Ich bin 57 Jahre alt und im einen Leben unterrichte ich Latein und Englisch im
Allgäustädtchen Leutkirch.
Im anderen Leben bin ich Bergbewohnerin im Karakorum/Pakistan, Natur-über-alles-Verehrerin, Anhängerin von Stoa und Epikur, Briefschreiberin (auf Papier
und mit Tinte), Bücherschreiberin, Kämpferin für Respekt vor anderen Kulturen
und Lebensweisen, Kopfschüttlerin über Sätze wie Angela Merkels "Multikulti
ist tot", Leserin jeder möglichen Literatur über o.g. Themenkreis...
Mein Dorf Shimshal, in dem ich zwölf Monate verbrachte, um den gesamten Jahres-
lauf kennen zu lernen (und dabei an der Schule zu unterrichten), besuche ich
seither fast jeden Sommer, quasi als Zeitzeugin all der Veränderungen, die
die Natur einerseits - zum Beispiel in Gestalt von Bergstürzen - und die
"Neuzeit" andererseits verursachen.
Man könnte nach jedem Aufenthalt ein weiteres Buch schreiben!
Mein neuestes Buch hat, außer dass es spannend und unterhaltsam sein soll (!),
das Anliegen, das Leben einer Muslimin mal aus ihrer eigenen und sehr selbst-
bewussten Perspektive zu schildern und damit unsere Klischeevorstellungen
vielleicht ein bisschen zurecht zu rücken.
Lal Paree ist die erste berufstätige Frau in Shimshal und hat als Hebamme,
Mutter von 5 Töchtern und Ehefrau des ehrgeizigen Bergführers Qudrat Ali
(u.a. Nanga Parbat!) ein bewegtes und sicher nicht einfaches Leben zwischen
Yak und Hightec-Zeitalter zu bewältigen.