Christiane Fladt

Ich bin 57 Jahre alt und im einen Leben unterrichte ich Latein und Englisch im

Allgäustädtchen Leutkirch.

Im anderen Leben bin ich Bergbewohnerin im Karakorum/Pakistan, Natur-über-alles-Verehrerin, Anhängerin von Stoa und Epikur, Briefschreiberin (auf Papier

und mit Tinte), Bücherschreiberin, Kämpferin für Respekt vor anderen Kulturen

und Lebensweisen, Kopfschüttlerin über Sätze wie Angela Merkels "Multikulti

ist tot", Leserin jeder möglichen Literatur über o.g. Themenkreis...

Mein Dorf Shimshal, in dem ich zwölf Monate verbrachte, um den gesamten Jahres-

lauf kennen zu lernen (und dabei an der Schule zu unterrichten), besuche ich

seither fast jeden Sommer, quasi als Zeitzeugin all der Veränderungen, die

die Natur einerseits - zum Beispiel in Gestalt von Bergstürzen - und die

"Neuzeit" andererseits verursachen.

Man könnte nach jedem Aufenthalt ein weiteres Buch schreiben!

Mein neuestes Buch hat, außer dass es spannend und unterhaltsam sein soll (!),

das Anliegen, das Leben einer Muslimin mal aus ihrer eigenen und sehr selbst-

bewussten Perspektive zu schildern und damit unsere Klischeevorstellungen

vielleicht ein bisschen zurecht zu rücken.

Lal Paree ist die erste berufstätige Frau in Shimshal und hat als Hebamme,

Mutter von 5 Töchtern und Ehefrau des ehrgeizigen Bergführers Qudrat Ali

(u.a. Nanga Parbat!) ein bewegtes und sicher nicht einfaches Leben zwischen

Yak und Hightec-Zeitalter zu bewältigen.

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