Gespür. Danach lernte ich Gabriele Dölzer, die Ausbilderin der Telefonseelsorge kennen, durch Zufall. Sie fragte, ob es mir nicht Spaß machen würde, eine Ausbildung als Berater bei der Telefonseelsorge zu machen, um dort ehrenamtlich zu arbeiten. Es gestaltete sich nicht immer einfach, auch das noch neben meinem Einrichtungshaus mit seinen 21 Mitarbeitern zeitlich zu vereinbaren, aber es war so spannend und menschlich so bereichernd, dass ich fast 4 Jahre dort blieb, um in Nachtschichten Menschen in oft essentiellen Lebensproblemen zu beraten.
Später lernte ich noch systemische Prozessberatung und Gruppendynamik bei Dr. Rosenkranz, Inner Game Coaching bei Christian Maier und schloss meine Ausbildung mit dem Heilpraktiker für Psychotherapie ab. Noch war die Idee mit der Verknüpfung beider Berufe nicht geboren, sondern 2 Berufe existierten nebeneinander, obwohl sich die Arbeit in jeder Hinsicht befruchtete. Erst, als ich Dr. Rüdiger Dahlke kennen lernte, seine grandiose Rednerkunst und seine teils radikalen Ansichten, war mir klar, dass meine Berufung in der Verknüpfung des beraterischen Ansatzes mit dem Ausdrucksmittel der Lebensraumgestaltung liegt. Wodurch er mir den Anstoß gab, weiß ich gar nicht mehr, aber die Verknüpfung eines Weltbildes mit dem Erleben der Welt, archetypisches Denken als Grundlage für eine ganzheitliche Sicht auf Menschen lösten in mir etwas aus, das ich als einen persönlichen Urknall erlebte. Eine Ausbildung zum psychosomatischen Berater bei Dr.R. Dahlke ist vorerst der letzte Schritt.
Seit 2001 bin ich Dozent an mehreren Hochschulen zum Thema Kommunikation, Teamentwicklung und Moderation.
Nachdem ich die Grundlagen der Wohnpsychologie zusammentrug und schon einige Erfahrung mit diesem neuen Bewusstsein gesammelt hatte, kamen mehrere Journalisten auf mich zu, um mich über das Thema zu interviewen. Eine Reportage in einer großen Wohnzeitschrift, eine Titelgeschichte in einer Psychologiezeitschrift und viele nachfolgende Berichte ließen die Idee zu diesem Buch reifen.
Im Buch verwende ich Typologien wie andere Psychologen auch. Die Natur und unser Gehirn arbeiten ebenso nach Mustern. Sie helfen die Einzelwahrnehmungen einzuordnen und die Vielfalt zu kompletten Bildern zusammenzusetzen - ich mache dies nicht, um abschliessend in Schubladen zu stecken oder zu beurteilen. Die archetypischen Bilder der Elemente und - differenzierter- die der Astrologie gehören wohl zu den ältesten, die die Menschheit kennt. Andere Einteilungen mögen moderner sein, aber sie stellen oft keinen Zusammenhang zur Zeitqualität dar und das erscheint mir wesentlich bereichernd. Die Arbeit der Wohnpsychologie aber auf die Sternzeichen- Deutungen zu reduzieren wird der Komplexität beider Disziplinen nicht gerecht. Sternzeichen sind ein möglicher Zusatzaspekt, aber nicht dringend erforderlich. Die Kunst liegt darin, trotz des Wissens oder Erkennes über mögliche Einteilungen, offen zu bleiben und weitere Aspekte zu einem differenzierten Gesamtbild zusammen zu tragen.
Nichts ist wirklich neu in meinem Buch.
Das ist gut so, denn es geht um die Verknüpfung des bewährten psychotherapeutischen Wissens mit den Qualitäten eines guten Einrichters. Daher kann der Maßstab für Gestaltung in Sinn der Wohnpsychologie nie trendorientiert, statisch oder dogmatisch sein. Was z.B. Schutz und Sicherheit für den einen bedeutet, mag man auch bei alten Lehren nachlesen, aber für einen anderen ist die Schutzlosigkeit gar nicht als solche empfunden, sondern der Eingang zu einer willkommenen Bühne. Es geht eben nicht um Urteile oder Zuschreibungen, sondern ein Feingefühl für Stimmung und Ambiente in Zusammenhang mit einer Persönlichkeitsstruktur und deren Bewusstwerdung.
Dem einen oder anderen mag noch etwas Tiefgang in den Deutungen fehlen und das liegt nicht daran, dass ich Sternzeichen Fische bin, sondern in der Gefahr der Beurteilung nach Einzelfakten.
Daher ist der Maßstab immer das subjektive Wohlbefinden der Betroffenen und nicht Außenstehender, auch wenn wir als schlaue Therapeuten den Holzweg sehen können. Es ist die Königsdisziplin auf diesen Irrweg hinzuweisen, aber auf nichts hinzuwirken. Ich verneige mich vor dem inneren Heiler eines jeden Menschen in der Tiefe der Seele. (meistens gelingt es mir;-)
Viel Freude und Anregung wünscht Uwe Linke. Ich bin gerne für Fragen und Anregungen offen und lade zu reger Diskussion ein. info(at)wohnpsychologie.com oder www.wohnpsychologie.com